Leistungen von Bauplanern unterliegen bundesweiter Honorarordnung

Möchte ein Bauherr sein Traumhaus ganz nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen gestalten, so wird er die Zusammenarbeit mit einem Architekten suchen. Dieser übernimmt neben dem Entwurf und den Planungsleistungen für das Haus zum Beispiel auch die Überwachung des Bauablaufes und die Betreuung der Arbeiten auf der Baustelle. Für welche Arbeiten ein Architekt beauftragt wird, hängt letztlich von der Entscheidung der Bauherren ab. Die Architektenleistungen am Bau werden nach der Honorarordnung für Architektenleistungen (HOAI) geregelt und sind in neun so genannte Leistungsphasen am Bau untergliedert, die einzeln beauftragt werden können.

Nach HOAI werden folgende Leistungsphasen am Bau unterschieden:

1. Grundlagenermittlung:
beinhaltet das Erarbeiten der Aufgabenstellung und aller Vorarbeiten, Vereinbarungen sowie Absprachen, die im Vorfeld eines Bauvorhabens zu treffen sind

2. Vorplanung:
Konzept und Vorarbeiten zum Entwurf inklusive einer Kostenschätzung für das geplante Bauvorhaben

3. Entwurfsplanung:
Erarbeiten eines Entwurfs für das Bauvorhaben inklusive Kostenberechnung

4. Genehmigungsplanung:
beinhaltet alle Arbeiten zum Erstellen eines Bauantrags

5. Ausführungsplanung:
Entwurfsstand aus Vor- und Entwurfsplanung werden ausgearbeitet und detailliert, so dass nach diesem Planungsstand auf der Baustelle gebaut werden kann

6. Vorbereitung der Vergabe:
Ermitteln der erforderlichen Mengen an Material, Arbeitsstunden etc., nach denen die Leistungsverzeichnisse, also die Grundlagen für die Angebote der einzelnen Firmen, erstellt werden

7. Mitwirkung bei der Vergabe:
Vergleich und Auswertung der Angebote, die Firmen nach den Leistungsverzeichnissen abgegeben haben sowie das Erstellen eines Kostenanschlages

8. Objektüberwachung:
Bauleitung und Objektüberwachung, also das Sicherstellen, dass Planungsleistungen richtig ausgeführt und umgesetzt werden

9. Objektbetreuung und Dokumentation

Generell wird ein Architekt etwa 10 Prozent der reinen Baukosten als Honorar ansetzen – sofern er für alle neun Leistungsphasen am Bau beauftragt wurde – also von der Vorplanung bis hin zur Baudokumentation das Projekt begleitet. Oft ist es ratsam, nicht sofort einen Vertrag über die kompletten 9 Leistungsphasen abzuschließen. So können beispielsweise zuerst die ersten drei Phasen (Grundlagenermittlung/ Vorplanung/ Entwurfsplanung) und bei erfolgreicher Zusammenarbeit dann weitere Leistungen beauftragt werden.

Die Honorare errechnen sich dabei nach den reinen Bauleistungen, also den Kosten für Konstruktion und Haustechnik. Kosten für den Grundstückskauf, Baunebenkosten
oder die Erschließung zählen nicht zu den reinen Baukosten und somit nicht als Berechnungsgrundlage für das Honorar des Architekten. Die anrechenbaren Kosten werden nach DIN 276 „Kosten im Bauwesen“ geregelt, die sämtliche am Bau anfallenden Arbeiten – von der Baugrube bis hin zu späteren Einbauten – in Kostengruppen gliedert.

Die Prozentsätze für die Honorare unterscheiden sich nach den einzelnen Phasen. So darf ein Architekt für die Phasen 1 bis 4 – Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung und Genehmigungsplanung – 2,7 bis 3 Prozent der anrechenbaren Bausumme als Honorar berechnen. Der Rest des Honorars entfällt dann auf die Phasen 5 bis 9 – Ausführungsplanung, Vorbereiten der Auftragsvergabe, Mitwirkung bei der Vergabe, Bauüberwachung sowie Objektbetreuung und Dokumentation.

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