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Roth-Massivhaus bringt in Berlin und Hamburg jährlich mehr als 200 Familien in die eigenen vier Wände. Im Interview mit dem Bauratgeber Deutschland nehmen die Geschäftsführer André und Enrico Roth Stellung zum wichtigen Thema Energiekosten.

Bauratgeber-Deutschland: Herr Roth, steigende Stromkosten und die Energiewende sind nicht erst seit der Bundestagswahl in aller Munde. Ist das auch für Ihre Bauherren ein Thema?

Enrico Roth: Ja natürlich, ich würde sogar sagen, die Energiekosten sind aktuell DAS Thema. Ging es vor ein paar Jahren noch um die Preiserhöhungen bei Öl oder Holzpellets, so kommt seit geraumer Zeit die Frage der Strompreisentwicklung dazu. Hier sind die Bauherren viel sensibler geworden. Denn schließlich bauen die meisten Familien nur einmal im Leben, so dass die Kostenfrage mindestens ebenso die Betriebskosten ihres Hauses betrifft, wie die Investition für den Bau.

Bauratgeber-Deutschland: Wie reagieren Sie als Bauunternehmen darauf?

André Roth: Wir fahren eine dreifache Strategie. Zuallererst gilt es, Konstruktion, Gebäudehülle und Wärmedämmung so zu optimieren, dass ein Haus während seiner gesamten Standzeit so wenig Wärme wie möglich verliert. Da kommen wir mit unserer Kombination aus massiver Außenwand und 16 Zentimeter starkem WDVS zu sehr guten Ergebnissen. Übrigens zu marktfähigen Kosten, dieser Aspekt wird ja in der akademisch geprägten Debatte um immer höhere Dämmstoffstärken sehr gern unterschlagen.

Zum zweiten geht es um effiziente Haus- und vor allem Heiztechnik, die zu möglichst geringen Kosten Wärme erzeugt und verteilt. Für letzteres ist im Einfamilienhausbereich die Fußbodenheizung konkurrenzlos. Deshalb haben wir sie auch im Standard. Kein anderes System kann mit so niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, außerdem wird kein Platz für Heizkörper benötigt. Und das System kann auch nicht einstauben, was bei konventionellen Heizkörpern zu Beginn der Heizperiode regelmäßig zu unangenehmen Gerüchen führt. Je nach persönlichen Vorlieben und finanziellen Möglichkeiten setzen unsere Bauherren für die Wärmeerzeugung auf die Kombination von Gasbrennwert und Solar oder eine Wärmepumpe

Bauratgeber-Deutschland: … und die Stromkosten?

André Roth: Das ist der dritte Punkt. Zu Zeiten einer großzügigen Einspeisevergütung war die Stromerzeugung mittels Solarzellen schon ein Thema, auch aus ökologischer Sicht. Und natürlich, um die Energiewende zum Erfolg zu führen, wird es auch künftig nötig sein, so viel Strom wie möglich aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen. Aber finanziell lohnt sich die Einspeisung schon länger nicht mehr.

Am meisten profitieren Bauherren daher, wenn sie vom selbst erzeugten Strom so viel wie möglich verbrauchen. Auf diese Situationen haben wir mit unserem neuen Entwurf „Hamburg“ reagiert. 16 Solarmodule und die optimale Dachneigung von 20 Grad sorgen für hervorragenden Energieertrag. Und zum ersten Mal wurde eines unserer Häuser mit einem Batteriespeicher ausgestattet, der den erzeugten Strom vorrangig hausinternen Verbrauchern zur Verfügung stellt. Nur wenn Waschmaschine oder Kühlschrank keinen Bedarf „melden“ und die Batterie voll geladen ist, wird ins Netz eingespeist.

Je nach Jahreszeit, Sonnenstand und Standort können so auch in unseren Breiten bis zu 70 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden, da ist in Sachen Selbstversorgung doch schon ein gutes Stück geschafft. Natürlich ist so ein neues System erklärungsbedürftig. Deshalb haben wir mit den „Stromfängern“ einen starken Partner hier aus der Region gewonnen, der die Bauherrenberatung und Installation des Speichers übernimmt.

Übrigens, bisher kannte man Roth-Massivhaus ja ausschließlich als Unternehmen aus Berlin-Marzahn. Mit unserem neuen Beratungsbüro am Kaiserdamm 103/104 wird das im Frühjahr anders. Die Niederlassung in Charlottenburg wird ein attraktives Angebot auch für „Zentrumsbewohner“ (lacht). Aber im Ernst, im Februar können wir ein kleines Jubiläum begehen, Roth-Massivhaus wird stolze 15 Jahre alt. Es wäre doch toll, wenn wir den 1500. Bauvertrag
in der neuen Niederlassung feiern könnten.

Bauratgeber-Deutschland: Nochmal zur Energiewende, wie geht es damit aus Ihrer Sicht weiter?

Enrico Roth: Ich hoffe sehr, das politische Ziel, mehr Deutschen die eigenen vier Wände zu ermöglichen, gilt auch nach der Wahl. Denn dann sind die Verantwortlichen gut beraten, das Bauen nicht mit immer neuen Auflagen immer weiter zu verteuern. Die jüngst reformierte Energie Einsparverordnung (EnEV) ist ein schlechtes Beispiel für den Weg des geringsten Widerstands – denn schließlich ist es nicht der Neubau, der kostbare Energie vergeudet, sondern es sind die fast zehn Millionen unsanierten Ein- und kleinen Mehrfamilienhäuser in Deutschland. Doch ausgerechnet diese Energieschleudern und ihre oftmals hoffnungslos veraltete Anlagentechnik sind nahezu von allen Auflagen verschont geblieben. Das kann doch nicht die Zielrichtung sein, wenn man ernsthaft etwas für das Klima und die Bauherren erreichen möchte! Insofern wünsche ich unseren Bauherren und natürlich uns als Bauunternehmern vor allem Planungssicherheit. Denn letztlich muss es um technisch ausgereifte und bezahlbare Lösungen gehen.

Bauratgeber-Deutschland: Wir danken Ihnen für dieses freundliche Gespräch.

Die Bau-GmbH Roth wurde 1999 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet. Unter dem Markennamen Roth-Massivhaus hat sich das Familienunternehmen zu einem der führenden regionalen Anbieter für Ein- und Mehrfamilienhäuser in Massivbauweise entwickelt. Das Unternehmen ist überwiegend in Norddeutschland tätig und unterhält Niederlassungen in Berlin und Hamburg. Mehr als 1.400 Bauherrenfamilien haben sich bisher für ein Haus der Firma entschieden.
Gemeinsam mit Vater Horst und Mutter Elke verantworten André (r.) und Enrico Roth die Geschäfte von Roth-Massivhaus. Das Familienunternehmen bringt in der Region Berlin/Brandenburg jedes Jahr mehr als 200 Familien in die eigenen vier Wände.

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