Wer zum ersten Mal einen Elektro-Herd (E-Herd) und ein Kochfeld anschließt, blickt zumeist mit großem Respekt auf diese Herausforderung. Und das ist richtig so, denn der Anschluss von Elektrogeräten darf nur mit großer Sorgfalt und ausreichender Sachkenntnis ausgeführt werden.

Um den Anschluss sachgerecht durchführen zu können, müssen Sie wissen, welche Adern des Elektrokabels welche Funktion haben und an welcher Position sie eingebracht werden. Bei neu verlegten Anschlüssen und Herden ist dies zumeist kein Problem, bei älteren Anschlüssen können sich aber Abweichungen von der unten dargestellten Montageanleitung ergeben.

Bevor Sie den neuen E-Herd und das Ceranfeld anschließen, beachten Sie zudem die Sicherheitsregeln der Elektrotechnik.

Drei Sicherheitsregeln, die Leben schützen

Bitte halten Sie sich vor dem Beginn des Einbaus an die folgenden Schutzmaßnahmen.
Die Arbeit an Leitungen und Geräten, die unter Spannung stehen, ist in Deutschland generell verboten.

  1. Freischalten
    Vor der Arbeit an Elektrogeräten, Leitungen und Steckdosen müssen Sie die Spannung ausschalten, was bedeutet: Alle zugehörigen Sicherungen müssen herausgedreht oder – wenn es sich um Kippschalter handelt – auf Null gestellt sein. Für moderne Anschlüsse finden Sie drei Kippschalter im Sicherungskasten, die die Spannungszufuhr am E-Herd regeln.
  2. Sichern
    Sorgen Sie dafür, dass niemand aus Versehen die Sicherungen oder Schalter wieder in die Ausgangsposition versetzt. Kleben Sie die Schalter ab oder entfernen Sie die Sicherungen und bringen Sie einen gut sichtbaren Hinweis am Sicherungskasten an.
  3. Spannungsfreiheit prüfen
    Nachdem Sie Schritt 1 und 2 befolgt haben, überprüfen Sie, ob wirklich Spannungsfreiheit besteht. Wie Sie hierfür vorgehen, lesen Sie im Abschnitt „Sicherheitsvorkehrungen treffen“.

Material und Arbeitszeit

Welches Material Sie im Einzelnen benötigen, hängt davon ab, ob bereits eine Anschlussdose und ein Anschlusskabel vorhanden sind oder ob Sie beides noch installieren (lassen) müssen. Wir empfehlen, eine solche Installation vom Fachmann ausführen zu lassen, nehmen das benötigte Material aber in die Liste auf und zeigen Ihnen, wie der Anschluss durchgeführt wird. So haben Sie die Möglichkeit, an den Materialkosten zu sparen und können leichter überprüfen, ob alles sachgerecht durchgeführt wurde.

Für den Anschluss von E-Herd und Kochfeld wird benötigt:

  • 1 Spannungsprüfer, zweipolig;
  • 1 Herdanschlussdose mit farblich markierten Klemmschuhen und Schutzabdeckung;
  • 1 Herdanschlusskabel mit passenden Ader-Endhülsen (empfohlenes Maß: 2,5 mm2). Das Kabel sollte nicht länger als benötigt sein, damit es beim Einschieben des Herdes nicht stört;
  • 1 Schraubendreher;
  • 1 Abmantelwerkzeug;
  • 1 Presszange;
  • Quellband für das Kochfeld, sofern nicht im Lieferumfang enthalten.

Für den Anschluss planen Sie etwa 30 Minuten ein.

1. Sicherheitsvorkehrungen treffen

Bevor Sie beginnen, treffen Sie die oben genannten Sicherheitsvorkehrungen. Unterbrechen Sie am Sicherungskasten die Spannungszufuhr des Herdes, sorgen Sie dafür, dass niemand auf die Idee kommt, diesen Schritt rückgängig zu machen und prüfen Sie mit einem Spannungsprüfer, ob Sie Schritt 1 richtiggemacht haben, ob also keinerlei Spannung mehr an den einzelnen Phasen vorhanden ist. Messen Sie, ob Spannung vorhanden ist, zwischen den Phasen

  • L1 und L2, L1 und L3, L2 und L3 sowie zwischen
  • L1, L2, L3 und dem Neutralleiter (N).

Sollte die Überprüfung ergeben, dass noch Spannung vorhanden ist, dürfen Sie die folgenden Arbeitsschritte nicht durchführen. Wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.

2. Anbringen von Kabeldose und Anschlusskabel

An einem modernen Herdanschluss befindet sich ein Kabel mit fünf Adern, die farblich markiert sind. Die Farben zeigen folgende Funktion an:

  • gelbgrüne Ader => Erdungs- oder Schutzleiter (Kurzbezeichnung PE = Protective Earth);
  • blaue Ader => Neutral- oder Nullleiter (N);
  • braune, schwarze und graue Ader: Phasen- oder Außenleiter 1 bis 3.

Alte Anschlüsse weisen oft abweichende Farbmarkierungen und/oder weniger Adern auf. Auch sind die alten Herde zumeist für einen 230-Volt-Anschluss gedacht. Bei einem 230-Volt-Anschluss wird nur ein Außenleiter verwendet. Ein moderner E-Herd, der mit dem Ceran-Kochfeld verbunden wird, ist regulär für einen 400-Volt-Anschluss konzipiert, es werden dann alle drei Phasen genutzt. Generell sind aber alle Herde und Anschlüsse miteinander kompatibel. Lediglich die Art der Auslastung unterscheidet sich.

Anschlussdose anbringen

Ist an Ihrer Anschlussstelle noch keine Anschlussdose vorhanden, lässt sich diese nachträglich anbringen. Ob Sie dafür die an der Dose befindlichen Krallen oder Schrauben nutzen, ist von der Art der Vorinstallation abhängig. An der Dose befinden sich zudem die sogenannten Klemmschuhe, in denen die Adern befestigt werden. Diese sollten farblich markiert sein. Fügen Sie jede Ader in den vorgesehenen Klemmschuh ein und ziehen Sie die Schrauben an, bis die Ader fest darin gehalten wird.

Anschlusskabel präparieren und einfügen

Am Anschlusskabel sind ebenfalls farblich markierte Adern vorhanden. Kaufen Sie das Kabel selbst, achten Sie darauf, dass bereits Ader-Endhülsen aufgesetzt sind. Ist dies nicht möglich, bringen Sie nachträglich Ader-Endhülsen an.

Entfernen Sie hierfür mit dem Abmantelwerkzeug ein Stück von der Kabelummantelung (maximal 1 cm) und stecken Sie die Hülse auf. Fixieren Sie diese mithilfe einer Presszange. Ist das Kabel entsprechend präpariert, schieben Sie es durch die Zugentlastung ein und verschrauben Sie es – wieder mit dem Schutzleiter beginnend – im zugehörigen Klemmschuh. Anschließend sorgen Sie dafür, dass auch die Zugentlastung sicher hält und setzen die Schutzabdeckung auf die Herdanschlussdose.

3. Kochfeld einsetzen

Als Nächstes setzen Sie das Kochfeld in die dafür vorgesehene Aussparung der Arbeitsplatte. Bringen Sie, falls nicht vormontiert, zuvor das Quellband an den Seitenrändern an, indem Sie die Trägerfolie abziehen und das Band auflegen. Drücken Sie das Kochfeld fest in die Aussparung, aber bitte nur an den Rändern, nicht mittig. Am Kochfeld befinden sich weitere Befestigungsmittel wie Krallen oder Schrauben. Ist alles gut verankert, schließen Sie zunächst den Herd an, bevor Sie Kochfeld und Herd miteinander verbinden.

Hinweis: Verwenden Sie für die Befestigung des Kochfeldes kein Silikon, da es sich später sonst nicht mehr schadensfrei entfernen lässt.

4. Herd anschließen

An der Rückseite Ihres Herdes finden Sie ein Anschlussbild, dem Sie entnehmen, welche Anschlussmöglichkeiten vorgesehen sind. Außerdem befindet sich dort der Anschlusskasten, in den die Adern eingeführt werden. Bei einem 230-Volt-Anschluss werden regulär die Adern L1, PE und N genutzt, bei einem 400-Volt-Anschluss alle fünf Adern.

Legen Sie zunächst das Anschlusskabel in die Zugentlastung ein. Hierfür müssen Sie erst die Befestigung (Schraube) lösen. Führen Sie dann die Adern der Anleitung entsprechend ein und ziehen Sie die Schrauben fest.

Zum Lieferumfang gehören die sogenannten Brücken. Diese müssen und dürfen nur eingebracht werden, wenn Sie einen 230-Volt-Anschluss vornehmen. Der Anschlussplan zeigt Ihnen die dafür vorgesehenen Positionen. Eine Brücke wird beim 230-Volt-Anschluss beispielsweise von L1 zu L2 gelegt. Hierfür legen Sie erst die Brücke auf und stecken dann die Ader ein, um anschließend beides zu verschrauben. Betreiben Sie Ihren Herd mit einem 400-Volt-Anschluss, entfernen Sie die Brücken, falls diese bereits vorinstalliert sind.

Sichern Sie dann abschließend die Zugentlastung.

5. Ceranfeld und Herd verbinden

Der Anschluss des Ceranfeldes ist deutlich einfacher und geht Ihnen sicher rasch von der Hand. Sie finden am Kochfeld zwei Kabelbündel mit den nun schon vertrauten Markierungen, die sich einfach einstecken lassen. Denken Sie aber unbedingt daran, auch das gelbgrüne Erdungskabel an der vorgesehenen Stelle zu befestigen!

Ist alles fest und sicher installiert, schieben Sie den Herd vorsichtig in die Lücke oder den Einbauschrank und befestigen ihn mittels der beiligenden Schrauben. Lassen Sie zuvor am besten einen Fachmann prüfen, ob Sie alles richtig angeschlossen haben.

Tipp: Damit für die Überprüfung keine hohen Anfahrtskosten anfallen, nehmen Sie den Einbau nach Möglichkeit vor, wenn ohnehin Arbeiten anstehen, für die Sie einen Elektriker benötigen.

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