Haus des Jahres 2018

Die Optik eines Hauses wird nicht zuletzt durch die gewählte Dachform bestimmt. Dabei sehen die unterschiedlichen Dachformen nicht nur jeweils anders aus, sondern haben auch verschiedene Vor- und Nachteile. Manche Dachformen sind im Vergleich sehr günstig, andere Dachformen trotzen besonders gut Wind und Wetter usw. Nachfolgend werden die wichtigsten Dachformen mit ihren Besonderheiten, Vor- und Nachteilen kurz vorgestellt.

Satteldach

Satteldach-150x150  Eine der am weitesten verbreiteten Dachformen in Deutschland ist das Satteldach, das auch Giebeldach genannt wird. Das Satteldach besteht aus zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen, die sich an einer waagerechten Kante treffen, die Dachfirst genannt wird.Damit gilt das Satteldach als Klassiker unter den Dachformen, denn es sieht genauso aus, wie man sich allgemein ein Dach vorstellt. Dabei kann durch die Variation des Dachwinkels die Optik noch verändert werden. Vorteil des Satteldaches ist, dass der Aufbau besonders einfach und die Konstruktion besonders stabil ist. Satteldächer gelten als ausgesprochen wetterbeständig und sind darüber hinaus sehr preisgünstig. Als Nachteil gilt, dass man nur Dachfenster oder kostspielige Gauben einbauen kann und dass flache Satteldächer wenig Platz für Wohnraum unterm Dach  bieten.

Walmdach

Walmdach-150x150  Ein Walmdach zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen hat. Dabei wird die dreieckige Dachfläche über der Giebelseite auch „Walm“ genannt. Durch die abgeschrägten Giebelseiten trotzt ein Walmdach besonders gut Wind und Wetter und gilt als besonders stabil. Ein Nachteil ist, dass ein Walmdach aufwendiger in der Konstruktion ist als ein Satteldach und dadurch teurer. Zudem geht durch die vier geneigten Dachflächen auch Wohnfläche im Dachgeschoss verloren.

Krüppelwalmdach

Krueppelwalmdach-150x150  Beim Krüppelwalmdach sind die Dachflächen an den Giebelseiten nicht vollständig abgewalmt, es ist also nicht vollständig und somit „verkrüppelt“, wodurch auch der Name zu erklären ist. Es bleibt ein kleiner Restgiebel in Trapezform übrig, sodass eine bessere Raumnutzung im Dachgeschoss möglich ist als bei einem normalen Walmdach. So werden die Vorteile eines Satteldaches (großes Platzangebot im Dachgeschoss) und eines Walmdachs (Stabilität gegen Wind und Wetter) in einem Krüppelwalmdach vereint.

Zeltdach

Zeltdach-150x150  Zeltdach nennt sich eine Dachform, bei der mindestens drei, meistens aber vier Dachflächen gegeneinander geneigt sind und in der Spitze des Daches zusammentreffen. Dabei werden Zeltdächer oft auch als Pyramidendach bezeichnet. Zeltdächer eignen sich als Dach für quadratische Häuser und gelten als äußerst schick und modern, denn ein Zeltdach kann einfach wie ein Flachdach auf die Wohngeschosse aufgesetzt werden, sodass es im Obergeschoss keine Schrägen gibt. Doch ist auf der anderen Seite gerade unter einem flachen Zeltdach nur wenig Platz im Dachgeschoss vorhanden, sodass später kein Dachausbau möglich ist. Je nach Dachneigung sind Zeltdächer durch den benötigten Unterbau teurer als herkömmliche Satteldächer

Mansarddach

Mansarddach-150x150  Ein Mandarddach bzw. Mansardendach ähnelt etwas einem Satteldach, wobei die Dachflächen im unteren Abschnitt abgeknickt sind. Dadurch hat die untere Dachfläche eine geringere Neigung, sodass zusätzlicher Wohnraum mit nur wenig Schrägen entsteht. Bei einem Mansarddach können entweder nur zwei Dachseiten abgeknickt sein, dann wird es Mansardgiebeldach genannt. Oder es sind alle vier Dachseiten abgeknickt, wobei es sich dann um ein sogenanntes Mansardwalmdach handelt. Die Konstruktion eines Mansarddachs gilt als schwierig, wodurch es sehr teuer ist. Durch die steilen Dachflächen ist es zudem meistens nicht möglich, auf einem Mansardendach Sonnenkollektoren zu installieren.

Flachdach

Falchdach-150x150  Als Flachdach gilt ein Dach, dessen Dachneigung kleiner als 5–10 Grad ist, wobei eine Mindestneigung von ca. 1–3 Grad empfohlen wird, damit das Regenwasser ablaufen kann. Vorteile eines Flachdaches sind, dass die Dachhaut ein geringes Eigengewicht hat, das Dach kostengünstig zu realisieren ist und gut als Dachterrasse oder mit Sonnenkollektoren zur Solarenergiegewinnung genutzt werden kann. Auf der anderen Seite sind Flachdächer sehr wartungsintensiv, denn Häuser mit Flachdach neigen zu Alterungs- und Feuchtigkeitsschäden. Problematisch werden Flachdächer vor allem in Regionen, wo viel Schnee fällt, denn dort müssen sie die Schneelast tragen können. Zudem sind die Materialien, die zur Abdichtung verwendet werden (z. B. Bitumen oder Kunststoff), nicht besonders umweltfreundlich.

Pultdach

Pultdach-150x150  Ein Pultdach hat nur eine einzige geneigte Dachfläche, meistens mit sehr geringem Neigungswinkel. Dabei bildet die obere Kante der Dachfläche den First und die untere die Traufe. Während früher Pultdächer als Dachform vor allem bei Anbauten genutzt wurden, werden inzwischen auch normale Wohnhäuser damit ausgestattet, wie z. B. Stadtvillen. Denn bei richtigerAusrichtung können auf einem Pultdach ideal die Kollektoren für eine Solaranlage installiert werden. Zudem gibt es aufgrund der geringen Dachneigung nur wenig Wohnraumverlust im Dachgeschoss. Allerdings ist die Dachabdichtung im Vergleich zum Satteldach deutlich aufwendiger.

Schleppdach

Schleppdach-150x150  Ein Schleppdach ist eine spezielle Dachform, bei der das Hauptdach durch eine zusätzliche geneigte Dachfläche ergänzt wird, die über die eigentliche Traufe hinausragt. Dadurch werden beispielsweise Anbauten unter einem Dach integriert. So sind Schleppdächer vor allem als Überdachung vonangebauten Garagen,Carports oder offenenbzw. teiloffenen Unterstellplätze, z. B. zur Lagerung von Kaminholz,üblich. Ein Schleppdach gilt als einfache, preisgünstige Konstruktion und erzeugt eine einheitliche Optik.

Zwerchdach

Zwerchdach-150x150  Ein Zwerchdach ist eigentlich keine eigenständige Dachform, sondern im Prinzip eine Ergänzung eines Satteldachs, wobei es neben den zwei normalen Giebeln zusätzlich zwei Zwerchgiebel an den Dachflächenseiten gibt. Dabei reicht der Zwerchdachgiebel allerdings nicht bis zum großen Dachfirst hinauf. Optisch und auch funktional gesehen ist ein Zwerchdach mit einer Dachgaube vergleichbar. Denn durch das Zwerchdach entstehen mehr Platz im Dachgeschoss und die Möglichkeit, ein normales Fenster einzubauen. Insgesamt gesehen ist eine Dachkonstruktion mit Zwerchdach besonders kompliziert und dadurch auch entsprechend kostenintensiv.

Fazit
Es gibt viele verschiedene Dachformen, die alle unterschiedlich aussehen und verschiedene Vor- und Nachteile haben. Nachfolgend werden die wichtigsten Argumente, diefür und gegen die verschiedenen Dachformen sprechen, noch mal kurz zusammengefasst:

  • Satteldach – der günstige Klassiker, aber optisch wenig auffällig
  • Zeltdach – sehr moderne Dachform, aber für späteren Dachausbau kaum geeignet
  • Walmdach – besonders stabil gegen Wind und Wetter, aber etwas teurer als ein Satteldach
  • Krüppelwalmdach – weniger Schrägen als beim normalen Walmdach, aber aufwändig in der Konstruktion und deshalb noch teurer
  • Mansarddach – viel Platz im Dachgeschoss, aber sehr komplizierte Konstruktion und kaum Möglichkeiten für die Installation von Sonnenkollektoren auf dem Dach
  • Flachdach – sehr günstig, keine Schrägen im Obergeschoss und ideal zur Nutzung als Dachterrasse, aber feuchtigkeitsanfällig
  • Pultdach – kaum Schrägen, mit richtiger Ausrichtung ideal für Sonnenkollektoren, aber aufwändige Abdichtung
  • Schleppdach – praktische Ergänzung fürs Sattel- oder Walmdach, um Anbauten optisch einzubinden
  • Zwerchdach – pfiffige Ergänzung fürs Sattel- oder Walmdach, um mehr Licht und Platz im Dachgeschoss zu schaffen

Wichtig:
Bevor Sie sich für eine Dachform oder Dachergänzung entscheiden, sollten Sie in den örtlichen Bebauungsplan Ihres Grundstücks schauen. Denn manchmal sind bestimmte Dachformen im Bebauungsplan vorgeschrieben bzw. ausgeschlossen.

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