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Zuletzt gab es immer wieder Nachrichten über heftige Extremwetterlagen in ganz Deutschland. Sowohl starke Schneefälle und bis zu zweistellige Minustemperaturen als auch Starkregen gehören mittlerweile zum Alltag in Mitteleuropa. Umso wichtiger ist es, sein Haus vor diesen extremen Umwelteinflüssen zu schützen. Dachrinnenheizungen zählen zu diesen Schutzmaßnahmen, die Hausbesitzer teilweise selbst montieren können. Sie schützen die Dachrinnen vor Vereisungen und hohe Belastungen. Wie Heizungen für Dachrinnen montiert werden und für welche Häuser sie besonders wichtig sind, erklärt dieser Ratgeber.

Für wen ist eine Dachrinnenheizung sinnvoll?

Grundsätzlich kann jeder Hausbesitzer eine Dachrinnenheizung montieren. Sie schützt die Dachrinnen und Fallrohre und überdies das Mauerwerk und den Außenputz des Hauses. Doch für manche Gebäude sind Dachrinnenheizungen wichtiger als für andere. Folgende Kriterien spielen dabei eine Rolle:

  • Die Baulage: In wetteroffenen Lagen ist der Einfluss von Extremwetterlagen höher und somit steigt die Wahrscheinlichkeit, Schnee und Eis in der Dachrinne vorzufinden
  • Die Dachneigung: Je niedriger der Dachfirst ist, desto höher das Risiko, das Schnee und Eis sich auf dem Dach sammeln und als stetes Tauwasser über die Dachrinne abfließen
  • Die Höhenlage: Häuser, die mehrere Hundert Meter über dem Meeresspiegel gebaut sind, haben häufiger mit Eisbildung im Winter zu kämpfen.

Mit einer effektiven Dachrinnenheizung ist es möglich, Risiken wie Eiszapfenbildung, Eisverstopfungen in den Rohren und eine hohe Gewichtsbelastung des Daches und der Rohre einzudämmen. So werden Schäden an den Rohren und am Mauerwerk des Hauses vermieden und die Lebensdauer des Hauses steigt.

Strom- und Heizkabel

Grundsätzlich besteht eine Dachrinnenheizung aus einem Heizband sowie einer separaten Stromzufuhr. Das Heizband wird innen in den Dachrinnen eingebracht und dann verschraubt oder geklebt. Die Befestigungsart variiert je nach Hersteller. In großen Höhenlagen kann es sinnvoll sein, das Dach zusätzlich mit einer Flächenheizung zu schützen, sodass sich keine Schneemengen auf dem Dach ansammeln. Mithilfe von T-förmigen Traversen sowie Kantenschutzelementen werden die Heizbänder der Dachrinne und der Fallrohre miteinander verbunden.

Im nächsten Schritt ist die Dachrinnenheizung mit Strom zu versorgen. Hierzu kommen sogenannte Mantelleitungen zum Einsatz. Die abgeschirmten Stromkabel sind mit einer robusten Ummantelung umgeben und somit witterungsbeständig und wenig anfällig für Schäden durch Nässe und Kälte. Die Dachrinnenheizung wird über diese Stromkabel mit Netzstrom versorgt und verbraucht, je nach Länge der verwendeten Heizbänder und nach Art der Dachrinne, unterschiedlich viel Strom:

  1. Halbrunde Standarddachrinne: Bis zu einer Höhe von 1000 Metern über dem Meeresspiegel genügt ein Heizband mit 30 Watt pro Meter Dachrinne. Bei höher gelegenen Häusern sollte auf eine stärkere Leistung zurückgegriffen werden.
  2. Kastenrinne: Je nachdem, wie breit die kastenförmige Dachrinne ist, muss ein zweites Heizband eingebaut werden. Erforderlich ist dies in der Regel ab einer Breite von 240 Millimetern. Auch dann reichen 30 Watt pro Meter Dachrinne, abhängig von der Höhe des Gebäudes.

Bei einer Gesamtlänge des Heizbands von 30 Metern liegt der Stromverbrauch also bei rund 900 Watt. Allerdings wird diese Gesamtleistung nicht ständig abgerufen. Wie viel Strom tatsächlich verbraucht wird, unterliegt der Steuerung der Dachrinnenheizung.

Schließlich wird das Stromkabel dann entweder im Innen- oder im Außenbereich des Hauses an eine Steckdose angeschlossen. Es gehört somit zum Stromkreis des Hauses und sollte entsprechend mit einer Sicherung abgesichert sein. Je nach Länge der Dachrinnenheizung kann es sonst zu Überspannungen kommen. Ein Überspannungsschutz ist demnach unerlässlich, auch wegen der Gefahr eines Blitzeinschlags.

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Eine Dachrinnenheizung hält sowohl die Dachrinne selbst als auch die Fallrohre frei von Schnee und Eis. Mithilfe einer Flächenheizung unter dem Dach lassen sich auch Schnee- und Eismassen darauf vermeiden. Foto: Pixabay.com © Monsterkoi (Pixabay License)

Steuerung der Heizung

Obwohl es möglich ist, die Dachrinnenheizung manuell zu steuern, wird dies in der Regel vermieden, da es mit sehr viel Aufwand verbunden ist. Stattdessen bietet sich eine automatische, thermostatgesteuerte Regelung in den meisten Fällen an. Möglich ist zudem eine Eis- und Schneemeldeeinheit bei größeren Anlagen. Diese Systeme reagieren auf Feuchtigkeit in Kombination mit der aktuellen Temperatur und schalten sich dann entsprechend ein und aus. Bei der Montage der Steuerung sind folgende Dinge zu beachten:

  • Das Thermostat sollte an einer Stelle außerhalb der Dachrinne montiert werden.
  • Das Thermostat sollte keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Werden diese Punkte missachtet, kann das zu verfälschten Messungen führen. Die Folgen sind ein erhöhter Stromverbrauch und zudem höhere Kosten für den Verbrauch. Das Differenzthermostat und der Fühler reagieren auf Wetterumschwünge und Temperaturunterschiede und schalten so das Heizband ein, das ein schnelles Abtauen der Dachrinne ermöglicht.

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Eine defekte Regenrinne ist für Hausbesitzer weitaus kostspieliger als die Montage einer Dachrinnenheizung. Deshalb setzen immer mehr Eigentümer auf eine Heizungsanlage. Foto: Pixabay.com © Antranias (Pixabay License)

Mit welchen Kosten müssen Hausbesitzer rechnen?

Natürlich ist eine Dachrinnenheizung mit Kosten verbunden. Zunächst müssen Heiz- und Strombänder angeschafft werden, hinzu kommen Stromkosten durch die Verwendung der Heizung. Die Anschaffung der Heizanlage kostet zwischen 250 und 300 Euro, inklusive Stromkabeln und Heizanlage für die Fallrohre. Wer nur eine Heizanlage für die Dachrinne benötigt, liegt bei 100 bis 200 Euro Gesamtkosten in der Anschaffung.

Die Kilowattstunde, kurz kWh, kostet in Deutschland im Jahr 2019 etwa 30 Cent. Bei einer Leistung von 30 Watt pro laufendem Meter Dachrinnenheizung liegen die Kosten demnach bei etwa einem Cent pro Meter. Je nach Wetterlage und Länge der Heizungsanlage liegt dann die Gesamtsumme für den regelmäßigen Verbrauch der Heizung.

Hausbesitzer sollten jedoch im Hinterkopf behalten, dass die Kosten, die durch Schäden am Haus entstehen, weitaus höher sind als die Anschaffungskosten für die Dachrinnenheizung. Und eine Reparatur einer geplatzten Regenrinne dauert zudem wesentlich länger als die Montage eines Heizbandes. Um sicher durch den Winter zu kommen, lohnt sich die Investition in eine Dachrinnenheizung allemal.

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