Haus des Jahres 2019

Was passiert, wenn man einen Neuwagen kauft und ihn einfach fährt, ohne jemals Wartungsarbeiten durchführen zu lassen? Keinen Ölwechsel, keinen Bremsflüssigkeitstausch und niemand, der einen fachmännischen Blick auf die Unterseite wirft. Wahrscheinlich wäre das Auto nach wenigen Jahren kurz vor der Schrottreife. Was das mit einem Haus zu tun hat? Eine Menge. So wartungsfrei, wie sich viele Bauherrn in spe es vorstellen, ist ein Haus keineswegs.

Tatsächlich liegen viele Arbeiten an – und sie sind höchst sinnvoll. Denn Vorsorge reduziert dramatisch die laufenden Reparaturkosten. Der folgende Artikel liefert die Wartungspläne. Und ebenfalls wie dabei besteht auch am Haus vieles nur aus prüfenden Blicken.

 

  1. Alljährliche Arbeiten

Beginnen wollen wir mit Arbeiten, die mindestens einmal jährlich erfolgen sollten – teilweise auch in kürzeren Abständen; dies wird aber, falls erforderlich, im jeweiligen Unterpunkt genannt.

Holz im Außenbereich (Sichtprüfung)

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Bei einem Neubau wird das Holz im Außenbereich nach nur einem Jahr kaum gelitten haben. Eine Sichtprüfung schafft Gewissheit. Foto: fotolia.com © Fotoschlick

Das natürlichste aller Baumaterialien unterliegt draußen andauernden Belastungen. Vor allem durch UV-Strahlung, mechanische Belastung, Insekten und Feuchtigkeit. Einmal jährlich, am besten um den Frühlingsanfang, sollte man deshalb Terrassendielen, Verkleidungselemente und Ähnliches einer Sichtprüfung unterziehen – auf Wasserspuren, abgeplatzten Lack usw. Falls man etwas entdeckt, mit Klarlack versiegeln.

Fallrohre

Die Rohre, die das, was die Regenrinnen aufnehmen, zusammenführen, müssen zehntausende Liter jährlich schlucken. Zwar sind sie, ungeachtet des Materials, praktisch wartungsfrei. Dennoch sollte man sich die Mühe machen und:

  • Die Regenrinnen zweimal jährlich – vor und nach dem Winter – reinigen (lassen), um Verstopfungen vorzubeugen.
  • Die Wandhalterungen der Fallrohre bei der Gelegenheit auf Festigkeit prüfen (leicht daran rütteln).
  • Bei Regen prüfen, ob an den Nahstellen der Fallrohrabschnitte irgendwo Wasser austritt.

Die Dachflächen

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Nicht nur die Errichtung, sondern auch Wartungsarbeiten am Dach sollte man Profis überlassen. Zu groß ist hier das Absturzrisiko. Foto: fotolia.com © cherokee4

Dachflächen sind die mit am stärksten witterungsbelasteten Bauteile am Haus, weil sie sowohl von den Seiten wie von oben der Witterung ausgesetzt sind. Aufgrund dessen gibt es auch eine lange Liste möglicher Schadensbilder, von gerissenen Dachpfannen bis zu losen Wellplatten. Insbesondere ob der Höhe (Absturzgefahr) und der Tatsache, dass dort oben zahlreiche, sehr unterschiedliche Wartungsarbeiten durchgeführt werden müssen, sollte dieser Job jedoch Profis überlassen werden. Neben den Wartungsarbeiten sollte man auch anfallende Arbeiten, wie die Reinigung der Dachrinne oder das Entfernen der Schmutzablagerungen, eher den Profis überlassen.

Kellerwände

Ein modernes Haus ist sehr gut eingepackt – auch unter Erdniveau. Dort werden die Wände von einem mehrschichtigen (und sehr langlebigen) Schutz gegen Kühle und Feuchte des Erdreichs abgeschirmt. Dennoch sollte man nicht blind darauf vertrauen und einmal jährlich, gegen Winterende, alle Keller-Außenwände mittels Taschenlampe auf Feuchtigkeitsspuren absuchen – auch hinter etwaigen Schränken.

Reinigung Lichtschächte

Wer schon einige Jahre in einem Haus mit Lichtschächten lebt, könnte glauben, dass es deren feste Zweitverwendung wäre, Schmutz zu sammeln. Denn von Blättern über Staub bis hin zu tierischen Mitbewohnern sammelt sich hier ziemlich viel an. Säubern sollte man sie schon deshalb, weil der ganze Schmutz wie ein Schwamm für Regenwasser wirkt. Das kann einfach mit einem alten Staubsauger geschehen.

Tipp: Stabile Fliegengitter, über das Schachtgitter gelegt und fachgerecht fixiert, verhindern effektiv, dass Schmutz hineinfällt.

 

Schornsteinfeger

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Gerade dort, wo viel mit Holz oder Pellets geheizt wird, muss der Kaminkehrer auch mehrmals jährlich sein Werk verrichten. Foto: fotolia.com © pholidito

Nachdem das Schornsteinfegermonopol gefallen ist, obliegt es dem Hausbesitzer, sich einen passenden Kaminkehrer zu suchen und zu beauftragen. Ein lebenswichtiger Job, denn gerade, wo Kamin- oder Kachelöfen genutzt werden, kann durch Ruß enorme Gefahr für Kaminbrände entstehen. Daher sollte man den Glücksboten, abhängig von der Heizung, auch mehrmals jährlich anfordern – teilweise aber auch seltener:

  • Öl- und Gasheizungen: 1x jährlich
  • Regelmäßig benutzte Brennstofföfen (Holz, Pellets, Briketts…): 3x jährlich
  • Häufig benutzte Brennstofföfen (>2x wöchentlich): 2x jährlich
  • Selten bis nie benutzte Brennstofföfen: 1x jährlich

Damit ist man – auch mit Hinblick auf die Versicherung – auf der sicheren Seite.

Photovoltaik/Solarthermie (Sichtprüfung)

Photovoltaik- bzw. Solarthermie-Module unterliegen den gleichen Belastungen wie der Rest der Dacheindeckung. Falls man nicht auch deren Kontrolle zusammen mit der Dachprüfung erledigen lassen will, sollte man es selbst mit einem Fernrohr, Zoomkamera oder Ähnlichem tun und dabei auf Risse achten.

Fenster- und Türdichtungen

Dichtungen müssen geschmeidig sein – unterliegen aber durch Alterungsprozesse ständiger Gefahr des Aushärtens und somit dem Verlust ihrer Wirksamkeit. Um diese Prozesse zu verzögern, sollte man die Dichtungsgummis zweimal jährlich feucht abwischen und anschließend mit einem Lippenpflegestift darüberfahren.

Wärmepumpe Filter

Luft-Luft- sowie Luft-Wasser-Wärmepumpen haben im Betrieb einen enormen Luftdurchsatz. Der muss durch einen oder mehrere Filter (geräteabhängig) gesaugt werden, damit das System nicht beschädigt wird. Jedes Staubkorn setzt die Filter mehr zu, macht die Ansaugarbeit energieintensiver und die Wärmepumpe weniger wirksam.

Halbjährlich sollten die Filter deshalb ausgebaut (sie liegen meist gut zugänglich) und ausgeklopft/ausgebürstet oder (besser) mithilfe eines Kompressors ausgeblasen werden. Wie oft der Filter tatsächlich getauscht werden muss, entnimmt man der Bedienungsanleitung.

 

  1. Zweijährliche Arbeiten

Die jährlichen Arbeiten halten sich, was das tatsächliche Handwerken anbelangt, in Grenzen. Etwas anders sieht es jedoch bei den Jobs aus, die alle zwei Jahre warten.

Holz im Außenbereich (Anstrich)

So gut moderne Holzschutzanstriche auch sind, falls sie das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt sind, ist nach zwei Jahren Schluss. Dann muss, am besten im Frühjahr, der Anstrich mit Pinsel, Rolle oder Lackierpistole erneuert werden. Dazu am besten den Alt-Anstrich mit Sandpapier (240er Körnung oder Schleifvlies) etwas anrauen, damit der neue besser haftet.

Silikonfugen

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Mithilfe solcher Silikon-Fugenspachtel können auch Laien eine fachmännisch glatte Silikonfuge ziehen. Foto: fotolia.com © TELCOM-PHOTOGRAPHY

Fugen aus Silikon finden sich an zahlreichen Stellen im und ums Haus, vor allem natürlich im Bad. Insbesondere dort, wo sie häufig nass werden, werden sie binnen zweier Jahre unansehnlich und womöglich auch undicht. Dann muss die Fuge also erneuert werden. Das bedeutet, die Alte muss mit einem scharfen Messer entfernt und neues Material aufgebracht werden. Dank günstiger Silikon-Fugenwerkzeuge ist das auch für Laien problemlos machbar.

Filter Dunstabzug

Nicht alle modernen Häuser verfügen über eine Dunstabzugshaube mit Anschluss nach draußen. Wo es ohne diesen funktioniert, arbeiten im Inneren Filter, die sowohl die Kochdünste wie ihre Gerüche aufnehmen. Da diese Filter auf Aktivkohle basieren, können sie nicht gereinigt werden. Sie müssen ausgetauscht werden – dank weniger Klipse meist eine schnelle Aufgabe.

Heizung

Insbesondere auf klassische Weise verbrennende Heizungen verschmutzen mit der Zeit. Dadurch werden sie ineffizienter, im Betrieb teurer. Alle zwei Jahre (spätestens) sollte deshalb ein Heizungsbauer die Anlage durchchecken. Dabei wird er sie reinigen und gegebenenfalls auch neu einstellen. Mitunter hat das sogar positive Auswirkungen auf die Herstellergarantie. Mindestens aber darauf, dass die Heizung ein hohes Lebensalter erreicht.

Tipp: Das ebenfalls zugehörige Entlüften der Heizkörper kann man selbst erledigen, wenn man sich mit Tasse und Heizkörperschlüssel bewaffnet und diesen Schritt nach der Wartung selbst übernimmt.

 

Armaturen (Reinigung)

Je nachdem, wo man in Deutschland lebt, wird der Kalk im Wasser den Armaturen nach fünf Jahren gehörig zugesetzt haben – meistens nur ein optisches Problem, oftmals jedoch auch ein technisches, das Düsen verstopft oder Mechaniken verklemmt.

Für diese Wartung sollte man den Haupt-Wasserhahn abdrehen. Dann werden Duschköpfe, Ablaufgitter usw. von den Armaturen entfernt – meist sind sie nur geschraubt. All diese Teile kommen dann für einige Stunden in ein Bad aus Essig, der den Kalk höchst effektiv löst. Unterdessen kann man den restlichen Teilen der Armaturen mit Zitronensäure(-reiniger) zu Leibe rücken.

Photovoltaik/Solarthermie (Reinigung)

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Der Unterschied ist kaum zu übersehen. Eine Reinigung der PV-Anlage kann deren Effizienz dramatisch verbessern – und kostet recht wenig. Foto: fotolia.com © Marina Lohrbach

Jeder Regenguss hinterlässt Kalkspuren. Was an Feinstaub in der Luft liegt, lagert sich ebenfalls vornehmlich auf waagerechten und schrägen Flächen ab. Damit werden sowohl Photovoltaik- wie Solarthermiemodule weniger effizient – der Dreck schirmt die Lichteinstrahlung ab.

Reinigung tut also Not. Bei kleinen Anlagen, die man vom Dachfenster aus erreichen kann, genügen dafür ein Schrubber, der mit einem sauberen Putzlappen umwickelt ist, sowie eine Gießkanne mit destilliertem Wasser für das abschließende Spülen. Bei größeren Anlagen, die weite Teile des Dachs bedecken, sollte allerdings eine Reinigungsfirma beauftragt werden.

Außenputz (Sichtprüfung)

Unter dem Neubau wurde zwar vor Baubeginn sorgsam verdichtet. Dennoch wird sich, vor allem bei gemauerten Gebäuden, die gesamte Konstruktion in den ersten Jahren „setzen“. Das ist normal, kann aber mitunter zu Haarrissen im Außenputz führen. Alle zwei Jahre sollte man die Fassade darauf sichtprüfen und etwaige Risse mit etwas Acryl oder Silikon verschließen, damit kein Wasser eindringen kann.

Rollladen

Der gleiche Dreck, der auf den Fensterscheiben landet, landet nachts auf dem Rollladen – macht ihn unansehnlich und kann über die Jahre der Mechanik zusetzen. Alle zwei Jahre, am besten im Frühjahr, sollte man daher:

  • Die seitlichen Führungsschienen aussaugen und mit einem feuchten Tuch entstauben.
  • Den geschlossenen Rollladen mit Spülwasser und Spülschwamm gründlich abschrubben, danach mit klarem Wasser abspülen und trockenwischen.
  • Die Lamellen mit Kunststoff-Pflegespray einsprühen und nach etwas Einwirkzeit mit Küchenkrepp abreiben.

Damit bleibt der Rollladen nicht nur sauber, sondern durch das Pflegespray wird der Kunststoff auch weniger durch die UV-Strahlen belastet und bleibt somit länger flexibel.

Fliesen-Verfugung

Ein typischer Job für Regentage – nach zwei Jahren werden die Fliesenfugen im und ums Haus schmutzig sein. Wie neu werden sie, wenn man entweder mit einem Heißdampfreiniger und einer alten Zahnbürste darüber geht oder aber etwas Natronpulver mit Wasser zu einem Brei vermischt und diesen per Zahnbürste zum Schrubben verwendet.

 

  1. Fünf- bis zehnjährliche Arbeiten

In diesem Zeitraum gibt es weitere Bauteile und Ausstattungsgegenstände, die im Haus verschlissen sind. Diese Arbeiten sind also etwas umfangreicher.

Böden im Innenraum

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Vor allem Läufer an Durchgangsstellen im Haus sind nach fünf Jahren manchmal bereits abgewetzt und sollten ausgetauscht werden. Foto: fotolia.com © Syda Productions

Dazu zählen Böden im Innenraum und hier vor allem weniger belastbare Materialien wie Teppich, Vinyl/Linoleum und teilweise Laminat. Diese vier Böden haben eines gemeinsam: Sie können nicht aufgearbeitet werden. Zeigen sich also tiefe Kratzer, ausgedünnte Stellen, sollte ausgetauscht werden – auch für den Werterhalt des Hauses.

Holz im Innenbereich

Holz im Inneren unterliegt zwar nicht den gleichen Witterungs-Belastungen wie im Außenbereich. Dennoch arbeitet es aber auch hier – und sollte dementsprechend alle fünf Jahre mit einem neuen Anstrich mit innenraumtauglichen Farben versehen werden – dabei kann man ganz ähnlich wie im Außenbereich vorgehen. Sprich, kurz anschleifen, absaugen und dann neu einlassen.

Tapeten/Wandfarbe

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So präzise trifft man Lichtschalter nicht immer. Nach einigen Jahren wird sich drumherum oft ein Schmutzrand auf der Wand befinden. Foto: fotolia.com © producer

Auch bei Tapeten bzw. Wandfarben sieht es ähnlich aus. Aber aus unterschiedlichen Gründen. Bei den Tapeten deshalb, weil hier oftmals der Kleister nach einem halben Jahrzehnt, vor allem an Ecken und Kanten, an Haftkraft verliert – und Tapeten dort, wo sie häufig berührt werden, etwa rund um Lichtschalter oder Kleiderhaken, dann auch abgescheuert sind. Gegebenenfalls muss neu tapeziert werden, abgelöste Stellen lassen sich mit neuem Kleister wieder befestigen.

Bei den Wandfarben sieht es anders aus. Sie bleichen häufig, dadurch, dass durch die Fenster immer ein Bereich stärker beschienen wird, pro Raum ungleich (und unschön) aus. Zudem gibt es rund um Lichtschalter ähnliche Probleme wie bei der Tapete, durch den Schmutz, der selbst saubersten Händen immer anhaftet. Eine Auffrischung des Anstrichs lässt den Raum dann in neuem Glanz erstrahlen.

Schornsteinkopf (Sichtkontrolle)

Dieser Job ist etwas für den Schornsteinfeger: Der Schornsteinkopf ist der Teil, der aus dem Dach herausragt – und deshalb starken Witterungsbelastungen unterliegt. Die normalen Reinigungsarbeiten können durch Wartungsklappen meistens von unten erledigt werden. Für die Kontrolle des Schornsteinkopfes muss der Fachmann hingegen aufs Dach und dort auf Rost an Metallteilen, Risse im Putz usw. achten und sie gegebenenfalls sanieren.

 

  1. Seltenere Arbeiten

Was dem Auto der Zahnriemen, der nur nach vielen zehntausend Kilometern getauscht werden muss, sind dem Haus Rohre und Außenanstriche. Ob des Umfangs der Arbeiten kann man hier schon nicht mehr von Wartung, sondern fast schon Sanierung sprechen.

Holzböden/-treppen erneuern

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Mit dem richtigen Werkzeug lassen sich alte Holzböden auf den absoluten Neuzustand bringen – für vergleichsweise kleines Geld. Foto: fotolia.com © Alex

Echtholzböden haben einen gewaltigen Vorteil: Sie können viele Male abgeschliffen werden. In einem Haus, wo Boden und Treppe mit modernen Schutzlacken versiegelt sind, ist das höchstens alle 15 Jahre oder noch seltener notwendig.

Keine saubere Aufgabe, weil dabei viel Staub anfällt, aber auch keine sonderlich teure – die Schleifwerkzeuge verleihen viele Baumärkte, selbst mit hochwertigem Schutzlack entstehen kaum vierstellige Beträge.

Tipp:Solche Schleifarbeiten sollte man mit anderem, etwa Tapezieren oder Innenanstrichen, kombinieren, weil der feine Schleifstaub sonst sehr schwer zu reinigen ist.

Außenanstrich

15-20 Jahre sind die Lebensdauer, die Fachmänner einem Fassadenanstrich zumessen. Bei kräftigen Farben vor allem deshalb, weil sie viel stärker (und ebenfalls wegen des Sonnenstandes ungleicher) ausbleichen als gedämpfte Farben. Generell jedoch, weil saurer Regen, UV-Strahlen auch auf chemischer Ebene die Farbe schwächen, sodass sie den Rest des Hauses nicht mehr so gut schützt.

Zwar kann man mit Rolle und Pinsel theoretisch auch die Fassade in Eigenregie streichen. Wegen der notwendigen hohen Ausführungsqualität sei hier jedoch allen, außer sehr erfahrenen Heimwerkern, die Beauftragung eines Profis empfohlen.

Tipp: Soll es eine andere Farbe werden, vorher bei der Gemeinde Einsicht in den Bebauungsplan verlangen. Mitunter hat sich seit dem Bau hier etwas getan, sind bestimmte Farben nun erlaubt oder ehemals erlaubte nun untersagt.

(Ab)Wasser- und Heizungsrohre

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Nach über 30 wassergefüllten Jahren wird sich der Innendurchmesser von Rohren durch Kalk und Rost gehörig reduziert haben. Foto: fotolia.com © Tobias

Rohre, in denen Wasser fließt, setzen sich im Lauf der Jahre immer zu. Sei es durch Kalk, Urinstein, Fett oder Ähnliches. Bei Frischwasserleitungen kann das nach einigen Jahrzehnten (>30 Jahre) dazu führen, dass der Rohr-Innendurchmesser so gering wird, dass der Wasserdruck abnimmt. Umgekehrt können Abflussrohre durch ähnliche Prozesse so zusetzen, dass eine Verstopfung droht.

In beiden Fällen können Fachbetriebe reinigen – meist, indem die Rohre erst mit einer Art Spirale mechanisch gereinigt und dann durchgespült werden. Kein ganz günstiges Vergnügen aber immer noch wesentlich günstiger, als neue Rohre installieren zu lassen.

In ähnlichen Intervallen lohnt es sich übrigens auch, die freiliegenden Heizungsrohre mit neuen Dämm-Paketen auszustatten. Jahrzehnte sind in der Entwicklung dieser Thematik Meilensteine, sodass hier für relativ kleines Geld viel Einsparung generiert werden kann.

Elektroinstallation (Sichtprüfung ggf. Blendentausch)

Das Gute: Elektroleitungen in den Wänden sind mehr oder weniger wartungsfrei. Hier gibt es, zumindest nach menschlichen Maßstäben, keinen Verschleiß. Allerdings gilt das nicht für Schalter und Steckdosen. Die sind nach 20-30 Jahren wahrscheinlich am Ende ihres Kunststofflebens angelangt. Blenden an Steckdosen können einfach nach Lösen einer einzigen Schraube getauscht werden (normiert). Bei Schaltern indes sollte das ganze Element (vom Profi) getauscht werden, weil darin mechanische Beanspruchungen auftreten.

Sanitär-Festinstallationen

Toilettenschüssel, Waschbecken, Duschtasse und auch Fliesen. Nach 30 Jahren sind solche Einbauten meist reif für einen Austausch – vielleicht nicht mal zwingend aufgrund von Schäden, sondern vielleicht auch, weil der Look gänzlich wie aus der Zeit gefallen wirkt.

Pflasterarbeiten im Außenbereich

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Starkes Wurzelwerk kann Pflasterflächen anheben. Gegebenenfalls muss der Baum weichen. Foto: fotolia.com © h3roc

Die wahrscheinlich längste Lebensdauer von 40 oder mehr Jahren dürften fachgerecht gesetzte Pflastersteine haben. Kaputt gehen die massiven Stücke trotz Witterung praktisch kaum. Allerdings ist es, vor allem dort, wo sie regelmäßig belastet werden, ziemlich wahrscheinlich, dass sie etwas in ihr Fundament aus Sand und Kies eingesunken sind. Ein Fachbetrieb wird einfach diese Steine herausnehmen, ihr Fundament unterfüttern und sie dann neu setzen.

Anders allerdings sieht es aus, wenn nach so vielen Jahren großgewordene Bäume mit ihren Wurzeln die Pflastersteine anheben. Dann muss gegebenenfalls der gesamte Baum entfernt werden. Würde man nur eine einzelne Wurzel entfernen, könnte das den ganzen Baum destabilisieren und ihn beim nächsten Sturm mit unabsehbaren Folgen kippen lassen.

FAZIT ! So schön es wäre, aber auch ein Haus ist nicht wartungsfrei. Jedes Jahr, teilweise auch noch häufiger, stehen Arbeiten an oder zumindest Sichtkontrollen. Und sie dienen nur einem Zweck: Etwaige Schäden rechtzeitig zu erkennen, sie zu beheben und so dafür zu sorgen, dass das Haus einem lange in Bestzustand erhalten bleibt.

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