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Der Begriff Tiny Haus – englisch: „winziges Haus“ – kommt ursprünglich aus den USA, doch inzwischen hat sich der Trend zum Kleinsthaus weltweit verbreitet. Denn die Mieten steigen vielerorts rasant an und auch die Wohnformen haben sich in den letzten Jahren geändert. Viele Menschen leben nicht mehr als Großfamilie unter einem Dach, sondern als überzeugter Single, Alleinerziehende oder als Paar ohne Kinder, sodass ein normales Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern oder mehr einfach überdimensioniert ist. Wer trotz geringem Platzbedarf nicht gerne in einer Etagenwohnung in einem Mehrparteienhaus leben möchte, sondern gerne in einem eigenen Haus – am liebsten mit Garten –, für den bietet sich ein Tiny House an, das auch oft unter dem Begriff Singlehaus angeboten wird. Denn diese Minihäuser bieten in der Regel vollen Komfort und sind bis ins Detail durchdacht.

Was versteht man unter einem Tiny House?

Das Tiny House ist nicht allgemein definiert. Je nach Land und Kultur wird anders verstanden, was als kleines Haus gilt. In der Regel wird von einem Tiny House gesprochen, wenn die Wohnfläche zwischen 15 bis 45 Quadratmetern liegt, aber auch Häuser bis 90 Quadratmetern können noch als Kleinhaus gelten. Dabei können solche kleinen Häuser in Baulücken mitten in der Großstadt stehen, aber auch auf dem Land auf einem großen Gartengrundstück. Es gibt Minihäuser, die wie eine rustikale Blockhütte aussehen, aber auch Single-Häuser in moderner Kubus- oder Kugelform. Ein Minihaus kann fest auf dem Baugrund stehen, mobil auf Rädern durch die Gegend fahren oder als raffiniertes Baumhaus über dem Boden schweben. Selbst die Nutzung für ein Tiny House ist nicht festgelegt: Manch einer findet in einem Minihaus seinen Lebensmittelpunkt und ersten Wohnsitz, der andere nutzt es als Ferienhaus, Hobbyraum oder Arbeitszimmer.[amazon_link asins=’3421039658′ template=’ProductAd‘ store=’bauratgeber-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’0f02f87c-faca-11e7-8dde-e7c5b50c6d85′]
Viele Tiny-Häuser sind dabei so gebaut, dass man darin auch autark leben kann. Sie verfügen dann über eine Solaranlage, eine Regenauffanganlage usw. Denn die Reduzierung im Lebensstil, der sogenannte Minimalismus oder das Downsizing, findet heute immer mehr Anhänger, genauso wie der Wunsch, sich aus der hektischen Gesellschaft ins eigene Nest zurückzuziehen – ohne an den Kreditraten für ein großes Haus zu ersticken oder sich in ein Mehrfamilienhaus pferchen zu lassen. Das wachsende Bedürfnis, einfacher und nachhaltiger zu leben, spiegelt sich in den Minihäusern besonders gut wider.

Was kostet ein Mini-Haus?

Wie bei anderen Häusern gilt auch beim Tiny House: Die Kosten können nicht pauschal benannt werden, sondern sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.

  • Größe des Minihauses
  • Hochwertigkeit der Ausstattung
  • Art des Baumaterials
  • Anteil der Eigenleistung

Dabei kostet ein Quadratmeter eines Tiny House nicht unbedingt weniger als ein Quadratmeter bei einem normalen Einfamilienhaus. Sparen tut man beim Tiny House in erster Linie dadurch, dass einfach weniger Quadratmeter gebaut werden. Wie bei jedem anderen Eigenheim, kann auch bei einem Tiny House durch Eigenleistung zusätzlich gespart werden.

Vorteile und Nachteile von Kleinsthäusern

Der größte Vorteil eines Minihauses liegt klar auf der Hand: Durch die kleine Wohnfläche spart man als Bauherr deutlich an der Baukosten und auch das Grundstück kann bei einem Kleinsthaus deutlich kleiner ausfallen als bei einem normal dimensionierten Einfamilienhaus. Doch das ist nicht der einzige Grund, der für ein Tiny House spricht. Der überschaubare Platz sorgt auch dafür, dass man nicht so viel Arbeitszeit ins Putzen und Aufräumen stecken muss, wie es bei größeren Häusern der Fall ist. Zudem spart man wegen des geringeren Wohnraums auch an Heizkosten, was der Umwelt zugute kommt. Nicht zuletzt entspricht ein Tiny House aber auch dem neuen Trend des Minimalismus. Denn viele Menschen haben erkannt, dass ein Zuviel an Krimskram um uns herum uns träge und unzufrieden macht. In einem Tiny House ist einfach nicht genug Platz, um überflüssigen Ballast anzuhäufen, was auf viele Menschen befreiend wirkt.
Auf der anderen Seite hat ein Tiny House auch einige Nachteile. So kann ein überzeugter Single vielleicht doch noch die Liebe seines Lebens finden und plötzlich ist das Tiny House einfach zu klein. Manche Menschen unterschätzen auch, wie viel Platz sie tatsächlich zum Wohlfühlen brauchen. Zudem sind kleine Grundstücke für Minihäuser vor allem in Ballungsgebieten nur schwer zu finden. Und oft passt ein Minihaus auch nicht zum örtlichen Bebauungsplan, sodass keine Baugenehmigung erteilt wird. Mobile Minihäuser auf Rädern brauchen in Deutschland zudem eine straßenverkehrstechnische Zulassung, die nicht immer leicht zu bekommen und an viele Voraussetzungen geknüpft ist.

Vorteile Tiny House

  • geringe Baukosten durch geringe Wohnfläche
  • kleineres Grundstück ausreichend
  • niedrigere Unterhaltskosten
  • energiesparend und dadurch umweltschonend
  • ideal für Singles, Alleinerziehende oder Paar ohne Kinder
  • weniger Hausarbeit notwendig
  • weniger Platz, um Ballast anzuhäufen

Nachteile Tiny House

  • wenig flexibel, wenn Platzbedarf ansteigt
  • kleine Grundstücke schwer zu finden, vor allem in Ballungsgebieten
  • Bauvorschriften lassen den Bau von Minihäusern oft nicht zu
  • passt oft nicht zum Bebauungsplan
  • für mobiles Minihaus straßenverkehrstechnische Zulassung notwendig
  • durch dünne Wände und Böden Wärmedämmung unzureichend, dadurch weniger energieeffizient als angenommen

Minihäuser liegen voll im Trend, denn immer mehr Menschen leben in kleinen Haushalten als Single, Alleinerziehende oder Paar ohne Kind und haben das Bedürfnis, ihren Wohnraum und ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, sich aus der hektischen Gesellschaft zurückzuziehen und Minimalismus zu leben. Denn durch die geringe Größe ist ein Tiny House besonders günstig bei den Baukosten und auch im Energieverbrauch. Auf der anderen Seite kann die geringe Wohnfläche bei veränderten Lebensumständen auch zum Problem werden. Zudem ist es gerade in Ballungsgebieten nicht leicht, ein passendes Grundstück für ein Minihaus zu finden. Wer sich tatsächlich auf das Abenteuer Tiny House einlassen möchte, sollte sich allerdings auf viele Widerstände gefasst machen – sei es bei der Baubehörde, bezüglich des Bebauungsplans oder auch beim TÜV oder bei der DEKRA, wenn das Tiny House mobil auf Rädern durch Deutschland fahren soll.

FAZITDen Vorteilen eines Kleinsthauses (geringe Bau-, Unterhalts- und Energiekosten) stehen auch Nachteile gegenüber (möglicherweise Schwierigkeiten bei der Baubehörde, unzureichende Wärmedämmung), die man gegeneinander abwägen muss.

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