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Energieeinsparverordnung (EnEV), Erneuerbare Energie-Wärmegesetz (EEWärmeG) und Energieausweis

Im Jahr 2002 wurde erstmalig ein Energieeinspargesetz (EnEG) zur Verbesserung der energetischen Standards von Gebäuden erlassen und daraufhin eine Energieeinsparverordnung (EnEV) – als Zusammenfassung der bis dato gültigen Heizungsanlagenverordnung und Wärmeschutzverordnung – eingeführt. Seither werden die Anforderungen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden regelmäßig verstärkt. Die aktuell gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) trat 2009 in Kraft und weist deutlich schärfere Bestimmungen für Neubauten und Bestandsgebäude auf.

Bereits für 2012 ist mit einem I Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) eine Anhebung der energetischen Anforderungen um weitere 30 Prozent geplant.

Die EnEV 2009 verlangt von den Bauherren bis zu 30 Prozent Einsparungen im Energieverbrauch von Gebäuden. Für Neubauten bedeutet dies eine Verbesserung in der Wärmedämmung der Gebäudehülle um 15 Prozent. Deutlich schärfere Bestimmungen betreffen jedoch die Modernisierung bestehender Gebäude. Bereits ab einer Modernisierungsfläche von 10 Prozent des bestehenden Gebäudes gelten die Bestimmungen der EnEV 2009. Dort werden vor allem Richtlinien zur Wärmedämmung der Gebäudehülle oder von Bauteilen und den Heizungs- und Lüftungsanlagen getroffen. Generell wird gerade im Altbaubestand mit einem Energieeinsparpotenzial von bis zu 60 Prozent gerechnet, was erklärt, warum die Bestimmungen gerade im Bereich der Modernisierung und Sanierung verstärkt werden.

Energieausweis

Mit der EnEV 2007 wurde erstmals die Einführung eines Energieausweises für Gebäude beschlossen, der ein Gebäude hinsichtlich seines Energieverbrauchs bewertet. Dieser ist seit 2008 nun auch für bestehende Altbauten und Nicht-Wohngebäude Pflicht und soll Hausbesitzern den Anreiz und Empfehlungen zu energetischen Sanierungen zu geben, um den Energieverbrauch der Immobilien zu optimieren. Energieausweis muss durch einen qualifizierten Energieberater ausgestellt werden. Er beinhaltet neben grundlegenden Daten über das Gebäude wichtige Angaben über den Energieverbrauch, Emissionswerte und gibt den Eigentümern Hinweise und Empfehlungen, wie sie im Zuge einer energetischen Modernisierung den Energieverbrauch verbessern und damit die Betriebskosten senken können. Abhängig von der Größe und dem Alter des bewerteten Gebäudes wird durch den Energieberater ein Energiebedarfsausweis oder ein Energieverbrauchsausweis ausgestellt. Für Neubauten ist seit 2007 ein Bedarfsausweis Pflicht; für Nicht-Wohnbauten muss seit 2009 zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis gewählt werden.

Erneuerbare Energie-Wärmegesetz

Ebenfalls im Jahr 2009 ist das Erneuerbare Energie-Wärmegesetz (EEWärmeG 2009) in Kraft getreten, nach dem neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude einen gewissen Teil ihres Wärmebedarfs über erneuerbare Energien decken müssen. Wie hoch der Anteil an erneuerbaren Energien ist, hängt dabei von der Form der Energiegewinnung ab. Sofern keine erneuerbaren Energien verwendet werden, stehen eine Reihe von Ersatzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Nutzung von Abwärme oder der Anschluss an ein Fernwärmenetz zur Verfügung. Bauherren und Eigentümern bleibt es offen gestellt, welche Energieformen sie miteinander kombinieren, da sich nicht immer und für jeden Haushalt der Einsatz von erneuerbaren Energien rechnet. Mit der Erneuerung des EEWärmeG im Mai 2011 wurden die Bestimmungen zur Nutzung erneuerbarer Energien nun auch auf bestehende öffentliche Gebäude ausgeweitet, um eine Vorbildfunktion für ein Nachrüsten / Umrüsten im Bestand zu erfüllen. Die Bundesregierung fördert über ein Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien Anlagen in bestehenden Gebäuden, jedoch nicht mehr im Neubaubereich.

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