Aktuell Bau GmbH

Das ABC der Baufinanzierung im Überblick:

In dieser Rubik finden Bauherren Begriffserklärungen rund um die Immobilienfinanzierung. Von A wie Abtrag bis Z wie Zinsfestschreibungszeit.

Abtrag
Unter Abtrag versteht man die monatlichen Annuitäten/Raten, die Bauherren für die Rückzahlung der Finanzierung aufwenden.

Abzahlungsdarlehen
Darlehen mit fallenden Jahresleistungen. In der Regel bleibt der Tilgungsanteil gleich, während der Zinsanteil fällt, wodurch sich im Gegensatz zum Annuitätsdarlehen (Tilgungsanteil steigt, Zinsanteil sinkt) eine längere Laufzeit ergibt. Allerdings kann stattdessen ein jährlich steigender Tilgungssatz vereinbart werden.

AGB
Abkürzung für Allgemeine Geschäftsbedingungen

Allgemeine Darlehensbedingungen
Von der Bank vorformulierte Vertragsbestimmungen, die grundsätzlich für alle Kunden bei der Abwicklung eines Darlehens gelten. Gesetzliche Grundlage für diese Bestimmungen ist das AGB-Gesetz.

Amortisation
siehe Tilgung

Anfänglicher effektiver Jahreszins
siehe Effektivzins

Annuität
Die Annuität ist die für ein Darlehen anfallende gleichbleibende Rate pro Jahr. Sie enthält einen Zins- und Tilgungsanteil. Durch die fortlaufende Tilgung sinkt allmählich der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil steigt, da der zu verzinsende Darlehensbetrag geringer wird (sog. ‚ersparte‘ Zinsen). Die Annuität wird auf der Basis des Nominalzinssatzes und des Tilgungssatzes des Darlehens ermittelt.

Annuitätendarlehen
Annuitätendarlehen werden auch als Amortisations- oder Tilgungsdarlehen bezeichnet. Annuitätendarlehen sind die heute meist vereinbarte Darlehensform. Die Bezeichnung stammt von der Art der Verzinsung und Tilgung der Darlehen. Der Darlehensnehmer zahlt während der vereinbarten Zinsbindung eine gleichbleibende Jahresleistung (Annuität). Darin enthalten sind ein Zins- und ein Tilgungsanteil. Durch die fortlaufende Tilgung sinkt allmählich der zu verzinsende Darlehensbetrag, so dass der Tilgungsanteil steigt und der Zinsanteil sinkt. Die Annuität wird je nach vertraglicher Vereinbarung meistens in gleichbleibenden halbjährlichen, vierteljährlichen oder monatlichen Teilbeträgen gezahlt.

Bausparvertrag
Der Bausparvertrag ist ein Sparvertrag, den ein Kunde mit einer Bausparkasse abschließt und eine Form der Anlage für die vermögenswirksamen Leistungen (VWL), zur Arbeitnehmersparzulagen Gewährung und Wohnungsbauprämie.

Bearbeitungsgebühr/ -entgelt
Einmaliges Entgelt für die Bearbeitung des Darlehensantrages. Die Bearbeitungsgebühr wird in der Regel bei der ersten Auszahlung des Darlehens vom Auszahlungsbetrag abgezogen.

Blankokredit
Jeder Kredit, der ausschließlich aufgrund der Bonität des Kunden gewährt wird, ohne dass Sicherheiten hinterlegt werden.

Bonität
Mit der Bonität ist die Kreditwürdigkeit eines Darlehensantragstellers gemeint. Die Kreditwürdigkeit ist gegeben, wenn eine Darlehensgewährung unter persönlichen und sachlichen Gesichtspunkten vertretbar ist. Für die Beurteilung der persönlichen Bonität ist die Person des Darlehensnehmers von Bedeutung. Dazu gehört z.B. die Prüfung, ob bereits Darlehen bestanden haben und diese ordnungsgemäß zurückgezahlt wurden. Für die Beurteilung der sachlichen Bonität werden sämtliche Unterlagen wie Einkommen, Ausgaben und Vermögenslage geprüft.

Bonitätsprüfung
Stellt die Zahlungsfähigkeit des Darlehenantragstellers fest und wird immer durch die Bank vollzogen.

Bürgschaften
Einseitig verpflichtender Vertrag zwischen dem Bürgen und dem Gläubiger eines Dritten. Durch diesen verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger des Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten des Dritten einzustehen (§765 BGB). Bürgschaften finden bei Baufinanzierungen selten eine Anwendung.

CAP
Vereinbarung einer Zinsobergrenze auf einen bestimmten Betrag über eine festgelegte Laufzeit bei einem variablen Darlehen. Hierdurch sichert sich der Kunde ab, dass er bei steigendem Zins nie mehr als den als CAP vereinbarten Zins zahlen muss. Für die Vereinbarung eines CAP´s zahlt der Kunde einen Aufschlag. Es kann auch zusätzlich eine Zinsuntergrenze vereinbart werden.

Darlehensbetrag
Unter Darlehensbetrag wird in der Regel die benötigte Finanzierungssumme verstanden. Eventuelle Nebenkosten wie Schätzkosten oder Bearbeitungsgebühr werden ggf. davon noch abgezogen, so dass der tatsächliche Auszahlungsbetrag niedriger sein kann.

Disagio
Differenz zwischen dem Nominalbetrag und dem Auszahlungsbetrag eines Hypothekendarlehens. Das Disagio bezeichnet eine Leistung des Darlehensnehmers bei Darlehensauszahlung an die Bank. Diese Leistung hat Zinscharakter. Üblicherweise findet eine Verrechnung mit einem Teil des Darlehensauszahlungsanspruchs statt, welche zur Folge hat, dass der Darlehensnehmer nur einen verminderten Kapitalbetrag ausgezahlt bekommt. Die Vereinbarung eines Disagios bewirkt, dass über die Laufzeit des Darlehens ein geringerer Nominalzinssatz gezahlt werden kann. Der Nominalzinssatz des Darlehens ist bei Vereinbarung eines Disagios niedriger, der Effektivzinssatz liegt oft höher als der bei einem Kredit ohne Disagio. In der Regel kann ein Disagio von bis zu zehn Prozent der Darlehenssumme vereinbart werden.

Effektivzinssatz
Nach der Preisangabenverordnung (PAngV) muss bei Krediten als Preis die Gesamtbelastung pro Jahr in Prozent angegeben werden. Bei Krediten, deren Konditionen für die gesamte Laufzeit des Darlehens festgeschrieben sind, heißt dieser Preis ‚effektiver Jahreszins‘. Wenn jedoch Änderungen des Zinssatzes oder anderer preisbestimmter Faktoren während der Laufzeit vorbehalten sind, werden diese mit ‚anfänglicher effektiver Jahreszins‘ bezeichnet. Im Wesentlichen wird der Effektivzinssatz vom Nominalzinssatz, dem Auszahlungskurs (Disagio), der Tilgung und der Zinsfestschreibungsdauer bestimmt. Im Effektivzinssatz sind keine Schätzgebühren, Bereitstellungszinsen, Teilauszahlungszuschläge und Kontoführungsgebühren enthalten.

Forward-Darlehen
Das Forward-Darlehen ist ein Annuitätendarlehen das dem Darlehensnehmer erst nach einer bestimmten Vorlaufzeit ausgezahlt wird. Die Vorlaufzeit kann bis zu sechzig Monate nach dem Vertragsabschluss betragen. Die Zeitspanne zwischen dem Vertragsabschluss und dem Beginn der Laufzeit ist die sogenannte Forward-Periode, in der für das Darlehen keine Kredit- oder Bereitstellungszinsen anfallen.

Gesamtschuldner
Mehrere Darlehensnehmer eines Darlehens haften als Gesamtschuldner. Jeder Gesamtschuldner ist unabhängig vom anderen zur vollen Zahlung verpflichtet. Die Bank ist dabei in der Wahl des von ihr in Anspruch genommenen Gesamtschuldners frei, sie darf die Leistung jedoch nur einmal verlangen. Der Schuldner, der die Zahlung gegenüber der Bank geleistet hat, kann jedoch von den anderen Schuldnern Ausgleich verlangen.

Haushaltspauschale
Die Bank prüft vor Darlehensgewährung im eigenen Interesse, ob nach Abzug aller Belastungen ein ausreichender Betrag zum Bestreiten des normalen Lebensunterhalts verbleibt. Hierfür werden in der Regel Mindestsätze (Haushaltspauschalen) festgesetzt. Die Monatspauschalen sind je nach Bank verschieden.

Konsumentenkredit
In der Bankpraxis bezeichnet man Kredite an Privatpersonen als Konsumentenkredite. Sie dienen zur Beschaffung von Konsumgütern (Kfz, Möbel, Reisen, usw.). Ihre Rückführung erfolgt in der Regel in festen monatlichen Raten.

Kontoführungsgebühren
Für die Führung von Konten berechnen Kreditinstitute unter Umständen Gebühren. Diese meist quartalsweise oder monatlich zu entrichtenden Entgelte finden vereinzelt auch bei Baudarlehen Anwendung.

Kreditvermittlungskosten
Kreditvermittlungskosten können durch einen Vermittler (Makler) entstehen, der einen Kredit für einen Kunden vermittelt. Sofern diese Kosten nicht von dem Kreditinstitut getragen werden, sondern vom Kunden, muss dieser über die entstehenden Kosten unterrichtet werden.

Mitantragsteller
Der Mitantragsteller haftet selbstschuldnerisch wie der Antragsteller. Der Mitantragsteller ist sofort zur Zahlung verpflichtet, wenn der Hauptschuldner bei Fälligkeit die verbürgte Verbindlichkeit nicht zahlt.

Mitschuldner
Ein Darlehensnehmer, zumeist Ehegatte, der als Gesamtschuldner zusammen mit einem anderen Schuldner haftet.

Nettokreditbetrag
Als Nettokreditbetrag bezeichnet man den auszuzahlenden Darlehensbetrag abzüglich Bearbeitungskosten, Schätzkosten und eines eventuellen Disagios.

Nominalzinssatz
Der Nominalzinssatz ist der auf den Nominalbetrag des Darlehens bezogene Prozentsatz, mit dem ein Darlehen verzinst wird. Der Nominalzinssatz wird bei Annuitätendarlehen meist per anno (pro Jahr) angegeben.

Preisangabenverordnung
Seit 1985 als Verbraucherschutzregelung in Kraft. Kreditinstitute sind verpflichtet, in Angeboten und Darlehensverträgen alle relevanten Preise bzw. Kosten aufzuführen. Darüber hinaus muss im Privatkundengeschäft auch der Effektivzinssatz für die Vergleichbarkeit von Finanzierungen angegeben werden.

Restschuld
Der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht getilgte (zurückgezahlte) Teil eines Darlehens. Die Höhe der jeweiligen Restschuld eines Darlehens zu dem entsprechenden Zeitpunkt kann anhand des Tilgungsplans festgestellt werden.

Restschuldversicherung
Eine Restschuldversicherung ist eine zusätzliche Absicherung. Der Kreditnehmer hat die Möglichkeit, sein Darlehen über verschiedene Tarife z. B. gegen Ableben, Unfall oder Krankheit abzusichern. Die Versicherungsgesellschaft begleicht in der Regel im Todesfall die noch ausstehende Restschuld des aufgenommenen Darlehens bzw. leistet zusätzliche Dienstleistungen wie Unfall- oder Krankenversicherung.

Schufa
Abkürzung für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Kreditinstitute und anderer Kredit gebender Wirtschaftsunternehmen, um Mitgliedsinstitute vor Verlusten im Kreditgeschäft zu bewahren. Die Schufa erhält zu diesem Zweck von den ihr angeschlossenen Instituten Informationen zur Beurteilung der Bonität der Kreditnehmer. Die Schufa stellt die bei ihr vorhandenen Informationen unter Beachtung der strengen Vorschriften des Datenschutzes den Banken auf Anfrage zur Verfügung.

Selbstauskunft
Bei der Selbstauskunft handelt es sich um ein vom Kreditgeber vorbereitetes Formular, welches vom Antragsteller auszufüllen ist. Im Wesentlichen werden Fragen zur Einkommens- und Vermögenssituation gestellt.

Sondertilgung
Sondertilgungen sind Tilgungen, die über die im Kreditvertrag vereinbarten Leistungsraten hinausgehen. Bei Darlehen mit vereinbarter Zinsfestschreibung ist in der Regel eine Sondertilgung nicht möglich, es sei denn, dass schon bei Vertragsabschluss die Option einer Sondertilgung vereinbart wurde.

Tilgung
Die Tilgung ist die Zahlung des Darlehensnehmers zur Rückführung des Darlehens. Diese wird üblicherweise als Tilgungssatz als Prozentsatz angegeben.

Verbraucherkreditgesetz
Durch das Verbraucherkreditgesetz, welches seit 1991 in Kraft ist, sollen Verbraucher vor missbräuchlichen Kreditbedingungen geschützt und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.

Vorfälligkeitsentschädigung
Entgelt für die außerplanmäßige Rückführung eines Darlehens während der Zinsfestschreibungszeit. Aufgrund der fristenkongruenten Refinanzierung der Kreditinstitute darf der objektiv entstandene Zins-/ Margenschaden von der Bank zurückgefordert werden. Die Berechnungsgrundlage stützt sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes.

Zinsbindung
siehe Zinsfestschreibungszeit

Zinsfestschreibungszeit
Zeitraum, in dem der Nominalzinssatz des Darlehens fest zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber vereinbart ist. Kreditinstitute bieten unterschiedliche Zinsfestschreibungszeiten

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