Haus des Jahres 2018

Rollputz auftragen – Vorteile und Verarbeitung

Rollputz ist ein spezieller Streichputz, der wie Wandfarbe einfach mit einer Rolle auf die Wand aufgetragen werden kann. Deshalb ist kein besonderes handwerkliches Geschick erforderlich, sodass auch Hobbyhandwerker gut damit zurechtkommen. Dabei eignet sich diese Putzart für viele Untergründe, wie Rigipsplatten, Lehmputz oder sogar Tapete. Das Praktische ist: Er ist viel weniger aufwändig zu verarbeiten als Tapete, muss normalerweise nicht noch mal übergestrichen werden und verleiht der Wand in einem Arbeitsgang eine gekörnte Oberfläche, die mit speziellen Werkzeugen noch dekorativ strukturiert werden kann. Wer es gerne farbig mag, kann dem Rollputz vor dem Auftrag individuelle Farbzusätze beigeben oder ihn später einfach überstreichen. So ist Rollputz nicht nur besonders einfach zu verarbeiten, sondern auch besonders flexibel an die eigenen Wünsche anpassbar.

Rollputz – für Innen und Außen geeignet

Anders als fürs Verputzen mit der Kelle braucht man zum Auftragen von Rollputz keine Übung. Dabei ist dieser Putz vor allem für den Innenbereich sehr beliebt, um Küche, Bad oder Wohnzimmer zu renovieren, aber man kann Rollputz auch im Außenbereich einsetzen.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie für Wohnräume unbedingt speziellen Rollputz für Innen verwenden. Für Außenwände, wie Hausfassaden, Garagen oder Gartenhäuser, greifen Sie hingegen zu speziellem Rollputz für Außen, der durch seine Zusammensetzung der Witterung besser standhält.

Im Prinzip ist Rollputz für nahezu jeden Untergrund geeignet. Am besten wird der Untergrund zunächst mit Tiefengrund vorgestrichen, bei stark saugenden oder kreidenden Untergründen gegebenenfalls besser sogar doppelt. Vor dem Rollputzauftrag muss der Tiefengrund gut getrocknet sein, damit der Putz besser haftet.

Rollputz auf Tapete? Auch das ist oft möglich. Am besten testen Sie aber vorher, ob die tapezierte Wand dafür geeignet ist. Nehmen Sie dafür einen nassen Schwamm und drücken ihn 20 bis 30 Sekunden lang auf die Tapete. Wenn sich dadurch keine Blasen auf der Tapete bilden, können Sie den Putz direkt auftragen, ansonsten sollten Sie die Tapete vorher lieber entfernen.

Rollputz mit Struktur und Farbe aufpeppen

Beim Auftragen von Rollputz wird die Struktur der Rolle auf die Wand gebracht, sodass die Wand alleine dadurch eine wohnliche Struktur erhält. Wer gerne eine stärkere Struktur für seine Wandgestaltung hat, kann mit im Handel erhältlichen Strukturwerkzeugen, wie Strukturschwämme, Strukturrolle oder Flächenpinsel, den Putz noch mal weiter aufpeppen.

Rollputz ist in der Regel weiß. Wer seine Wände gerne farbig hätte, kann ihn ganz nach Geschmack einen Farbzusatz beigeben und ihn entsprechend einfärben. Dabei sollten Sie sich genau an die Hinweise des Herstellers halten, denn es darf nur eine bestimmte Menge Farbe beigemischt werden, damit der Putz nicht seine Haftung verliert. Meistens liegt die Beimischungsgrenze bei 3 %, sodass nur weniger kräftige Farben erreicht werden können. Anders als bei Tapete kann die Wand somit mit nur einem Arbeitsgang strukturiert und zart farbig gestaltet werden.

Wer gerne kräftigere Farben mag oder sich erst später überlegt, dass die Wand doch lieber einen anderen Farbton haben soll, kann den Putz aber auch überstreichen. Dabei müssen Sie jedoch darauf achten, dass die Farbe möglichst dieselbe Zusammensetzung wie der verwendete Putz haben sollte. Denn Rollputz gibt es in zwei Arten:

  • Rollputz auf mineralischer Basis ist atmungsaktiv und weniger schimmelanfällig.
  • Rollputz auf Basis von Kunstharz ist leichter zu verarbeiten.

Beide Putzarten enthalten zwar Zement und Kalk als Grundmaterialien. Jedoch enthält Kunstharzputz zudem künstliche Harze. Je nachdem, welche Art Sie überstreichen wollen, sollten Sie eine entsprechende Wandfarbe wählen: Bei Rollputz auf mineralischer Basis greifen Sie am besten zu einer mineralischen Wandfarbe, da die Wand dadurch atmungsaktiv bleibt und sonst die Schimmelgefahr erhöht wird. Bei Kunstharz-Rollputz können Sie ruhig auch Farbe auf Kunstharzbasis verwenden.

Anleitung: Rollputz auf Innenwände auftragen

Um Rollputz richtig aufzutragen, sollte man einige Dinge beachten. Deshalb folgt hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Auftragen im Innenbereich. Folgende Utensilien sollten Sie vorher bereitstellen:

  • Rollputz (passend für den Innenbereich)
  • Farbrolle, Pinsel, Abstreifgitter
  • Abklebeband/Malerkrepp
  • Quirl oder Bohrmaschine mit Quirlaufsatz
  • Tiefengrund
  • Strukturrolle und/oder Strukturschwamm

Schritt 1: Raum abdecken und abkleben

Rollputz ist verhältnismäßig dünnflüssig, deshalb spritzt er beim Auftragen besonders schnell. Deshalb sollten Fenster, Türen, Leisten, Boden etc. im ganzen Raum gut mit Malerkrepp und Folie abgeklebt werden.

Schritt 2: Wand prüfen und vorbereiten

Zunächst muss die Wand überprüft werden. Denn für das Auftragen von Rollputz sollte die Wand sauber, trocken und nicht saugend sein. Außerdem sollten Unebenheiten verspachtelt werden, weil der dünnflüssige Streichputz sie nicht ausgleichen kann. Danach sollte Tiefengrund aufgetragen werden. Ohne Tiefengrund hält Rollputz oft nicht gut an der Wand. Ein saugender bzw. kreidender Untergrund muss immer mit Tiefengrund vorbehandelt werden, der anschließend auch noch gut trocknen muss.

Schritt 3: Rollputz aufrühren

Um den Putz besser verarbeiten zu können, sollte er möglichst mit einem professionellen Quirl oder der Bohrmaschine mit Quirlaufsatz gut aufgerührt werden, wobei man solch einen Quirl oft im Baumarkt gegen eine Gebühr ausleihen kann. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um Abtönfarbe zuzugeben und sie gut unterzurühren. Dabei muss die Farbe perfekt im Putz verteilt werden und es dürfen keine dunkleren Farbschlieren mehr zu sehen sein, wenn man mit dem Auftragen beginnt.

Schritt 4: Wand verputzen

Zunächst wird die Rolle, mit der Sie den Rollputz auftragen wollen, mit etwas Wasser angefeuchtet, damit sie den Putz besser aufnehmen kann. Dann tragen Sie den Rollputz mit möglichst gleichmäßigen Bewegungen immer in derselben Richtung auf die Wand auf. Achten Sie unbedingt darauf, dass die ganze Wand gleichmäßig bedeckt ist. Für Ecken und Kanten können Sie notfalls einen Pinsel zu Hilfe nehmen, wobei dadurch ein Strukturunterschied entstehen kann, der später deutlich zu sehen sein kann. Am besten die Stellen, die mit dem Pinsel gestrichen wurden, anschließend noch mal mit der Rolle überrollen, um die Struktur wieder anzupassen.

Als Alternative gibt es auch dünnflüssigen Putz, der mit der Sprühpistole aufgetragen werden kann. Allerdings kostet das Reinigen der Sprühpistole wiederum mehr Zeit.

Schritt 5: Rollputz strukturieren

Zwar hat Streichputz durchs Auftragen bereits eine leichte Struktur. Wem dies jedoch nicht ausreicht, der kann mit einem Strukturschwamm oder einer Strukturrolle noch stärkere Strukturen herausarbeiten. Wichtig ist, dass der Rollputz fürs Strukturieren noch nicht getrocknet ist.

Schritt 6: Rollputz trocknen lassen

Sind Sie mit dem Verputzen und Strukturieren fertig, lassen Sie den Putz nach Packungsanweisung vollständig trocknen. Ganz nach Wunsch können Sie die Wand dann überstreichen oder einfach die Abklebungen entfernen und sich an Ihren neuen Wänden mit zarter Struktur erfreuen.

Fazit:
Rollputz ist eine praktische Alternative zu Tapete, die auch für Hobbyhandwerker leicht zu handhaben ist. Denn der flüssige Putz wird einfach wie Wandfarbe direkt auf die Wand aufgetragen die vorher möglichst mit Tiefengrund vorbehandelt worden sein sollte. Dabei ist Streichputz für nahezu jeden Untergrund geeignet und kann sogar auf Tapete aufgetragen werden, wenn diese fest genug an der Wand sitzt und den Blasentest mit einem nassen Schwamm besteht. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Putz je nach Anwendungswunsch speziell für den Innen- oder für Außenbereich ausgewählt wird. Gerade im Innenbereich wird Rollputz für seine Struktur geschätzt, die allein durchs Auftragen mit der Rolle entsteht, aber durch spezielle Strukturrollen oder Strukturschwämme noch verstärkt werden kann. Rollputz kann sowohl vor der Verarbeitung mit Abtönfarbe gefärbt als auch später noch mit Wandfarbe übergestrichen werden. Dabei sollte die Wandfarbe passend zur verwendeten Putzart entweder auf mineralischer oder auf Kunstharzbasis gewählt werden.

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