Aktuell Bau GmbH

Wenn es um energiesparendes Bauen geht, sind energieeffiziente Gebäudetechnik, optimaler Wärmeschutz und Einbindung erneuerbarer Energien besonders wichtig. Anwendernutzen, Ausstattung, Zukunftsfähigkeit, Werterhalt und Kosten haben für jeden Immobilieninteressenten nicht weniger Bedeutung.

Die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. mit Sitz in Berlin ist ein Verbund von Energieunternehmen, Technologieanbietern, installierenden Fachhandwerken und Großhandel. Sie bündelt die Kompetenz der Partner, um bei all diesen Fragestellungen die Möglichkeiten der effizienten Energieanwendung bekannter zu machen.

www.bauratgeber-deutschland.de: HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung, das klingt erst mal kompliziert. Wer genau ist und wofür steht die HEA?

Dr. Jan Witt: Die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V., mit Sitz in Berlin, ist ein Marktpartnerverbund von rund 900 Energieversorgern, 70 Geräteherstellern, dem Fachgroßhandel und den Fachhandwerken. Effiziente Energieanwendung ist Leitthema und Grundlage der Verbandsarbeit. Die Fachgemeinschaft bündelt die Kompetenz der Partner im Sinne einer energieeffizienten, komfortablen und sicheren Energieanwendung.
Die HEA-Fachgemeinschaft begleitet, bewertet und fördert energieeffiziente Technologien und Innovationen für mehr Umwelt- und Kundennutzen. Schwerpunkte unserer Arbeit sind die technologische Fortentwicklung und entsprechende Informations- und Aufklärungsarbeit, die Verbesserung des Marktumfeldes für effiziente und nachhaltig arbeitende Geräte, Anlagen und Systeme und die für die Steigerung der Energieeffizienz erforderlichen Energiedienstleistungen.

www.bauratgeber-deutschland.de: Der effiziente Umgang mit Energie ist nun schon seit einiger Zeit wieder stark in der Diskussion. Wie genau kann ich als privater Bauherr oderImmobilienbesitzer von Ihren Angeboten profitieren?

Dr. Jan Witt: Energieeffizienz hat eine hohe gesellschaftliche und politische Akzeptanz. Erfolge lassen sich insbesondere schnell in den Bereichen erzielen, in denen bisher mit Energie relativ verschwenderisch umgegangen worden ist. Und dies ist neben dem Verkehrssektor die Raumwärme. Private Bauherren und Besitzer von Wohnimmobilien tragen zur Steigerung der Energieeffizienz ihrer Gebäude bei, indem sie die Wärmedämmung der Gebäudehülle optimieren und eine energieeffiziente Haustechnik einbauen. Hinzu kommt eine moderne Elektro-Installation als Basis für Systemoptimierungen. Genau zu diesen Themen finden bei uns potenzielle Investoren, Bauherren und Modernisierer Informationen mit Praxisbezug. Es lohnt sich beispielsweise, die mit unseren Partnern gestaltete Internetseite www.energiesparhaus-plus.de zu besuchen, wenn man in energieeffiziente Technik investieren und dabei in mehrerer Hinsicht gewinnen möchte. Denn Energieeffizienz senkt nicht nur die Energiekosten, sondern steigert auch den Komfort.

www.bauratgeber-deutschland.de: Spätestens mit der nächsten Heizkostenrechnung dürfte das Thema Energiekosten wieder schmerzhaft präsent sein. Was bietet Ihre Initiative WÄRME+?

Dr. Jan Witt: Die Zeiten, in denen Energie billig war, sind schon seit langem vorbei. Gefragt sind daher energieeffiziente Technologien. Über 80 Prozent der Endenergie im Haushalt werden für Heizung und Warmwasserbereitung aufgewendet. Um die hier schlummernden Einsparpotenziale auszuschöpfen, sind – neben dem optimierten Wärmeschutz – verbesserte Heizungsanlagen, ein entsprechendes Lüftungskonzept und die Einbindung kostenloser regenerativer Energien wie Solar- und Umweltwärme erforderlich.
In Deutschland haben wir rund 11 Millionen Einfamilienhäuser. Der durchschnittliche Heizenergieverbrauch ist bei jüngeren Gebäuden geringer als bei Häusern, die vor 10, 20, 30 oder 50 Jahren gebaut wurden. Der tatsächlich gemessene Verbrauch streut jedoch selbst in den neuen Gebäuden erheblich. Er hängt weit weniger als erwartet vom Baualter des Gebäudes ab und liegt nach unseren Erhebungen innerhalb eines breiten Bandes von umgerechnet 10 bis 30 Liter Heizöläquivalent je Quadratmeter Wohnfläche.
Wo liegen die Ursachen? Ist es die unzureichende Qualität der Gebäudehülle, die veraltete oder schlecht eingestellte Anlagentechnik oder einfach die Unkenntnis zum richtigen Umgang mit Gebäude und Technik? Die HEA und die Initiative WÄRME+ vermitteln hier notwendiges Wissen für alle Bauinteressenten, Bauherren und Modernisierer und stellen entsprechende Planungshilfen zur Verfügung.

www.bauratgeber-deutschland.de: Neben der Bereitstellung von Wärme verbinden die meisten Menschen mit dem Stichwort Energieeinsparung sicherlich den Stromverbrauch. Jenseits der Energiesparlampe, welche Möglichkeiten habe ich?

Dr. Jan Witt: Man muss sich über den Hintergrund im Klaren sein: Der Anteil des Stroms an der insgesamt im privaten Haushalt benötigten Endenergie liegt derzeit bei 20 Prozent. Dieser Strom wird benötigt für die Haushaltsgeräte, die Warmwasserbereitung, die Kommunikation und die Beleuchtung. Er ist auch nicht zu ersetzen, sondern notwendig, wenn er als Hilfsenergie zur Energieeinsparung insgesamt führt: Bei effizient arbeitenden Heizungsanlagen, Umwälzpumpen, bei einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung,
beim Betrieb von Solarkollektor-Anlagen. In allen Anwendungsbereichen gilt es, so wenig Strom wie möglich einzusetzen.

www.bauratgeber-deutschland.de: Unter den Stichworten Smart Meter und Smart Grid konnte man zuletzt sehr unterschiedliche Meinungen zu Sinn, Möglichkeiten und auch Risiken intelligenter Haustechnik lesen. Welche Position vertritt die HEA dazu?

Dr. Jan Witt: Unter Smart Meter versteht man elektronische Zähler, sogenannte „intelligente“ Zähler. Sie werden nach und nach die uns bisher vertrauten Ferraris-Zähler ersetzen. Zunächst die Vorgabe des Gesetzgebers: Seit dem Jahr 2010 muss der Messstellenbetreiber in allen Neubauten Smart Meter einbauen – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Und er muss allen seinen bisherigen Kunden die Möglichkeit anbieten, derartige Zähler zu nutzen, wenn sie es wünschen.
Der Verbraucher kann so z. B. über die Visualisierung mit Anzeigedisplays seinen Stromverbrauch unmittelbar verfolgen und ihn bewusster steuern. Mittelfristig gesehen, werden Smart Meter die „Energieversorgungslandschaft“ grundlegend verändern. Sie werden zu einer bidirektionalen Schnittstelle zwischen dem Gebäude und der Energiebereitstellung. Mit intelligenter Gebäudevernetzung lässt sich die gesamte Haustechnik energie- und kostensparend steuern und regeln. Photovoltaik-Anlagen, kleine Blockheizkraftwerke oder die Einsatzzeiten von Wärmepumpen lassen sich optimal an den Bedarf anpassen.

www.bauratgeber-deutschland.de: Welche Möglichkeiten gibt es denn im privaten Bereich, effizienter mit Energie umzugehen?

Dr. Jan Witt: Private Verbraucher benötigen Energie für Raumwärme, Warmwasser, Haushaltsgeräte, Beleuchtung, Kommunikation und – nicht zu vergessen! – für den Betrieb des privaten PKW. Im Wohngebäude nimmt die Ausstattung mit Geräten in der Tat weiter zu. In fast allen Haushalten sind heute Computer und Netzwerke mit entsprechender Peripherie unverzichtbar geworden.
Neue Haushaltsgroßgeräte bieten jede Menge Extras, die z. B. das Kühlen, Gefrieren, Waschen, Trocknen, Geschirr spülen oder Kochen besser und angenehmer machen. Doch moderne Geräte dieser Art sind in der Regel energiesparender als Altgeräte. Dies gilt bei entsprechender Wahl auch für Fernseher, für die daher auch ein eigenes Energielabel eingeführt wurde. Entscheidungshilfen und Kriterien für den Neukauf stellen ihm Institutionen zur Verfügung, die sich mit der Energieberatung befassen.
Einen schnellen Überblick über den Energieverbrauch vieler Geräte liefern die Energielabel. Für sämtliche Haushalts-Großgeräte bietet unsere Initiative HAUSGERÄTE+ Tipps für ihre Nutzung und stellt für alle Gerätegruppen Checklisten für die Kaufentscheidung zur Verfügung.

www.bauratgeber-deutschland.de: Um konkret nachzufragen, wie groß ist denn das Einsparpotenzial bei modernen Kühlschränken oder Geschirrspülern? Wie schnell rechnet sich der Kauf?

Dr. Jan Witt: Kühlschrank, Geschirrspüler Waschmaschine und Herd sind in fast allen Haushalten zu finden. Durchschnittlich stehen vier Elektro- Großgeräte in jedem der rund 39 Mio. Haushalte in Deutschland. Zusammen sind sie für rund ein Drittel des privaten Stromverbrauchs verantwortlich. Alle Geräte sind in den letzten Jahren deutlich sparsamer geworden. Und bei allen Gerätegruppen gibt es besonders sparsame. Oft lohnt sich der Austausch einer alten Maschine auch finanziell, bevor sie endgültig funktionsuntüchtig geworden ist.
Betrachten wir beispielsweise die Durchschnittsverbräuche an Strom und Wasser für einen 3-Personen-Haushalt bei einem 60 cm breiten Geschirrspüler. Geräte des Baujahrs 1990 hatten einen jährlichen Stromverbrauch von 360 kWh und einen jährlichen Wasserverbrauch von fast 6000 Litern. Bei heutigen Top-Geräten liegt der Stromverbrauch nur noch bei 220 kWh und der Wasserverbrauch bei 2500 Litern pro Jahr. Kühlschränke der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ benötigen ca. 60 Prozent weniger Energie als Geräte der Klasse A. Der niedrigere Energieverbrauch der energieeffizienteren Kühlschränke kompensiert die höheren Anschaffungskosten innerhalb der Lebensdauer des Gerätes.
80 Prozent der heute verkauften Geräte gehören bereits in die Klasse der Plus-Label. Inzwischen ist der Energieverbrauch für zwei Drittel der Kunden ein wichtiges Verkaufsargument, die Kauf-Entscheidung fällt jedoch bei der Bedienfreundlichkeit und der Zuverlässigkeit. Das heißt, Energieeffizienz und Technologieentwicklung stehen in direktem Zusammenhang. Daher ist die Verbraucherinformation der richtige Ansatz, um die Marktdurchdringung zu beschleunigen.

www.bauratgeber-deutschland.de: Wenn ich all diese Themen vertiefen möchte, welche Möglichkeiten habe ich, ohne dafür Ingenieur sein zu müssen? Wo kann ich mehr über die Angebote der HEA erfahren?

Dr. Jan Witt: Der Bogen unserer Angebote spannt sich von der effizienten Heizungstechnik und der modernen Wohnungslüftung, über den Einsatz der LED-Technik in der Beleuchtung, bis hin zur Gebäudeleittechnik, zum Smart Metering und zu Smart Home-Lösungen. Schauen Sie ganz einfach in den Internet-Auftritt unserer Initiativen: ELEKTRO+ zeigt Wege zu einer sicheren und zukunftsfähigen Elektroinstallation und Gebäudesystemtechnik unter www.elektro-plus.com.
WÄRME+ informiert über Heizung, Lüftung, Warmwasserbereitung bei www.waerme-plus.de. HAUSGERÄTE+ zeigt, wie man mit modernen Hausgeräten Energie sparen und Komfort gewinnen kann, www.hausgeraete-plus.de. Besuchen Sie auch die Beratungsstellen und Kundenservicezentren der Energieunternehmen, der Verbraucherorganisationen und Energieagenturen. Als Einstieg in das Thema Energieeffizienzmaßnahmen empfehlen wir www.ganz-einfachenergiesparen. de. Und über unsere eigene Hompage www.hea.de gelangen Sie ebenfalls auf alle beschriebenen Angebote.

Herr Dr. Witt, wir bedanken uns für das freundliche Gespräch.

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