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Bestimmt wissen Sie, wie Schaumstoff aussieht und vor allem, wie er sich anfühlt. Doch wie wird er hergestellt? Welche wichtigen Eigenschaften zeichnen ihn aus? Und woran erkennen Sie hochwertigen Schaumstoff? Diese und viele weitere Informationen hält der nachfolgende Artikel für Sie bereit.

Wie wird Schaumstoff hergestellt?

Schaumstoff entsteht im sogenannten Schäumverfahren. Da jedoch Schaumstoff nicht gleich Schaumstoff ist, gibt es viele verschiedene Schäumverfahren. Je nach gewünschtem Endprodukt kann zwischen physikalischem, chemischem und mechanischem Schäumen unterschieden werden.

Der meistverwendete Schaumstoff ist PU-Schaum, dessen Produktion als „PU-Schäumen“ oder „PUR-Schäumen“ bezeichnet wird. Neben rund 20 anderen Bestandteilen bedarf es zur Herstellung dieses Schaumstoffs vor allem diese zwei wichtigen Komponenten: Isocyanate und Polyole. Deren Basis wiederum ist überwiegend Erdöl. In der Produktion reagieren beide Chemikalien zu Polyurethanschaum. Das dabei verwendete Treibmittel – meist Wasser – bildet zugleich Gaseinschlüsse, die dem Schaum seine typische Struktur geben.

Der gesamte Prozess geschieht in einer riesigen Anlage. Herzstück dieser Anlage ist die bis zu 200 Meter lange und 2 Meter breite „Schaumstoffstraße“, die sich langsam nach vorne bewegt. Reagieren die Komponenten miteinander, dauert es nicht lange, bis man sehen kann, wie sich der Schaumstoff bildet und stetig an Höhe gewinnt. Über 1 Meter hoch kann die Schaumstoffbahn sein. Am Ende der „Straße“ werden die Schaumstoffblöcke schließlich abgeschnitten, gekühlt – immerhin können während der Produktion Temperaturen von bis zu 150° C entstehen – und für den Transport oder die Weiterverarbeitung vorbereitet.

Auch interessant: Die Herstellung von Schaumstoff gleicht einem geheimen Kochrezept. Jeder Produzent legt großen Wert auf die genauen Bestandteile, die exakten Mengenangaben und die richtigen Verhältnisse. Nur so kann garantiert werden, dass der Schaumstoff über die gesamte Blockstärke hinweg ein einheitliches Raumgewicht mit so wenig Lufteinschlüssen wie möglich besitzt.

Neben dem PU(R)-Schäumen gibt es noch viele weitere Herstellungsverfahren für Schaumstoff. Damit Sie einige davon zumindest gehört haben:

  • Schaumextrusion
  • Formteilprozess
  • Thermoplast-Schaumguss-Verfahren (TSG)
  • RRIM
  • MuCell

Welche Schaumstoff-Grundtypen gibt es?

Ganz generell differenziert man zwischen zwei unterschiedlichen Schaumstofftypen: geschlossenzelligem und offenzelligem Schaumstoff.

Wie der Name schon andeutet, sind im geschlossenzelligen Schaumstoff die Wände zwischen den einzelnen Zellen geschlossen. Diese Schaumstoff-Gattung nimmt kein oder nur wenig Wasser auf. Darunter fallen beispielsweise Polyethylen – daraus bestehen zum Beispiel Kunststoff-Kanister –, Moosgummi, Gummimatten oder Ethafoam für den Hausbau.

Offenzelliger Schaumstoff zeichnet sich durch offene Zellwände aus. Diese meist sehr leichten Schaumstoffe können Luftschall sowie Flüssigkeiten aufnehmen. Offenzellige Schaumstoffe finden häufig Anwendung bei Polstern und Matratzen und wenn es um Schallabsorption geht.

Oft unterscheidet man darüber hinaus zwischen zwei weiteren Schaumstofftypen. Gemischtzellige Schaumstoffe sind eine Mischung aus offen- und geschlossenzelligen Schaumstoffen. Und sogenannte Integralschäume besitzen eine dicke geschlossene Außenhaut und einen zelligen Kern; die Dichte nimmt nach innen hin also ab.

Wie reagiert Schaumstoff auf Feuchtigkeit?

Offenzelliger Schaumstoff saugt Wasser auf wie ein Schwamm. Wenn Sie ein Schaumstoff-Kissen in die Badewanne legen, werden Sie den Effekt beobachten können. Auch hohe Luftfeuchtigkeit ist für diesen Typ auf Dauer schädlich. Werden offenporige Schaumstoffe im Wechsel nass und wieder trocken, werden die Strukturen porös und die Lebensdauer verkürzt sich.

Geschlossenzellige Schaumstoffe nehmen so gut wie kein Wasser auf und reagieren auf Feuchtigkeit entsprechend gut. Polyethylen (PE) zum Beispiel schwimmt auf Wasser und ist annähernd wasserresistent – daher bestehen Türdichtungen meist aus PE.

Welche herausragenden Eigenschaften hat Schaumstoff?

 Damit Sie ein besseres Verständnis von den Schaumstoff-Vorteilen haben, finden Sie hier die wichtigsten Pluspunkte zusammengefasst: 

  • überaus vielseitiger Einsatzbereich
  • leichtes Gewicht
  • geringe Verschleißerscheinungen
  • hervorragend wärmedämmend
  • schallreduzierend
  • Schutz vor mechanischer Einwirkung
  • feuchtigkeitsregulierend
  • staubt nicht und fasert nicht aus
  • beständig gegenüber vielen Chemikalien

Wo wird Schaumstoff verwendet?

Aufgrund seiner Eigenschaften hat Schaumstoff ein extrem weitreichendes „Einsatzgebiet“ und wird auch oft dort verwendet, wo wir es gar nicht vermuten.

So spielt Schaumstoff vor allem im Hausbau eine wichtige Rolle. Wir finden ihn zum Beispiel in Decken, Böden, Wänden, Fenstern und Türen. Meist wirkt Schaumstoff dort isolierend oder schallreduzierend. Auch im Alltag umgibt uns Schaumstoff: Denken Sie an weiche Polster, Matratzen, Kissen, Sofas, Ihre Autositze und die Kopfstützen. Sogar in der Autotür befindet sich Schaumstoff. Vielleicht kennen Sie auch Noppenschaumstoff zur Hallreduzierung und Schalldämmung. Die Industrie nutzt den flexiblen Allrounder unter anderem zur Lärmdämmung lauter Kompressoren oder Motoren. Gar in Schwimmbädern und Aquarien kann Schaumstoff Schadstoffe aus dem Wasser filtern.

Tipp: Wenn Sie den Schaumstoff Ihrer Wahl für Ihr Bauprojekt gefunden haben, können Sie sich diesen Maßgefertigt, mit z.B. dem Zuschnittrechner für Schaumstoffe von schaumstofflager.de, bequem zusenden lassen.

Gibt es brandschutztechnische Bedenken?

Grundsätzlich gilt: Schaumstoff und Brandschutz gehören zusammen wie Autofahren und Gurt. Lassen Sie also stets Vorsicht walten und vertrauen Sie Ihrem Verstand!

Schaumstoff fällt unter die Brandschutzklasse B „brennbare Stoffe“. Innerhalb dieser Klassifizierung gibt es wiederum

  1. schwerentflammbare Schaumstoffe. Beispiele sind Akustikschaumstoffe aus Basotect oder B1 Polsterstoffe. Schwerentflammbare Schaumstoffe dürfen in allen Lebensbereichen bedenkenlos eingesetzt werden, da sie kaum oder erst bei sehr hohen Temperaturn, die im Normalfall nicht auftreten, brennen.
  2. normalentflammbare Schaumstoffe. Diese Stoffe brennen, jedoch mit verringerter Geschwindigkeit. Seien Sie vernünftig, wenn es darum geht, wo und wie Sie diese Schaumstoffklassen einsetzen.
  3. leicht entzündliche Materialien. Häufig kommen genau diese Schaumstoffe zur Anwendung – zum Beispiel Polster –, da sie sehr kostengünstig sind. Zudem werden sie dort eingesetzt, wo die Gefahr eines Brandes nicht oder kaum gegeben ist. Umso drastischer, wenn tatsächlich „etwas passiert“. Bleiben Sie daher wachsam, sowohl zu Hause als auch außerhalb…

Woran sollten Sie bei der Auswahl des Schaumstoffs denken?

Guten Schaumstoff zu erkennen, ist gar nicht so schwierig – wenn Sie wissen, worauf Sie achten sollen. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, hochwertigen Schaumstoff zu identifizieren:

  1. Das Siegel „Made in Germany“ gilt insbesondere im Bereich der Schaumstoffe als DAS Qualitätsmerkmal. Produzenten, die bestmöglich in Deutschland herstellen, legen großen Wert auf die verwendeten Rohstoffe, die weitere Wertschöpfungskette sowie faire Preise. Apropos: Vor allem bei (Qualitäts-)Schaumstoff gilt – nicht am falschen Fleck sparen!
  2. Auch das Raumgewicht ist ein wichtiges Kriterium, anhand dessen Sie guten von schlechten Schaumstoff unterscheiden können. Diese Kennziffer gibt salopp gesagt an, „wie viel Schaumstoff Sie für Ihr Geld bekommen“. Je höher das Raumgewicht ist, umso weniger Luft enthält der Schaumstoff. Und umso höher ist die Lebensdauer. Gute Anbieter teilen Ihnen ein hohes Raumgewicht stets mit.
  3. Viele Produzenten verraten überdies, wie sie ihren Schaumstoff weiterverarbeiten. So ist unter anderem eine Klebenaht, die um 45° abgeschnitten und verklebt wird, ein Zeichen für Stabilität und Langlebigkeit. Auch die benötigte Klebemenge kann Ihnen einen Hinweis auf die Schaumstoff-Qualität geben. Ist Kleber zum Beispiel bei großen Maßen nötig, sollte er allein aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht auf ein absolutes Minimum reduziert werden.
  4. Wertige Schaumstoffe sind zertifiziert mit dem STANDARD 100 by OEKO-TEX ®. Dieses Prüfsiegel garantiert eine hohe und effektive Produktsicherheit und gewährleistet, dass der Schaumstoff in allen Lebensbereichen bedenkenlos eingesetzt werden kann.
  5. Weitere Qualitätssiegel können sein: „schadstoffgeprüft“, „geeignet für Allergiker“, das LGA Qualitätszertifikat und viele mehr.

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