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Natürlich wohnen liegt im Trend und auch bei den Bodenbelägen kann man auf Natürlichkeit setzen. Doch wofür soll man sich entscheiden? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen natürlichen Bodenbeläge? Ob Parkett, Kork oder Linoleum – im folgenden Artikel werden die drei wichtigsten natürlichen Bodenbeläge vorgestellt und ihre Vor- und Nachteile übersichtlich aufgelistet, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Parkett – der vielseitige Holzboden mit Charakter

Parkett ist die beliebteste Holzbodenart. Dabei werden für Parkett Harthölzer in kleinen Stücken verwendet, die meistens zu Mustern angeordnet werden. Bei Parkettböden kann zwischen Massivparkett und Mehrschichtparkett unterschieden werden.
Beim Massivholzparkett werden die Holzstücke roh verlegt, anschließend abgeschliffen und dann mit Holzöl oder -wachs behandelt, um das Holz gegen Feuchtigkeit zu schützen. Massivholzfertigparkett wird bereits abgeschliffen und vorbehandelt verlegt. Um die Schönheit des Massivholzparketts zu erhalten, kann das Holz immer mal wieder abgeschliffen und neu behandelt werden. Massivparkett in 8 mm oder 10 mm Stärke kann insgesamt ca. 4–6 Mal abgeschliffen werden, Massivparkett mit 22 mm Stärke sogar ca. 6–8 Mal.

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Bild: © welzevoul / Fotolia

Das sogenannte Mehrschichtparkett besteht aus zwei bis drei Holzschichten. Das Parkett weist dadurch eine höhere Verwerfungsfestigkeit auf und kann auch schwimmend verlegt werden. Dabei werden die Holzstücke miteinander verleimt oder durch ein spezielles Klick-System verbunden. Beim Mehrschichtparkett werden für die Mittellage und Unterlage oft minderwertigere und damit kostensparende Hölzer eingesetzt und die hochwertige Nutzschicht ist nur 4–8 mm dick, sodass häufiges Abschleifen nicht möglich ist. Fertigparkett bis 4 mm Nutzschicht lässt sich einmal nachschleifen und bis 6 mm Nutzschicht zweimal.
Neben der Unterteilung in Massivparkett und Mehrschichtparkett wird Parkettboden auch nach Größe und Art der Hölzer unterschieden. Dabei gibt es Stabparkett, Mosaikparkett und Lamparkett. Daneben ist auch noch Hochkantlamellenparkett bzw. Industrieparkett erhältlich, das aus Resten der Mosaikparkett-Herstellung produziert wird, die hochkant angeordnet werden, sodass eine Dicke von 22 mm erreicht wird, sodass Indsutrieparkett häufiger abgeschliffen werden kann. Als Holzarten kommen für Parkettboden die Klassiker Eiche, Buche oder Ahorn infrage, neuerdings wird aber auch Birke, Kirsche, Esche oder Bambus verarbeitet.

Vorteile von Parkett

  • viele Gestaltungsmöglichkeiten
  • pflegeleicht und hygienisch
  • langlebig und abschleifbar
  • feuchteregulierend und fußwarm
  • für Fußbodenheizung geeignet

Nachteile von Parkett

  • kann Schall und Trittgeräusche übertragen
  • mögliche Riss- und Fugenbildung
  • je nach Muster hoher Verlege-Aufwand
  • nur bedingt für Feuchträume geeignet

Kork – strahlt wohlige Behaglichkeit aus

Echter Kork wird aus der stabilen Rinde der Korkeichen gewonnen. Wird die Korkeiche etwa alle 10 Jahre geschält, schadet dies dem Baum nicht. Im Gegenteil bindet ein geschälter Baum viel mehr schädliches CO2 als eine ungeschälte Korkeiche, was der Umwelt zugutekommt. Damit ist Kork an sich schon ein umweltfreundliches Material. Korkböden werden zudem aus sogenanntem Korkgranulat gepresst, das auf den Resten der Flaschenkorken-Produktion basiert und demnach eigentlich ein weiterverwendetes Abfallprodukt ist. Während früher in der Korkbodenproduktion oft formaldehydhaltigem Bindemittel eingesetzt wurden, werden heute in der Regel wasserbasierte Polyurethanharze, Acrylatharze oder sogar Naturharze eingesetzt, was einen Korkboden besonders natürlich und attraktiv macht.
Kork ist nicht nur pflegeleicht und hat eine warme Optik, sondern hat tatsächlich auch eine isolierende Wirkung. Deshalb darf der Korkboden über einer Fußbodenheizung auch nicht zu dick sein. Dabei wirkt Kork durch seine poröse Struktur nicht nur wärme- und schalldämmend, sondern ist auch besonders elastisch und dadurch angenehm federnd zu betreten, was besonders schonend für Rücken und Gelenke sein soll. Zudem wirkt Kork antistatisch und bindet keinen Staub, was besonders Allergiker erfreuen wird. Darüber hinaus wirkt Kork antibakteriell und gilt als schwer entflammbar.
Ähnlich wie Parkett gibt es einschichtigen und mehrschichtigen Korkboden, wobei der einschichtige Korkboden mehrmals abgeschliffen werden kann. Unbehandelter Kork kann mit Öl oder Wachs behandelt oder mit Naturharzlack versiegelt werden, wobei nicht versiegelte Flächen besser fürs Raumklima sind.
Klebekork ist in Bahnen oder als Fliese erhältlich und wird einfach auf dem vorbereiteten Untergrund vollflächig verklebt. Dabei ist Klebekork auch für Nassräume geeignet, wenn er entsprechend mit Lack versiegelt wird.
Bei Korkfertigparkett wurde der Kork bereits auf einer Holzträgerschicht verklebt. So kann das Korkfertigparkett praktisch im Klicksystem verlegt werden, ist aber nicht für Fußbodenheizungen oder Bäder geeignet.

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Bild: © drubig-photo / Fotolia

Vorteile von Korkboden

  • nachwachsendes Abfallprodukt
  • sehr pflegeleicht und fußwarm
  • wärme- und schalldämmend
  • elastisch für einen weicheren Auftritt
  • antistatisch, deshalb gut für Allergiker geeignet
  • antibakteriell und schwer entflammbar

Nachteile von Korkboden

  • bei Fußbodenheizung muss Korkschicht dünn sein
  • Korkfertigparkett nicht für Fußbodenheizung oder im Bad geeignet
  • im Nassbereich muss Kork versiegelt werden
  • Kork dehnt sich aus, daher nur mit Dehnungsfuge verlegbar
  • schwere Möbel können Abdrücke im Korkboden hinterlassen
  • Kork kann mit der Zeit ausbleichen

Linoleum – besonders strapazierfähig

Anders alle viele glauben, ist Linoleum kein synthetischer Bodenbelag, sondern ein Naturprodukt. Denn Linoleumböden bestehen aus biologisch abbaubaren Rohstoffen: Um Linoleumboden herzustellen werden Leinöl, Holz- oder Korkmehl, Naturharz, natürliche Farbstoffe und gegebenenfalls noch andere natürliche Beigaben gemischt und auf Jutegewebe aufgebracht. So enthält Linoleum keine Lösungsmittel, Weichmacher und anderen bedenklichen Stoffe und gehört zu den besonders wohngesunden Fußbodenbelägen.
Linoleumboden gibt es in Bahnen, als Fliesen oder als Klick-Variante, wobei Linoleum oft werkseitig bereits mit einem wasserbasierten Finish zum Schutz der Oberfläche beschichtet ist. Unbehandeltes Linoleum kann nach dem Verlegen mit Hartöl behandelt und mit Hartwachs gepflegt werden.
Durch die glatte Oberfläche ist Linoleum sehr pflegeleicht, bakterienhemmend und hygienisch, da sich Staub und Schmutz nicht festsetzen können. Dabei ist Linoleum sogar beständig gegen Fette, Öle und verdünnte Säuren, so dass das Material äußerst langlebig und vielseitig einsetzbar ist. Auch in Kombination mit einer Fußbodenheizung ist Linoleumboden kein Problem. Für Feuchträume ist Linoleum hingegen ungeeignet, da der Boden bei Nässe aufquillt. Zudem verströmt Linoleum anfangs oft einen starken Eigengeruch, der erst mit der Zeit verfliegt.
Linoleum gibt es in unterschiedlichsten Mustern, Farben und Ausführungen. Linoleumböden als Meterware sollten am besten von einem Profi verlegt werden, denn Linoleum muss zugeschnitten, verklebt, gewalzt und gegebenenfalls an den Nähten versiegelt werden, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Linoleumböden im Klick-System lassen sich hingegen wie Laminat gut selbst verlegen.

Vorteile von Linoleumboden

  • besonders pflegeleicht und widerstandsfähig
  • antistatisch, gut für Allergiker geeignet
  • ohne Ritzen und Fugen
  • wärmedämmend, rutschhemmend und schwer entflammbar
  • unempfindlich gegenüber vielen Chemikalien, Säuren und Lösungsmitteln
  • fast vollständig biologisch abbaubar
  • für Fußbodenheizung geeignet

Nachteile von Linoleumboden

  • empfindlich gegenüber alkalischen Stoffen
  • erste Zeit starker Eigengeruch
  • nicht für Feuchträume geeignet

TIPP: Wer auf einen ökologischen Bodenbelag wert legt, sollte einen unbedenklichen Kleber wählen, wenn der Belag auf dem Boden verklebt werden soll. Empfehlenswert sind beispielsweise Naturharzkleber. Zumindest sollte der Kleber lösemittelfrei sein, um die Räume nicht mit Wohngiften zu belasten. Auch bei den Pflegeprodukten sollte auf unbedenkliche Inhaltsstoffe gesetzt werden, wobei auch auf die Verträglichkeit mit dem Material des Bodenbelags geachtet werden muss.

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