Schimmel im Haus ist für die Bewohner ein Albtraum. Denn Schimmelpilze sind nicht nur optisch unschön, sondern auch gesundheitsschädlich. Deshalb ist es wichtig zu wissen, warum Schimmel im Haus überhaupt entsteht, wie man gegen Schimmelbefall am besten vorgeht und wie man ihn für die Zukunft vermeiden kann.

Ursachen von Schimmel im Haus

Schimmelpilze im Haus können überall dort entstehen, wo zu viel Feuchtigkeit auftaucht. Dabei sind die Ursachen für die Feuchtigkeit vielfältiger Natur, wie zum Beispiel eine falsche Isolierung bzw. Dämmung, undichte Stellen oder Risse rund um die Fenster, im Mauerwerk oder im Dach, falsches Heizen oder Lüften usw.

Bei Altbauten tritt Schimmel zum Beispiel oft auf, wenn die Wände schlecht gedämmt sind und neue, fest schließende Fenster eingebaut werden, sodass der natürliche Luftaustausch unterbunden wird. Bei Neubauten entsteht Schimmel oft durch eine nicht ausreichend lange Trocknungsphase.

Aber auch in Wohnungen ohne bauliche Mängel kann es zu Schimmelbildung kommen. Denn jeder Haushalt produziert seine eigene Feuchtigkeit, etwa durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen usw. Diese Feuchtigkeit schlägt sich dann an den kalten Außenwänden nieder, kondensiert dort und bildet feuchte Stellen, wo dann die Schimmelpilze entstehen können.

Vermeidung von Schimmel

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Foto: Fotolia / ronstik

Um Schimmel zu vermeiden, müssen zuerst die Ursachen bekämpft werden. Denn sonst bildet sich früher oder später neuer Schimmel. Wer Schimmel von vornherein vermeiden will, der sollte also zunächst die Baumängel beseitigen. Prüfen Sie, ob die Wände Risse haben, die Fenster undichte Stellen aufweisen usw. Zudem sollten die Wände trocken sein. Stellen Sie deshalb schwere, große Möbel möglichst nicht direkt an die kalten Außenwände. Denn stehen die Möbel direkt an der Wand, kann die Luft dahinter nicht gut zirkulieren und es kann Kondenswasser entstehen, das sich an den Wänden und/oder an der Möbelrückseite niederschlagen und zu Schimmelbildung führen kann. Insgesamt sollte die relative Luftfeuchtigkeit im Haus höchstens 65–70 % betragen, was Sie mit einem Hygrometer im Raum feststellen können. Solch ein Messgerät zum Messen der Luftfeuchtigkeit ist bereits günstig zu haben, auch in Kombination mit Thermometer oder Wetterstation, und damit eine gute Investition in eine schimmelfreie Wohnung. Ist die Luftfeuchtigkeit regelmäßig zu hoch, kann ein Luftentfeuchter helfen, der ebenfalls nicht allzu teuer ist. Wichtiger ist jedoch, die Wohnung richtig zu heizen und zu lüften.

Kommt es zu einem Schimmelbefall in einer Mietwohnung, behaupten Vermieter oft, dass der Mieter nicht richtig geheizt und gelüftet habe. Zwar gehört es tatsächlich zur Pflicht des Mieters, richtig zu heizen und zu lüften. Allerdings sollte man bei Schimmelbefall prüfen, ob es nicht doch an Baumängeln liegen kann.

So heizen und lüften Sie richtig:

  • Heizen Sie Ihre Wohnung gleichmäßig und vermeiden Sie zu große Temperaturunterschiede in den Räumen.
  • Auch Räume, die selten benutzt werden, müssen ausreichend geheizt werden.
  • Leiten Sie beim Duschen oder Kochen die Feuchtigkeit sofort ab, indem Sie zum Beispiel das Fenster weit öffnen.
  • Lüften Sie die Wohnung regelmäßig, damit die Luft vernünftig zirkulieren kann.
  • Öffnen Sie die Fenster weit für eine sogenannte Stoßlüftung.
  • Führen Sie die Stoßlüftung täglich aus, am besten morgens und abends für jeweils 5–10 Minuten, wobei im Winter auch 2–3 Minuten ausreichen.
  • Am besten öffnen Sie für besseren Durchzug mehrere Fenster gleichzeitig.
  • Stellen Sie die Fenster zum Lüften nicht lange auf Kippstellung, denn dadurch erreichen Sie kaum einen Luftaustausch, sondern verlieren nur Energie und die Räume kühlen aus, was die Schimmelbildung anregt.

Beseitigung von Schimmel

Großflächiger Schimmelbefall sollte besser von einem Fachmann beseitigt werden. Denn ist der Schimmelbefall schon älter, ist es wahrscheinlich, dass die Schimmelpilze schon in Anstriche, Tapeten oder sogar den Putz eingedrungen ist. Dann ist mit einer oberflächlichen Behandlung des Schimmels an der Wand keine dauerhafte Abhilfe mehr zu schaffen, sondern ein Profi muss ran. Da Schimmel in großen Mengen gesundheitsschädlich ist, sollte Ihnen das diese Investition wert sein.

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Foto: Fotolia / yotrakbutda

Sind die Schimmelstellen noch klein, also der Schimmelbefall noch frisch, z. B. an Silikondichtungen oder Fenstern, können Sie auch selbst Hand anlegen. Empfehlenswert, da relativ ungefährlich, sind alkoholhaltige Reinigungsmittel mit ca. 80 % Ethanol und ca. 5–10 % Wasserstoffperoxid oder eine 5%ige Sodalösung aus der Apotheke. Damit lässt sich der Schimmel in der Regel schon gut entfernen, wobei auch hier auf die Dämpfe geachtet werden sollte. Reicht eine Behandlung mit solchen sanften Reinigungsmitteln nicht aus und schreitet die Schimmelbildung fort, sollte jedoch besser zur chemischen Keule gegriffen werden, denn Schimmel ist auf lange Sicht gesundheitsschädlich.Dazu gibt es im Handel spezielle Schimmelentferner, die Chlorwirkstoffe enthalten. Aber Achtung: Diese starken Desinfektionsmittel zerstören zwar die Schimmelpilze innerhalb von wenigen Sekunden, können aber auch zu Hautreizungen führen und Allergien auslösen. Deshalb muss die Gebrauchsanweisung bei der Anwendung genau beachtet werden.

Darauf müssen Sie bei der Schimmelbeseitigung achten:

  • Schimmelpilze nicht anfassen
  • Sporen nicht einatmen oder in die Augen gelangen lassen
  • Bei der Schimmelbeseitigung Handschuhe, Schutzbrille und Mundschutz tragen
  • Nach der Schimmelbeseitigung alles gründlich reinigen

FAZITSchimmel ist gesundheitsgefährdend und wird durch Feuchtigkeit in den Räumen gefördert, die durch Baumängel und/oder falsches Lüften und Heizen entstehen kann.

Um erneute Schimmelbildung zu vermeiden, müssen zunächst die Ursachen bekämpft werden. Baumängel, wie Risse in Wänden, gehören beseitigt und ein richtiges Heizen und Lüften mittels regelmäßiger Stoßlüftung sind unabdingbar. Zudem sollten schwere Möbel möglichst nicht direkt an Außenwänden platziert werden.

Ist es zu einem ersten Schimmelbefall gekommen, kann man mit verschiedenen Reinigungsmitteln dagegen vorgehen. Alkoholische Reinigungsmittel sind ungefährlicher, aber auch weniger wirksam. Schimmelentferner mit Chlor sind wirksamer, müssen aber mit Vorsicht angewendet werden, da sie zu Hautreizungen führen und Allergien auslösen können. Bei älterem bzw. großflächigem Schimmelbefall sollte jedoch unbedingt ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

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