Haus des Jahres 2019

Über 7.000 Häuser haben Peter Schuckhardt und seine Mitarbeiter von Schuckhardt Massiv-Haus seit 1988 deutschlandweit gebaut – jedes einzelne davon wurde als Unikat geplant und gebaut. Im Gespräch mit dem Bauratgeber Deutschland berichtet Hr. Schuckhardt davon, wie solch ein individuelles Haus entsteht.

Bauratgeber-Deutschland: Hr. Schuckhardt rund 250 Familien haben sich im letzten Jahr für ein Schuckhardt Massivhaus entschieden. Warum?

Peter Schuckhardt: Uns zeichnet einfach die Individualität aus. Das ist unsere Stärke. Wir verkaufen kein Haus von der Stange, sondern gehen sehr individuell auf den Kunden ein. Wir sind z. B. individuell aufgestellt, was die Wandbaustoffe angeht. Wir sind in der Grundrissplanung dadurch dass wir Stein auf Stein bauen sehr, sehr flexibel. Wir können planen, ob Sie sich die Wand zehn Zentimeter weiter nach links oder rechts wünschen und erstellen dann auch eine individuelle Statik. Das zieht sich bis in die Bauausführung. Wir bauen das Haus, so wie es die Kunden haben wollen: Mit Zusatzleistung oder auch mit Gutschriften durch Eigenleistungen.

Bauratgeber-Deutschland: Wie sieht diese individuelle Planung aus? Was erwartet einen Interessenten, wenn er ein Haus mit Ihnen planen möchte?

Peter Schuckhardt: Das kommt darauf an, ob die Interessenten konkrete Vorstellungen haben, ob Sie sagen: „Ich könnte mir das so und so vorstellen.“ oder ob Sie auf uns zukommen und erklären „Ich möchte eine Stadtvilla, einen Bauhausstil oder anderthalbgeschossig mit Satteldach bauen.“ Nachdem wir eine Bedarfsermittlung durchgeführt haben, zeichnen wir eine Visualisierung mit Ansichten, Grundrissen und Schnitten. So erhalten unsere Interessen eine genaue Vorstellung. Im Anschluss erstellen wir eine Kalkulation mit den eventuellen Zusätzen zu unserer Bauleistungsbeschreibung. Diese enthält vielleicht noch Außenanlagen, einen Carport, eine Terrasse oder sonstige Dinge. Für gewünschte Eigenleistungen wie z. B. Fliesen oder auch Innentüren erhalten die Interessenten dann Gutschriften.

Bauratgeber-Deutschland: Wie geht es nach dem ersten Planungsgespräch und Ihrem Angebot weiter?

Peter Schuckhardt: Der Erstentwurf sitzt ja meistens noch nicht hundertprozentig, wie es die Interessenten haben möchten. Dann passen wir diese Entwürfe an, bis es ihren Wünschen entspricht. Wir prüfen das Grundstück auch anhand des Bebauungsplans und natürlich fahren wir auch raus und schauen uns das Grundstück an. So sehen wir das Gefälle, die Himmelsrichtungen von allen Details wie z. B. von der Zufahrt, von der Zugänglichkeit usw. Nach weiteren Detailgesprächen folgt die Vertragsunterschrift. Auch dann sind immer noch mehr Änderungen möglich. Die Leute bekommen natürlich noch mal eine detaillierte Zeichnung und da können Sie immer auch noch Änderungen machen, bevor wir den Bauantrag dann final einreichen.

Bauratgeber-Deutschland: Je individueller der Hausbau, desto teurer wird das Haus. Stimmt das?

Peter Schuckhardt: Da wir sehr viel individuelle Häuser bauen, macht das preislich keinen Unterschied. Es ist für uns und unsere Bauherren ein Vorteil, dass wir mit eigenen Leuten in der Planungsphase arbeiten. Bei uns ist es egal, ob das jetzt ein Typenhaus oder ein frei geplantes Haus ist. Das machen wir zum gleichen Preis.

Bauratgeber-Deutschland: Ab welchem Zeitpunkt macht eine konkrete Hausplanung wirklich Sinn?

Peter Schuckhardt: Für uns ist es natürlich von Vorteil, wenn die Bauherren schon ein Grundstück haben. Wir bieten unseren Bauherren auch selbst Grundstücke an oder stellen über unsere Partner entsprechende Grundstücke deutschlandweit zur Verfügung. Solange das Grundstück nicht feststeht, macht es relativ wenig Sinn, bis ins Detail der Hausplanung zu gehen. Wenn Sie z. B. sagen, ich möchte unbedingt einen Bauhausstil haben mit zwei Vollgeschossen und Sie finden aber ein Grundstück, auf dem nur anderthalbgeschossig gebaut werden kann, dann müssen Sie Ihren Baustil anpassen.

Bauratgeber-Deutschland: Stichwort Grundstück: Wie beeinflussen die Grundstückspreise in Deutschland den Hausbau?

Peter Schuckhardt: Wir bauen ja in sehr, sehr vielen Gebieten in Deutschland. Wenn man so um die Großstädte und guckt, dann hat man natürlich schon Bedenken. Gerade im Rhein-Main-Gebiet mit Preisen zwischen 1000 und 1500 €/m2, fragt man sich dann schon, wer da noch ein Haus bauen kann. Aus diesem Grund wird immer kompakter gebaut. Die Grundstücke werden immer kleiner, es werden sehr, sehr viel Doppelhäuser gebaut, um den Grundstücksanteil zu minimieren.

Bauratgeber-Deutschland: Welchen Energiestandard bieten Sie Ihren Kunden an, wenn Sie ihren Hausbau planen?

Peter Schuckhardt: Unser Standard ist das KfW 55 Haus. Laut Bau- und Leistungsbeschreibung bauen wir mit einem 36,5 cm monolithischen Mauerwerk aus Porenbeton oder Poroton. Im Dach nutzen wir 24 cm starke Mineralwolle der WLG 035. Als Heiztechnik setzen wir Viessmann-Geräte wie z. B. Luft- Wasser-Wärmepumpen als Splitgeräte ein. Dazu haben wir natürlich eine Fußbodenheizung. Was den Fensterbau angeht, arbeiten wir mit der Firma Bröse aus Sachsen-Anhalt zusammen. Die bauen sehr, sehr hochwertig Fenster mit Dreifach-Verglasung.

Bauratgeber-Deutschland: Warum ist der energieeffiziente Hausbau aus Ihrer Sicht wichtig?

Peter Schuckhardt: Ich denke, im Klimaschutz müssen wir schon eine ganze Menge machen. Deswegen finde ich es gut, dass elektrische Heizenergie und Wärmepumpen stärker gefördert werden und stärker in den Vordergrund rücken als Öl- oder Gasheizung. Was Photovoltaikanlagen oder Energiespeicher angeht, ist das auch immer eine Ermessenssache des Bauherren. Die aktuellen, finanziellen Spielräume die er hat, entscheiden oft über die Ausstattung. Natürlich macht das energieeffiziente Bauen Sinn: Die Zukunft wird immer mehr auf das Null-Energie-Haus oder das autarke Haus hingehen. Aber davon sind wir aktuell, denke ich, noch ein bisschen entfernt.

In der spezifischen Hausplanung müssen viele äußere Faktoren, auch Grundstücksfaktoren wie die Ausrichtung des Hauses beachtet werden. Es amortisiert sich nicht gleich und ist erstmal ein hoher finanzieller Aufwand. Aber wie gesagt, KfW 55 ist unser Standard. Ich sehe es heute als unsere Mission und unsere Verpflichtung, dass wir das in der Richtung bauen, weil wir heute schon Werthaltigkeit schaffen wollen, auch wenn unsere Bauherren noch gar nicht an den Wiederverkauf denken.

Bauratgeber-Deutschland: Schuckhardt Massiv-Haus ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen. Was bedeutet das für Ihre Bauherren?

Peter Schuckhardt: Für mich hat auch heute noch jedes Projekt einen sehr, sehr hohen Stellenwert. Ich kümmere mich persönlich, wenn irgendwo etwas positiv oder negativ passiert und habe auch Handwerkerehre in mir. Für mich ist es wichtig, dass klar ist, dass wir nicht irgendein Massenprodukt erstellen. Wir sind Dienstleister und der Kunde ist der Mittelpunkt. Das ist derjenige, dem wir uns natürlich auch verpflichten und auch gerne die Verpflichtung übernehmen, damit wir unsere Leistung so abliefern, wie er sie sich vorstellt.

Bauratgeber-Deutschland: Ist es ein Vorteil für Ihre Kunden, dass Sie selbst früher auf Ihren Baustellen standen?

Peter Schuckhardt: Es wichtig, dass man weiß, über was man redet. Ich habe vor knapp 30 Jahren selbst gemauert, seit dem hat sich viel verändert. Hier bleiben wir immer auf dem Laufenden. Trotzdem hilft auch heute die Erfahrung – deswegen habe ich es nie bereut, auch mal Steine in der Hand gehabt zu haben.

Bauratgeber-Deutschland: Sie sagen, dass der Hausbau sich immer weiterentwickelt. Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter darauf vor?

Peter Schuckhardt: Ich lege großen Wert darauf, dass sich unsere Leute weiterbilden. Insbesondere wenn es neue Richtlinien gibt wie eine neue EnEV schulen wir unsere Mitarbeiter. Wir haben bei unseren Partnern wie Ytong, Brömse, Viessmann ein bis zwei Mal im Jahr Schulungen. Wir besuchen aber auch fachspezifische Schulungen, die z. B. vom Architektenverband angeboten werden.

1988 von Peter Schuckhardt gegründet, startete das inhabergeführte Familienunternehmen Schuckhardt Massiv-Haus als kleiner Baubetrieb für Bauherren aus der Taunus-Region. Seitdem 1992 der aktive Vertrieb begonnen wurde, baute das Unternehmen aus Usingen nahe Frankfurt a. M. über 7.000 frei geplante Massivhäuser in ganz Deutschland. Heute planen und bauen Peter Schuckhardt und seine Mitarbeiter zwischen 200 und 250 Häuser pro Jahr.

 www.schuckhardt.de

Im Alter von 23 Jahren gründete der studierte Bauingenieur und Betriebswirt Peter Schuckhardt das Unternehmen Schuckhardt Massiv-Haus. Der gebürtige Frankfurter arbeitete während der ersten Jahre noch selbst auf der Baustelle mit. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Frau wohnt er in Usingen-Eschbach in der vor ihm sehr geliebten Taunus-Region. In seiner Freizeit spielt er Tennis, Golf und läuft gerne Ski.

 

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