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Ob individuelle Mustertapete, moderne Vliestapete oder gestrichene Raufaser – neue Tapeten verleihen einem Raum im Handumdrehen ein völlig neues, frisches Gesicht. Und mit den richtigen Tipps und Tricks und etwas Übung geht der Tapetenwechsel auch noch völlig stressfrei vonstatten. Lesen Sie hier, worauf es ankommt.

Wie Sie die benötigten Rollen berechnen

Der Rollenbedarf lässt sich mit einer Formel kinderleicht berechnen. Standardrollen haben eine Größe von 0,53 x 10,05 Meter, sodass eine Rolle für ca. 5 Quadratmeter Wandfläche ausreicht. Nehmen Sie also einfach den Raumumfang (Breite aller Wände) mal die Raumhöhe und teilen Sie das Ergebnis durch fünf, so erhalten Sie die Anzahl der benötigten Rollen.

Formel zu Berechnung des Rollenbedarfs:
Raumumfang x Raumhöhe ÷ 5 = Anzahl der benötigten Rollen

Dabei sollten Sie das Ergebnis immer nach oben aufrunden. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie noch eine zusätzliche Rolle kaufen, denn vor allem bei Mustertapeten hat man schnell mehr Verschnitt, als man vielleicht denkt, und auch der beste Handwerker kann sich mal vermessen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung fürs perfekte Tapezieren

  • 1. Entfernen Sie die alte Tapete inklusive aller Reste und bessern Sie Unebenheiten und Risse sorgfältig aus.
  • 2. Schließen Sie die Fenster und drehen Sie die Heizung aus, damit der Kleister bei der Verarbeitung nicht zu schnell antrocknet.
  • 3. Nun rühren Sie den Kleister laut Packungsanleitung an. Dabei den Kleister lieber etwas dicker anrühren und dafür dünner auftragen.
  • 4. Vergewissern Sie sich auf der Tapetenverpackung, ob bei Ihrer Tapete der Kleister auf die Tapete oder auf die Wand aufgetragen werden muss.
  • 5. Tragen Sie den Kleister entsprechend auf die Wand oder die Tapete auf. Auf die Tapete lässt sich der Kleister am einfachsten mit einem Kleistergerät aufbringen, das Sie in vielen Baumärkten ausleihen können. Für das Auftragen auf die Wand nehmen Sie einen Quast.
  • 6. Den exakt senkrechten Verlauf der ersten Bahn loten Sie am besten mit einer Wasserwaage aus. Denn dann werden auch die Folgebahnen gerade verlaufen.
  • 7. Drücken Sie die Tapete mit einer Bürste oder einem glatten Gegenstand von oben nach unten an die Wand. Besonders bei Strukturtapeten sollten Sie nur wenig Druck ausüben.
  • 8. Achten Sie vor allem bei Mustertapeten darauf, dass keine Kleisterreste auf die Tapete gelangen bzw. entfernen Sie die Reste sofort. Bei Tapeten, die nach dem Tapezieren übergestrichen werden soll, stören Kleisterreste weniger.
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Bild: © Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Mustertapete – kein Streichen, aber auf Rapport achten

Ob romantisch geblümt, dezent gestreift oder bunt bedruckt – Mustertapeten gibt es in unzähligen Variationen. Dabei müssen Mustertapeten später zwar nicht gestrichen werden, dafür muss beim Tapezieren aber oft auf den sogenannten Rapport geachtet werden. Unter Rapport versteht man die Höhe des sich wiederholenden Musters auf der Tapete, die meistens auf der Verpackung der Tapetenrolle angegeben ist. Um den Rollenbedarf bei einer Mustertapete zu berechnen, zählen Sie einfach zu jeder Bahn eine Rapporthöhe dazu, damit Sie wirklich genug Rollen vorrätig haben, auch wenn durch das Muster mehr Verschnitt anfällt als vermutet. Beim Schneiden und Kleben muss je nach Muster ab der zweiten Bahn darauf geachtet werden, dass der Ansatz genau passt und das Muster exakt fortgeführt wird. Am besten geht das zu zweit.
Bei Mustertapeten gibt es drei Muster-Varianten:

  • Ansatzfrei: Es gibt keinen Rapport (z. B. bei senkrechten Streifen) und damit keinen Verschnitt.
  • Gerader Ansatz: Alle Bahnen sehen gleich aus, sodass es nur wenig Verschnitt gibt.
  • Versetzter Ansatz: Jede zweite Bahn ist gleich, die Bahnen dazwischen werden um einen Rapport nach oben oder unten versetzt aufgeklebt. Bei dieser Variante ist der Verschnitt am größten.

Vliestapete – wenn es besonders leicht gehen soll

Im Trend liegen heute auch Vliestapeten, die es zum Beispiel mit geprägter Struktur oder metallischer Oberfläche gibt. Bei einer Vliestapete besteht das Trägermaterial aus einem reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen Vlies, das aus Textilfasern und Zellstoff besteht. So können mit Vliestapeten kleine Unebenheiten und Risse problemlos versteckt werden.
Moderne Vliestapeten lassen sich durch ihre Stabilität viel leichter an die Wand kleben als dünne Papiertapeten. Dazu wird einfach die Wand großzügig mit kleckerfreiem Kleister eingestrichen und dann die Vliestapete direkt von der Rolle aus blasenfrei an die Wand gedrückt. Zu guter Letzt muss die Tapete dann nur noch am Boden mithilfe eines Lineals oder mit Holzleiste gerade abgeschnitten werden.

TIPP:Beachten Sie beim Tapetenkauf, dass nicht alle Vliestapeten überstreichbar sind!

Raufasertapete – der günstige Klassiker für Anfänger

Gerade wenn man noch nie tapeziert hat oder das Budget knapp bemessen ist, sind Raufasertapeten besonders zu empfehlen. Denn Raufasertapete ist günstig und umweltschonend, da aus Altpapier hergestellt. Zudem muss weder auf den richtigen Ansatz eines Musters wie bei einer Mustertapete noch auf besonders sauberes Arbeiten ohne etwaige Kleisterreste geachtet werden, da die Tapete nach dem Trocknen des Kleisters noch übergestrichen wird.
Ein weiter Vorteil von Raufaser ist, dass die Tapete in jeder erdenklichen Farbe ganz nach Ihrem Geschmack gestrichen werden kann – und das mehrmals, ohne gleich alles neu tapezieren zu müssen.

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