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Für viele ist es Liebe auf den ersten Blick: Historischer Stuck an Wänden und Decken werten Altbau-Wohnungen auf und machen Sie zu begehrten Liebhaberobjekten. Doch was macht man, wenn der Zahn der Zeit bereits an den Ornamenten und Schmuckelementen genagt und deutliche Spuren hinterlassen hat? Worauf Sie achten müssen und wie Sie am besten vorgehen, wenn Sie alten Stuck richtig reparieren möchten, erfahren Sie hier.

Das müssen Sie bedenken

Handelt es sich in Ihrer Wohnung tatsächlich um alten Stuck, sollten Sie zwei Punkte bedenken, bevor Sie sich an die Reparatur der Stuckelemente machen.

Auf Denkmalschutz achten

Zunächst sollten Sie sich erkundigen, ob der Stuck in Ihrer Wohnung unter Denkmalschutz steht. Denn dann sollten Sie bei der Restaurierung besser nicht selbst Hand anlegen, sondern diese Aufgabe einem fachkundigen Stuckateur überlassen.

Das richtige Material auswählen

Historischer Stuck kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen. In erster Linie sind dies Kalk oder Gips. Denn für eine Reparatur sollte steht dasselbe Material verwendet werden. Auf ein Ausbessern von Rissen mithilfe von Bauschaum o. Ä. sollten Sie lieber verzichten, da sich sonst schnell neue Risse bilden können.

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Bild: © Kurt Michel / pixelio.de

So restaurieren Sie alten Stuck

Steht der Stuck nicht unter Denkmalschutz und haben Sie das richtige Material für die Reparatur besorgt, geht es darum, den historischen Stuck so vorsichtig wie möglich in seinen Urzustand zu versetzen. Dafür gilt es Risse zu schließen, Farbschichten zu entfernen und fehlende bzw. beschädigte Teile zu ersetzen.

  • Risse vorsichtig auffüllen
  • Um den Riss im Stuck richtig zu füllen, weiten Sie ihn zunächst etwas und füllen ihn dann mit passendem Material auf. Überschüssiges Material entfernen Sie vorsichtig mit einem feinen Spachtel, um die ursprünglichen Konturen der Stuckelemente wieder herzustellen. Je feiner die Konturen, desto schwieriger wird die Restauration für einen Laien, sodass im Zweifelsfalle lieber ein Profi hinzugezogen werden sollte.

  • Alte Farbschichten entfernen
  • Historischer Stuck wurde im Laufe seines langen Lebens oft bereits mehrfach übergestrichen. Mit feinen Werkzeugen, wie einem Skalpell, können die Schichten ganz vorsichtig abgetragen bzw. abgekratzt werden, um die alten Konturen und feinen Ornamente wieder zum Vorschein zu bringen. Dazu die Wandfarbe am besten vorher etwas anfeuchten. Als Alternative kann auch ein toxisch neutrales Abbeizprodukt aufgetragen werden, das die Farbe anlöst, damit sie sich hinterher leichter entfernen lässt.

  • Fehlende Stuckteile nachfertigen lassen
  • Fehlen Teile des Stucks oder sind sie stark beschädigt, müssen die entsprechenden Teile durch Nachbildungen ergänzt werden. Da alter Stuck im Handel nicht zu bekommen ist, sollten die Teile von einem Stuckateur mithilfe von Schablonen oder Negativformen aus Silikon neu angefertigt werden.

  • Schwer beschädigte Teile durch neuen Stuck ersetzen

Hat der alte Stuck keinen historischen Wert und ist schwer beschädigt, ist es eine Überlegung wert, die Reste ganz zu entfernen und durch neuen Stuck zu ersetzen. Besonders nahe kommt dem historischen Stuck moderner Gips-Stuck, den es fertig zu kaufen gibt oder den Sie sich mit Formen aus dem Fachhandel selbst gießen können. Auf preisgünstige Stuckimitate aus Styropor sollten Sie als Ergänzung von alten Stuckelementen in Altbau-Wohnungen lieber verzichten, da der Unterschied im direkten Vergleich oft zu sehen ist.

FAZIT Historischer Stuck an Wänden und Decken sorgt für ein besonders elegantes Ambiente in einer Altbauwohnung. Deshalb verdient er es auf jeden Fall, mit Sorgfalt und Detailgenauigkeit restauriert zu werden. Investieren Sie etwas Zeit und Mühe, erstrahlen die Rosetten, Ornamente und Schnörkel wieder in neuem Glanz. Historischen Stuck einfach abzuschlagen und durch modernen Stuck aus Gips zu ersetzen, ist nur bei schwer beschädigten Stuckelementen zu empfehlen. Von einer Kombination des historischen Stucks mit günstigen Stuckimitaten aus Styropor ist aus optischen Gründen eher abzuraten.

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