Aktuell Bau GmbH

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Einbruch versucht. Für die Opfer bedeutet das deutlich mehr als der Verlust von Wertsachen oder Geld. Es handelt sich um einen brutalen Eingriff in die Privatsphäre. Die Psyche ist angeschlagen und das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden schwindet. Viele Betroffene leiden unter Nervosität und sind von Alpträumen geplagt. Das kleinste unbekannte Geräusch wird bereits zur Bedrohung. Die Erfahrung der Polizei zeigt: knapp die Hälfte aller Einbruchversuche werden vorzeitig unterlassen. Der Grund dafür sind ausgereifte Sicherheitsvorkehrungen, die sich schnell an Haus und Wohnung installieren lassen.

Statistik rückläufig dank Sicherheitstechnik

Der Statistik für Wohnungseinbrüche in Deutschland ist seit dem Jahr 2017 rückläufig. Insgesamt 116.540 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstal sind bekannt, die Aufklärungsquote deckt jedoch nur etwa 20 Prozent ab. Der leichte Rückgang resultiert aus einer schärferen Gebäudesicherung. Diese besteht beispielsweise aus neuen Schlössern, elektronischer Sicherheitstechnik, Flutlichtanlagen und Überwachungskameras. Die Kameratechnik dient dabei nicht nur zur Abschreckung, sondern hilft bei der Überfühung der Täter. Oder ein Bewegungsmelder schlägt Alarm, wenn auf den Kameras eine entsprechende Bewegung zu erkennen ist. Das Magazin Auto Bild liefert noch mehr Informationen zu Überwachungskameras und zu ihrem Nutzen beim Einbruchschutz.

sicherheitskamera-1024x768
Bild: pixabay.com: Tomasz_Mikolajczyk

Vor der Auswahl der richtigen Methoden sind jedoch die Schwachstellen zu identifizieren. Beliebte Angriffspunkte sind Zugangstüren, große Tore, Balkone oder die Fenster im Erdgeschss. Dachluken und Lichtkuppeln sind nur interessant, wenn sie sich leicht erreichbar zeigen. Bei Gartenlauben oder Garagen zählt auch das gewaltsame Öffnen der Außenwände zu den bekannten Vorgehensweisen.

Einbruchschutz an Türen – Polizei empfiehlt Widerstandsklasse 2

Der Sicherheitsstandard für Türen hängt von ihrer Bauart und der Widerstandsklasse ab. Die Polizei empfiehlt bei Umbau oder Neubau eine einbruchhemmende Wohnungstür der Widerstandsklasse 2. Zertifiziert ist diese nach DIN EN 1627. Doch selbst bei bestehenden Türen kann der Einbruchschutz effizient nachgerüstet werden, beispielsweise über die Beschläge, die Türschlösser oder die Schließbleche. Allerdings müssen diese Maßnahmen aufeinander abgestimmt sein, um einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen.

Besonders wichtig: Zusätzliche Sicherungen zum Einbruchschutz sollten immer fachgerecht eingebaut und nicht von einem Laien montiert werden.

Auch der Umgang mit der Tür und das tägliche Verhalten spielen in Bezug auf die Gebäudesicherung eine wichtige Rolle. Wer das Haus verlässt, darf die Tür nicht nur ins Schloss fallen lassen, sondern schließt mindestens zweifach ab. Haustürschlüssel dürfen niemals in der Nähe versteckt werden. Oft suchen Einbrecher zuerst nach solch einer einfachen Möglichkeit. Handelt es sich um eine Tür mit Glaseinsatz, sollte der Schlüssel nie von innen stecken. Geht der Schlüssel verloren, steht umgehend ein Wechsel des Schließzylinders an. Allerdings betreffen die Sicherungsmaßnahmen nicht nur den Haupteingang, sondern ebenso die Nebeneingangstüren.

Absicherung von Fenstern, Balkon und Terrase

Etwa die Hälfte der Einbrecher gelangt mit einfachen Hebelwerkzeugen ans Ziel. Eine derart unscheinbare Technik kommt häufiger zum Einsatz als beispielsweise Glasbruch. Deshalb sollten die Fenster stets bei Abwesenheit geschlossen bleiben, da gerade gekippte Fenster einfach zu öffnen sind. Dachflächenfenster dienen gern als Einstiegsmöglichkeit und auch die Terrassentür lockt, da dieser Bereich meist von der Straße aus schlecht einsehbar ist. Folgende Tipps sind hier noch zu beachten:

  • Rankhilfen und Kletterhilfen in der Nähe der Fenster sind umgehend zu entfernen. Das gilt ebenso für Leitern oder Gartenmöbel.
  • Einbruchhemmende Rollläden können an gefährdeten Fenstern leicht nachgerüstet werden und bieten ebenso die Widerstandsklasse zwei.
  • Tagsüber müssen die Rollläden oben sein, da sonst den Einbrechern Abwesenheit suggeriert wird.
  • Gut gesicherte Kellerfenster mit Gittern schrecken grundsätzlich ab, der ein Einstieg zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde.
  • Abschließbare Fenstergriffe sind relativ kostengünstig und leicht nachzurüsten.

Grundsätzlich gilt: erschwerte Bedingungen schrecken die Einbrecher zurück. Enorme Gewaltanwendung, viel Lärm oder ein großer Zeitwand drängen eher dazu von der Tat abzulassen, um nicht erwischt zu werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich akzeptiere

Please enter your name here