Was kostet Ihr Einfamilienhaus?
So behalten Sie die gesamten Hausbaukosten im Blick

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Foto: fotolia / Goodpics

Ein Haus zu bauen ist eine Entscheidung fürs Leben. Dabei steht die Frage „Was wird der Hausbau kosten?“ ganz am Anfang der Planung. Damit Ihnen die Hausbau-Kosten später nicht plötzlich über den Kopf wachsen, sollten Sie die verschiedenen Posten des Hausbaus vorab kalkulieren. Denn nur wenn Sie einen Überblick haben, wissen Sie, ob Sie innerhalb Ihres Hausbudgets bleiben.

Lesen Sie im folgenden Artikel, welche Hausbau-Erfahrungen Sie nutzen können und erleben Sie, anhand eines fiktiven Beispielhauses mit geschätzten Musterzahlen, wie eine Kostenkalkulation funktioniert und wie Sie Hausbaukosten berechnen.

Größe des Hauses – reale Zukunftsplanung ist Geldwert

Jeder Quadratmeter mehr Wohnraum kostet beim Hausbau zusätzliche Material- und Arbeitskosten. Deshalb sollten Sie genau überlegen, wie viel Platz Sie im Haus tatsächlich brauchen. So ist ein kleines, gemütliches Haus nicht nur beim Hausbau deutlich günstiger als eine großzügig geschnittene Immobilie, sondern auch bei den späteren Heiz- und Nebenkosten sparen Sie damit bares Geld. Gerade wenn absehbar ist, dass Ihre Kinder bald ausziehen werden, ist ein kleineres Haus in Erwägung zu ziehen, damit die Hausbau-Kosten nicht explodieren. Zu klein sollten Sie Ihr Eigenheim jedoch nicht planen, denn ein Hausbau ist eine Entscheidung fürs Leben. Soll Ihre Familie eventuell noch wachsen, ist es sinnvoll, einen späteren Anbau oder Dachausbau gleich mit einzuplanen, ohne ihn gleich umzusetzen. So haben Sie eine Platzreserve für die Zukunft im Hinterkopf, halten die Hausbau-Kosten aber zunächst gering.

Wahl des Haustyps – je einfacher, desto günstiger, wenn Sie das wollen!

Bei den Kosten für den Hausbau macht es finanziell einen deutlichen Unterschied, welche Bauform Sie wählen, welcher Baustoff Ihr Favorit ist, wie viele Etagen Sie planen und welche Form des Grundrisses und des Daches Sie wählen. Ein extravaganter Bauhauskörper fordert Ihr Portmonaie mehr als ein Winkelbungalow im Standard. Extras wie Dachgauben, Balkone oder Türmchen schlagen sich auf den Preis des Hausbaus nieder. Je kleiner das Haus und je einfacher in Form und Gestaltung, desto weniger wird der Hausbau kosten. Das klingt so einfach, aber der Bau eines Hauses ist komplex und manch einem Bauherren rutschen solche einfachen, aber wesentlichen Gedanken durch, wenn er in der heißen Planungsphase ist und die Phantasie die Realität auf der linken Spur überholt.

Kellerbau – wie wichtig ist Ihnen der Billardtisch oder die Sauna

Ein Keller bietet Stauraum und gegebenenfalls zusätzlichen Wohnraum. Billardraum, Sauna, Gästezimmer – es gibt in der Planungsphase so viele nützliche Qualitäten des Wohnraumes unter dem Haus. Der Keller muss übrigens mindestens 2,40 Meter hoch sein um als Wohnraum genehmigt zu werden. Einer von vielen Kostenfaktoren! Wenn Sie ein günstiges Haus bauen wollen, sollten sie sich die Kosten vorher genau offen legen lassen. Das Erdreich ausheben, eine Drainage legen, die Bodenplatte schütten, die Kellerwände hochziehen, Fenster einbauen und Leitungen legen – das alles kostet zusätzlich Geld. Deshalb überlegen Sie es sich gut, ob ein Kellergeschoss wirklich nötig ist oder ob Sie lieber darauf verzichten. Denn ein ebenerdiges Fundament kostet deutlich weniger als ein Kellerbau, sodass Sie bei Ihrem geplanten Hausbau Kosten einsparen können.

Qualität der Baumaterialien – an die Zukunft denken

Bei den Baumaterialen zu sparen, kann Sie später teuer kommen. Denn gerade bei Dämmstoffen oder Dachziegeln ist die Qualität für die Lebensdauer entscheidend. Was nützt Ihnen günstiges Dämmmaterial, wenn dadurch keine ausreichende Luftzirkulation und kein gutes Raumklima gewährleistet werden können. Bei einem schlecht gedämmten Haus kann es zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung kommen, wobei die Beseitigung des Mangels teurer werden kann als die Verwendung von hochwertigem Dämmmaterial von Beginn an. Deshalb sollten Sie Preis und Qualität von vornherein abwägen. Bauen Sie bei festen Installationen wie Dämmung oder Fliesen lieber auf Qualität und sparen Sie an anderer Stelle, wie zum Beispiel bei Teppichböden, die sich später leichter austauschen lassen.

Anzahl der Fenster – auf die Planung kommt es an

Eine lichtdurchflutete Wohnung mit großzügigen Fenstern wünschen sich viele. Denn Licht hebt die Stimmung und sorgt für ein angenehmes Wohngefühl. Doch jedes einzelne Fenster und jede Tür kostet Geld: für das Fenster oder die Tür selbst und für den Einbau. Deshalb ist es kostengünstiger, sich beim Hausbau für weniger, aber dafür größere Fenster zu entscheiden und die Außentüranzahl zu beschränken. Wohnräume, wie Wohnzimmer oder Kinderzimmer, brauchen dabei mehr Licht als Schlafzimmer, Bäder oder Hauswirtschaftsräume, in denen man sich nur selten längere Zeit aufhält. Das sollten Sie möglichst schon bei der Raumplanung berücksichtigen und zum Beispiel die Wohnzimmerfenster gen Süden ausrichten und das Schlafzimmer auf die Nordseite legen. Das spart beim Hausbau Kosten und während des Wohnens zusätzlich Energie. Für eine gute Energiebilanz gilt die Faustregel: Kleine Fenster gen Norden und Osten, große Fenster gen Süden oder Westen.

Heizungssystem – staatliche Zuschüsse beantragen

Ob Gasheizung, Ölheizung, Pelletheizung oder Erdwärmepumpe – bei der Wahl der Heizung sollten nicht nur die Anschaffungskosten einkalkuliert werden. Herkömmliche Heizungen mit Öl oder Gas sind im Einbau günstiger, aber entsprechend auch weniger zukunftssicher. Zwar ist die Investition in ein modernes Heizungssystem für regenerative Energien oft größer, dafür können Sie sich oft über staatliche Zuschüsse und über günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) freuen. Darüber hinaus investieren Sie mit einem ressourcenschonenden Heizsystem vorausschauend in die Zukunft.



Innenausstattung – wohlfühlen planen und Sparpotenzial ausnutzen

Die Innenausstattung eines Hauses lässt sich oft leichter austauschen, als feste Installationen. Deshalb sollten Sie hier besonders gut abwägen, wie viel Luxus Ihnen wichtig ist. Eine edle Küche mit teuren Markengeräten ist zwar schön und gut, aber für den Anfang reicht eventuell auch eine Standardküche, um das Budget möglichst niedrig zu halten. Vielleicht auch nicht. Eine Küche wird im Durchschnitt nur alle 12 Jahre ausgetauscht. Auch hier lohnt es sich, bei der Grundrissplanung der Küche schon an später zu denken und den Grundriss der Küche nicht zu ungewöhnlich zu planen, sodass keine Standardküche hineinpasst. Rechtzeitige Küchenplanung spart Geld, in dem die nötigen Anschlüsse schon während der Hausplanung berücksichtigt werden. Was nicht fehlt, kostet nichts. Auch bei den Bodenbelägen und bei der Beleuchtung lässt sich viel Geld investieren oder auch sparen.

Dabei gilt: Je fester die Innenausstattung installiert werden muss, wie etwa Sanitäranlagen, desto eher sollte man davon ausgehen, dass man die Elemente nicht so schnell austauscht. Eine günstige Wohnzimmerlampe kann man nach zwei, drei Jahren einfach durch eine andere ersetzen, bei einer Badewanne sieht das schon komplizierter aus. Vergessen Sie aber bitte den Wohlfühlfaktor nicht – die Lampe sehen Sie jeden Tag!

Hausbaukosten richtig berechnen – ein Beispielhaus

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Foto: Fotolia/Frank-Boston

Die Hausbaukosten verschiedener Bauprojekte sind schwer zu vergleichen. Deshalb soll im Folgenden an einem fiktiven Beispielhaus anhand von geschätzten Musterzahlen exemplarisch gezeigt werden, wie man die Hausbaukosten berechnen kann. Diese Berechnung ist nicht bindend oder verbindlich und stellt wirklich nur ein Beispiel zur besseren Veranschaulichung dar.

Unser Beispielhaus ist ein kleines, eineinhalbgeschossiges Einfamilienhaus mit Satteldach, mit ca. 90 m2 Grundfläche  (ca. 10,5 x 8,5 m) und ca. 120 m2 Wohnfläche. Es soll auf einer Bodenplatte ohne Keller errichtet werden. Die Kosten für das Grundstück und die Gartenplanung bleiben unberücksichtigt.

Info: Jedes Bauprojekt ist anders. Das Beispielhaus und die genannten Maße sind fiktiv und bei den Preisen handelt es sich um geschätzte Musterzahlen, sodass die Kosten nicht auf andere Bauprojekte übertragbar sind. Alle Angaben sind ohne Gewähr und nur als ganz grobe Anhaltspunkte zu verstehen!

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

Für unser fiktives Beispielhaus mit einer Grundfläche von 90 m2 würden je nach gewählter Variante folgende geschätzten Kosten entstehen:

  • Hochdämmende Thermobodenplatte/Schwedenplatte.
    Kosten: ca. 14.000 €
  • Normale bewehrte Beton-Bodenplatte (20 cm) mit Frostschürze.
    Kosten: ca. 11.000–13.000 €
  • Bewehrte Platte (25 cm) ohne Frostschürze auf frostsicherer Schotterschicht.
    Kosten: ca. 10.000–11.000 €

Bewertung: Eine bewehrte Bodenplatte ohne Frostschürze auf einer frostsicheren Schotterschicht ist nach der fiktiven Beispielrechnung am günstigsten, wenn der Statiker diese Möglichkeit zulässt. Am teuersten ist demnach auf den ersten Blick die sogenannte Schwedenplatte, wobei dort oft schon die Fußbodenheizung und der Estrich enthalten sind, was an anderer Stelle Kosten spart. Ein Preisvergleich lohnt sich deshalb auf jeden Fall.

Kosten für die Außenwände

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Foto: Fotolia/Gina-Sanders

Ob Massivhaus mit Wärmedämmung oder Holzrahmenbau – die Möglichkeiten für den Wandaufbau sind sehr vielfältig. Um nicht den Überblick zu verlieren, werden für unser Beispielhaus beispielhaft nur drei Varianten mit einer Rohbauhöhe von 2,75 m verglichen, die jedoch alle die Voraussetzungen für eine KfW-Förderung erfüllen würden.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

Die geschätzten Kosten für die Außenwände des Beispielhauses würden sich je nach Variante folgendermaßen unterscheiden:

  • Porenbetonwand mit 240 mm Stärke, 100 mm EPS Dämmung als Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Wandstärke ohne Putz ca. 345 mm, U-Wert: 0,18.
    Kosten: ca. 20.000–25.000 €
  • Einschalige Außenwand mit Perlite gefüllten Ziegelsteinen ohne Extradämmung. Wandstärke ca. 365 mm, U-Wert 0,18.
    Kosten: ca. 27.500–32.500 €
  • Holzrahmenbau mit Holzfaserdämmplatte außen, mineralischen Dämmstoffen zwischen den Ständern und Beplankung mit Holzwerkstoffplatten und Gipskarton. Wandstärke ca. 350 mm, U-Wert 0,133.
    Kosten: ca. 24.500–30.000 €

Bewertung: Die Porenbetonwand mit WDVS-Dämmung ist in dieser Musterrechnung am günstigsten. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Wandstärke der Holzbauweise bei gleichem U-Wert wie die beiden anderen Bauweisen deutlich dünner ausfallen würde. Bei einem vergleichbaren U-Wert von 0,18 wären die Kosten der Holzbauweise mit denen der Porenbetonwand zu vergleichen, wobei die Wandstärke der Holzbauweise nur 25 cm betragen und damit für mehr Wohnraum sorgen würde. In unserem fiktiven Beispielhaus wären das rund 8 m2 mehr Wohnfläche, also auf jeden Fall eine Überlegung wert. Bei der Entscheidung für die Bauweise sollte allerdings nicht nur der Preis ausschlaggebend sein. So gibt es durchaus Argumente für die teure einschalige Perlite-Wand.

Kosten für Innenwände und Innenputz

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Foto:Fotolia/Ingo-Bartussek

Sind die Außenwände fertig, kommen die Innenwände samt Putz dazu. In Massivhäusern werden in der Regel verputzte Massivwände verwendet mit 11,5 cm Stärke für nichttragende und mit 17,5 cm Stärke für tragende Wände. Porenwände und Ziegelwände kosten dabei nahezu gleich viel. Wird sich wegen Schallschutz für Kalksandsteinwände entschieden, muss mit etwas höheren Kosten gerechnet werden. Beim Holzrahmenbau werden die Holzrahmen oder Metallständerkonstruktionen zur Schalldämmung mit Dämmstoffen ausgestopft und von innen mit Gipsfaserplatten, Gipskarton oder Holzwerkstoffplatten beplankt, sodass das Verputzen wegfällt.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

Die geschätzten Kosten für die Innenwände des fiktiven Beispielhauses (ca. 135 m2 Wand und 450 m2 Putzfläche, Qualitätsstufe Q2) würden je nach Variante folgendermaßen ausfallen:
1)      Massivwand mit Gipsputz.
Kosten: ca. 13.500–18.000 €

2)      Holzrahmenbau mit doppeltem Gipskarton.
Kosten: ca. 13.700–17.000 €

Bewertung: Die geschätzten Kosten für beide Varianten sind hier in etwa gleich. Werden andere Innenputze und höhere Qualitätsstufen (z. B. Q3 oder Q4) gewählt, kann der Preis für den Gipsputz allerdings noch steigen.

Kosten für die Geschossdecken

In einem Massivhaus werden als Zwischendecken meistens Betondecken verwendet. Beim Holzrahmenbau gibt es sichtbare Holzbalkendecken und geschlossene Holzbalkendecken, wobei die sichtbare Variante deutlich teurer ist, da bessere Holzqualitäten verwendet werden müssen. Die geschlossene Holzdecke wird an der Unterseite stattdessen mit günstigen Gipskartonplatten verschlossen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

Die geschätzten Kosten für die Geschossdecken des fiktiven Beispielhauses (ca. 90 m2 Fläche) belaufen sich in etwa wie folgt:

  • Verputzte und gespachtelte Betondecke.
    Kosten: ca. 10.000–13.000 €
  • Holzbalkendecke geschlossen
    Kosten: ca. 9.000–12.000 €
  • Sichtbare Holzbalkendecke
    Kosten: ca. 10.000–13.000 €

Bewertung: Die geschätzten Hausbaukosten für die Betondecke und die sichtbare Holzbalkendecke sind ähnlich. Etwas günstiger ist in der Musterrechnung die geschlossene Holzbalkendecke, die aber nur bei der Holzrahmenbauweise verwendet werden kann, nicht im Massivbau.

Kosten für die Fassade

Um die Fassade eines Hauses zu gestalten, gibt es unzählige Möglichkeiten. Für unser fiktives Beispielhaus haben wir daraus drei beliebte Varianten ausgewählt, wobei für unsere Beispielrechnung davon ausgegangen wird, dass der bisherige Wandaufbau nicht verändert werden soll, sondern die vorgehängte und die Klinkerfassade jeweils zusätzlich aufgebracht werden. Zudem wird von durchschnittlichen Materialpreisen ausgegangen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

Die geschätzten Kosten für die Fassadengestaltung des fiktiven Beispielhauses in verschiedenen Varianten werden nachfolgend aufgelistet:

  • Außenputzfassade mit hellen Deckfarben.
    Kosten: ca. 5.800–10.000 €
  • Holzverschalung als Rhombus- oder Deckelschalung.
    Kosten: ca. 9.500–14.500 €
  • Klinkerfassade.
    Kosten: ca. 12.500–15.000 €

Bewertung: Zwar sieht es in unserer Musterrechnung auf den ersten Blick so aus, als sei die Klinkerfassade am teuersten. Dafür fallen bei der Klinkerfassade die Pflegekosten und die Instandhaltungskosten deutlich geringer aus als bei den anderen beiden Varianten und ist deshalb auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Erste Zwischenrechnung „Rohbau“ für das Beispielhaus

Bauteil Geschätzte Kosten
Bodenplatte 10.000–13.900 €
Außenwände 20.000–32.500 €
Innenwände und Innenputz 13.500–18.000 €
Geschossdecke 9.000–13.000 €
Fassade 5.800–15.000 €
Summe 58.300–92.500


Bei den geschätzten Kosten ist hier schon jetzt eine Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Betrag zu sehen. Das zeigt, wie schwierig es ist, die Hausbaukosten richtig einzuschätzen.

Hausbaukosten Dach, Fenster, Haustür

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Foto: Fotolia/ftfoxfoto

Bodenplatte und Außenwände sind jetzt fertig. Weiter geht es mit dem Dach, den Fenstern und Haustüren. Die Kosten für das Dach setzen sich in der Regel aus den Kosten für Dachstuhl/Eindeckung und für die Dachdämmung zusammen. Nachfolgend werden alle Posten dieses Bauabschnitts bezogen auf das Beispielhaus beschrieben und aufgelistet.

Kosten für Dachstuhl und Eindeckung

Das fiktive Beispielhaus hat ein einfaches Satteldach mit einer Neigung von 45° einem Dachüberstand von 50 cm. Um die Kosten niedrig zu halten, werden bei unserem Beispielhaus einfache Glattkantbretter an den Stirnseiten und Untersichtschalung an den Traufseiten verwendet. Bei den Zahlen handelt es sich um geschätzte Musterzahlen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Dach mit Betondachstein „Frankfurter Pfanne“.
    Kosten: 20.500–23.000 €
  • Dach mit engobierten/beschichtete Tonziegeln.
    Kosten: 22.500–25.000 €
  • Dach mit Biberschwanzeindeckung.
    Kosten: 24.500–26.500 €

Bewertung: Das Dach mit Betondachstein „Frankfurter Pfanne“ ist damit laut Musterrechnung am günstigsten. Beschichtete Betonziegel liegen preislich etwa gleich mit echten Tonziegeln. Bei der Eindeckung kann je nach Wahl der Dachziegel viel gespart werden.

Kosten für die Dachdämmung

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Foto: Fotolia/Alterfalter

Die Möglichkeiten für eine gute Dachdämmung sind sehr vielseitig – von der einfachen Zwischensparrendämmung bis zum komplett gedämmten Dach zum Ausbauen. Für unser fiktives Beispielhaus werden zwei Varianten der Zwischensparrendämmung für einen geschätzten Preisvergleich herangezogen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Zwischensparrendämmung mit Mineralwolle 240 mm, Dampfsperre und Gipskarton in Dach und Kehlbalkendecke, U-Wert: 0,167 W/m²K, Phasenverschiebung: 6,6.
    Kosten: 3.000–3.700 €
  • Zwischensparrendämmung mit Holzfaser-Einblasdämmung, Holzwerkstoffplatten als winddichte Ebene und Aufsparrendämmung mit 60 mm Holzfaserplatten in Dach und Kehlbalkendecke, U-Wert: 0,151 W/m²K, Phasenverschiebung: 14,5 h
    Kosten: 7.000–9.000 €

Bewertung: Die einfache Dämmung mit Mineralwolle ist in unserer Musterrechnung deutlich günstiger. Allerdings ist die Holzfaser-Einblasdämmung die ökologischere Variante und bietet im Sommer eine bessere Dämmung.

Kosten für Fenster und Haustür

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Foto: Fotolia/Robert-Kneschke

Fenster sind immer ein hoher Kostenfaktor. Dabei wirken sich folgende Aspekte auf den Preis aus: Material, Größe, Farbe, Dämmwert, Sprossen, Rollläden mit/ohne elektrischen Antrieb, Sicherheitsglas, Schallschutzglas, Ornamentgläser, Insektenschutz und Beschläge. Für das fiktive Beispielhaus wurden die geschätzten Musterkosten für drei Kunststofffenster-Varianten für eine angenommene Fensterfläche von 24 m2 herangezogen. Zusätzlich wird von einer einzigen Haustür ausgegangen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Einfache weiße Kunststofffenster (gerade noch EnEV); Fensterbank innen Werzalit.
    Kosten: 8.500–10.500 €
  • Sehr gut dämmende Kunststofffenster ohne Rollladen; Fensterbank innen Werzalit.
    Kosten: 10.000–12.000 €
  • Sehr gut dämmende Kunststofffenster mit Aufbau-Rollladen (Gurtsystem); Fensterbank innen Marmor.
    Kosten: 15.500–17.500 €
  • Haustür ganz nach Geschmack, inkl. Einbau.
    Kosten: 800–2.500 €

Bewertung: Fenster sind besonders günstig, wenn man sich für möglichst einfache Modelle entscheidet. Allerdings haben diese schlechtere Dämmeigenschaften, was sich später aber in höheren Heizkosten niederschlagen kann. Deshalb sind gut dämmende Fenster vorzuziehen, denn der Aufpreis ist nur gering. Unnötige Extras wie Marmorfensterbänke oder Rollladen treiben den Preis dagegen deutlich in die Höhe. Bei der Haustür kommt es auf den persönlichen Geschmack an. Schicke Holztüren oder besondere Seitenteile verteuern den Preis. Da man im Gegensatz zu den Fenstern aber nur eine einzige Haustür braucht, schlägt dieser Posten auch bei Wahl eines teuren Exemplars insgesamt nicht so hoch zu Buche.

Zweite Zwischenrechnung „Dach, Fenster, Haustür“ für das Beispielhaus

Bauteil Geschätzte Kosten
Dacheindeckung 20.500– 26.500 €
Dachdämmung 3.000– 9.000 €
Fenster 8.500–17.500 €
Haustür 800–2.500 €
Summe Dach, Fenster, Haustür 32.800–55.500 €
Übertrag erste Zwischenrechnung 58.300–92.500 €
Summe gesamt bisher 91.100–148.000 €

 

Inzwischen liegt die geschätzte Preisspanne in der Gesamtschau bei 56.900 €, was die Schwierigkeit der Hausbaukosten-Kalkulation noch mal deutlicher werden lässt.

Hausbaukosten Technik

Rohbau, Dach, Fenster und Haustür sind fertig. Jetzt geht es um die Haustechnik. Nachfolgend werden alle Posten dieses Bauabschnitts bezogen auf das fiktive Beispielhaus beschrieben und die geschätzten Kosten aufgelistet.

Kosten für die Elektrik

Dies Kosten für die Elektrik im Haus hängen maßgeblich von den Wünschen des Bauherren ab, die von der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestausstattung bis zur kompletten Hausautomatisierung reichen können. Für unser fiktives Beispielhaus wird für die grobe Preisschätzung die Mindestausstattung nach DIN 18015-2 zugrunde gelegt.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Normale Verkabelung von Licht und Strom mit Grundinstallation und einfachen Lichtschaltern und Steckdosen.
    Kosten: 6.500–8.500 €

 

Kosten für die Heizung

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Foto: Fotolia/vchalup

Im Bereich der Heizungsanlagen hat sich in den letzten Jahren viel getan. Je nach gewählter Heizungsart fallen dabei unterschiedliche Kosten an. Für das Beispielhaus werden die geschätzten Kosten für drei beliebte Heizungsarten verglichen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Gas-Brennwerttherme mit Solarunterstützung, inkl. Installation, Schornstein, Gasanschluss und Solarthermie-Anlage mit Pufferspeicher auf dem Dach.
    Kosten: ca. 11.000–16.000 €
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Brauchwasserspeicher als Splitgerät, inklusive Einbau.
    Kosten: ca. 9.500–14.500 €
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe, inkl. Installation, Bodengutachten und Tiefenbohrung.
    Kosten: ca. 19.000–24.000 €

Kosten für die Heizkörper/Fußbodenheizung

Für moderne Heizsysteme werden Heizkörper kaum noch eingesetzt. Deshalb wird für unser Beispielhaus mit 120 m2 Wohnfläche eine Fußbodenheizung als Beispiel herangezogen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Normale wasserführende Fußbodenheizung mit Estrich.
    Kosten: ca. 7.000–10.000 €

Kosten für die Sanitäranlagen

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Foto: Fotolia/Pavlo-Vakhrushev

Bei der Sanitärinstallation hängen die Preise wieder sehr von den Ansprüchen des Bauherren ab. Dabei stellen wir für unser Beispielhaus den geschätzten Preis eines günstigen Baumarkt-Badezimmers dem geschätzten Preis eines Luxus-Badezimmers mit teuren Armaturen gegenüber, beide Varianten jeweils mit Dusche und Badewanne.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

1)      Einfache Sanitärausstattung.
Kosten: 6.500–8.500 €

2)      Gehobene Sanitärausstattung.
Kosten: 9.500–11.500 €

Kosten für die Lüftung

Um ein Haus zu lüften, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die sich in Preis und Leistung deutlich unterscheiden. Für unser fiktives Beispielhaus werden die geschätzten Hausbaukosten für drei verschiedene Varianten dem klassischen Fensteröffnen gegenübergestellt.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Manuelle Fensterlüftung durchs Fensteröffnen.
    Kosten: 0 €
  • Automatische Fensterlüftung über geregelte Öffnungen an den Fenstern.
    Kosten: 650–1.200 €
  • Dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung.
    Kosten: 4.500–8.500 €
  • Zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.
    Kosten: 8.500–12.500 €

Bewertung: Das klassische Lüften durch Öffnen der Fenster kostet zwar nichts. Wer viel außer Haus ist, der schafft es aber oft nicht, das Haus ausreichend mit einfachem Fensteröffnen zu lüften, sodass es zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmel kommen kann. Eine automatische Fensteröffnung sollte deshalb zumindest nachgedacht werden. Die hohen Anschaffungskosten für eine zentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung amortisieren sich übrigens in der Regel größtenteils durch die dadurch eingesparten Energiekosten.

Dritte Zwischenrechnung „Technik“ für das Beispielhaus bisher

Bauteil Geschätzte Kosten
Elektrik 6.500–8.500
Heizung 9.500–24.000
Wärmeverteilung 7.000–10.000
Sanitärinstallation 6.500–11.500 €
Lüftung 0–12.500 €
Summe Technik 29.500–66.500 €
Übertrag zweite Zwischenrechnung 91.100–148.000 €
Summe gesamt bisher 120.600–214.500 €

 

Bei dieser Zwischenrechnung ist deutlich zu erkennen, dass die geschätzte Preisspanne je nach Ausstattung und Komfort immer weiter zunimmt. Bis zu diesem Punkt beträgt die geschätzte Preisspanne schon 93.900 €.

Hausbaukosten Innenausbau

Inzwischen steht das Haus und ist mit Haustechnik ausgestattet. Nun geht es innen weiter. Nachfolgend werden alle Posten dieses Bauabschnitts bezogen auf das fiktive Beispielhaus beschrieben und die geschätzten Kosten werden aufgelistet.

Kosten für den Innenausbau

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Foto: Fotolia/Robert-Kneschke

Um in unser Beispielhaus einziehen zu können, fehlt jetzt noch der Innenaunsbau. Dazu gehören unter anderem die Innentüren, Fliesen, Treppen, Boden- und Wandbeläge. Für unser Beispielhaus haben wir möglichst günstige, aber ausreichende Merkmale gewählt. Da Boden- und Wandbeläge meistens in Eigenleistung erledigt werden und die Kosten extrem unterschiedlich ausfallen können, wird dieser Posten nicht in die Musterrechnung einbezogen.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Sieben Innentüren, inkl. Einbau.
    Kosten: 2.000–4.500 €
  • Fliesen für Bäder, Flure und Hauswirtschaftsraum, ca. 80 m2, inkl. Verlege2.
    Kosten: 5.500–7.500 €
  • Holztreppe, inkl. Montage.
    Kosten: 3.000–5.000 €
  • Boden- und Wandbeläge.
    Kosten: variabel, wird meistens in Eigenarbeit erledigt

Vierte Zwischenrechnung „Innenausbau“ für das Beispielhaus bisher

Bauteil Geschätzte Kosten
Innentüren 2.000–4.500 €
Fliesen 5.500–7.500 €
Treppe 3.000–5.000 €
Summe Innenausbau 10.500–17.000 €
Übertrag dritte Zwischenrechnung 120.600–214.500 €
Summe gesamt bisher 131.100–231.500 €

Hausbaukosten Architekt/Baufirma

Für einen Hausbau sind ein Architekt, ein Statiker, ein Bauleiter und ein Energieberater nötig, um alles im Blick zu behalten. Die Preise unterscheiden sich dabei erheblich von Anbieter zu Anbieter, wobei für die geschätzten Musterzahlen ein grober Mittelwert herangezogen wurde.

Beispielrechnung anhand geschätzter Musterzahlen:

  • Freier Architekt, Statiker und Energieberater.
    Kosten: ca. 15.500–36.000 €
  • Baufirma für schlüsselfertiges Bauen.
    Kosten: ca. 24.500–39.000 €

Bewertung: Bei einem Komplettanbieter hat man alles aus einer Hand und muss sich nicht um Koordination kümmern. Dafür liegt der Pauschalpreis für die Betreuung unter Umständen über den Preisen für einen freien Architekten. Ein Vergleich lohnt sich also auf jeden Fall

Zusammenfassung – das kostet unser fiktives Beispielhaus

Unser Beispielhaus ist fertig! In der nachfolgenden Beispielrechnung sind alle Posten, deren genannte Kosten alle auf geschätzten Musterzahlen beruhen und nicht auf andere Bauprojekte übertragbar sind, noch mal zusammengefasst. Dabei liegt die Preisspanne zwischen der günstigsten und der teuersten Variante bei unserem fiktiven Beispielhaus bei geschätzten 123.900 €. Wichtig: Für jedes andere Bauprojekt gelten auch andere Zahlen!

Erste Zwischenrechnung – Rohbau Geschätzte Kosten
Bodenplatte 10.000–14.000 €
Außenwände 20.000–32.500 €
Fassade 5.800–15.000 €
Innenwände und Innenputz 13.500–18.000 €
Geschossdecke 9.000–13.000 €
Summe Erste Zwischenrechnung 58.300–92.500 €
Zweite Zwischenrechnung – Dach/Fenster/Haustür
Dacheindeckung 20.500–26.500 €
Dachdämmung 3.000–9.000 €
Fenster 8.500–17.500 €
Haustüren 850–2.500 €
Summe Zweite Zwischenrechnung 32.800–55.500
Dritte Zwischenrechnung – Technik
Elektrik 6.500–8.500 €
Heizung 9.500–24.000 €
Wärmeverteilung 7.000–10.000 €
Sanitärinstallation 6.500–11.500 €
Lüftung 0–12.500 €
Summe Dritte Zwischenrechnung 29.500–66.500 €
Vierte Zwischenrechnung – Innenausbau
Innentüren 2.000–4.500 €
Fliesen 5.500–7.500 €
Treppe 3.000–5.000 €
Summe Vierte Zwischenrechnung 10.500–17.000 €
Fünfte Zwischenrechnung – Architekt/Baufirma
Architekt oder Baufirma 15.500–39.000 €
Geschätzter Gesamtpreis 
(nicht auf andere Projekte übertragbar)
146.600270.500 €

Achtung: Baunebenkosten nicht vergessen! Neben den Hausbaukosten selbst fallen beim Hausbau zusätzlich verschiedene Baunebenkosten an, die von vielen Bauherren bei der Kalkulation vergessen werden. Dabei können sie insgesamt mit mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen. Zu den Baunebenkosten gehören Honorare für Makler und Notar sowie die Kosten für Grundsteuer, Grunderwerbssteuer, Baugenehmigung, Grundstücksvermessung und Eintrag in Liegenschaftskataster und Grundbuch, Erschließung des Grundstücks (Anschluss an Energie- und Wasserversorgung, Kanalisation, Telefonnetz etc.) und Versicherungen (Bauherrenhaftpflichtversicherung, Wohngebäudeversicherung etc.). Viel zu drehen oder einzusparen, gibt es bei den Baunebenkosten nicht. Außerdem sind diese Kosten von Projekt zu Projekt völlig unterschiedlich, sodass sie für ein fiktives Beispielhaus nicht kalkuliert werden können. Insgesamt belaufen sich die Baunebenkosten in der Regel aber auf ca. 15–20 % der Bausumme.

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