Haus des Jahres 2019

Die Haustür definiert mit das erste Erscheinungsbild eines Hauses, doch in der Tür befindet sich ein Element, welches die Sicherheit beschreibt. Es ist das Türschloss, welches sich heute drastisch von denen unterscheidet, mit denen die Großeltern noch aufgewachsen sind. Fort sind die Schlösser, deren Schlüsselschacht so groß war, dass der Wind mühelos durch die Ritzen pfiff, fort sind auch die Türschlösser, deren Schließzylinder weit über das Material der Tür übersteht. Heute gibt es viele Facetten an Türschlössern für die Haustür, die sich oft grundlegend voneinander unterscheiden. Dieser Artikel schaut sich die einzelnen Aspekte einmal an.

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Abbildung 1: Eine gute Haustür ist der Grundpfeiler der Sicherheit eines Hauses. Foto: @ Antranias (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

Auf Stabilität achten

Um Sicherheit zu bieten, muss ein Türschloss stabil sein. Die beginnt bereits beim Schließzylinder, der aus manchen Türen hervorsticht, wie ein Hügel auf einer sonstig ebenen Fläche. Solche Schließeinrichtungen sind für Diebe ein wahrer Trumpf, denn durch den Überstand lässt sich der Zylinder wunderbar greifen und noch leichter aufbohren. Und es geht weiter:

  • Material – das Türschloss mitsamt der verbundenen Schließmechanismen muss aus einem möglichst harten und stabilen Material bestehen. Anderenfalls ist es einfacher, das Schloss als Ganzes aufzubohren und die Tür so spielend leicht zu öffnen. Ein besonders gutes Material sind sogenannte Rohrrahmenschlösser, die allerdings der neuesten Generation entstammen sollten. Die älteren Modelle sind ebenfalls sicher, doch oft kaum bei einem Austausch zu ersetzen.
  • Sichtbarkeit – gut ist es, wenn der Schließzylinder möglichst schwer zugänglich ist, also nur mit einem bloßen Schlüssel erreicht werden kann. Das kann mitunter durch eine Scheibe erreicht werden, die sich ohne Schlüssel im Schloss vor den Zylinder schiebt.
  • Schließart – praktisch jedes Schloss gibt es in einfachen und komplizierten Varianten. Die komplizierte Form ist stets sicherer. Hier können die Schlüssel nicht leicht nachgemacht werden, weil sie spezielle Faktoren eingebaut haben, die eine Genehmigung und Wissen erfordern.
  • Zusätze – je nach Wohngegend und Einsehbarkeit des Hauses kann es sinnvoll sein, das Türschloss an sich oder auch ein zweites Türschloss mit Zusatzverriegelungen einzusetzen. Hierbei wird auf der Innenseite der Tür ein Riegel montiert, der sowohl von innen als auch von außen verschlossen werden kann. Bei zusätzlichen Riegeln fällt ein großer Aufwand an, die Tür tatsächlich aufzustemmen.

Die Haustür darf natürlich nicht allein betrachtet werden. Gerade die Terrassentüren stellen ein gravierendes Sicherheitsrisiko dar, sodass sie bei einem Schlossaustausch unbedingt mit bedacht werden müssen.

Elektrische Türschlösser – Vor- und Nachteile

Ein elektrisches Türschloss kann zusätzlich oder statt eines normalen Schlosses genutzt werden. Elektrische Türschlösser benötigen eine gewisse Stromzufuhr, die über den Klingelstrom, Akkus im Schloss oder auch über den Hausstrom gewährleistet werden kann. Viele elektrische Türschlösser erhöhen die Sicherheit nachhaltig und können auch nachträglich an der Haustür angebracht werden. Zur Öffnung der Tür gibt es mehrere Varianten, die gerne miteinander kombiniert werden:

  • Transponder – hier gibt es ein kleines Gerät, welches einen Chip und eine Batterie beinhaltet. Wird der Knopf zur Übertragung gedrückt, überträgt das Gerät die Chipdaten an die Tür, wo sie abgeglichen werden. Die Funktion lässt sich mit den Fernbedienungen von Autos vergleichen, allerdings ist die Übertragungsweite wesentlich geringer.
  • NFC – bei dieser Variante wird der Chip in die Nähe des Lesegerätes gehalten und die Tür öffnet sich praktisch von Geisterhand.
  • Code – jedes elektrische Türschloss ist auch mit einem Zahlencode zu öffnen.
  • Biometrische Merkmale – mittlerweile können die Schlösser auch mit Fingerabdrücken geöffnet werden.

Und wie gut sind diese Türschlösser? Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • Vorteile – die Sicherheit ist bei gut konzipierten Anlagen sehr hoch. Besonders vorteilhaft sind elektronische Schlösser bei dem Verlust eines Chips, da jeder Zugangschip einen ganz besonderen Code hat, sodass er nach dem Verlust gleich gesperrt werden kann. Auch lassen sich die Zugangsarten einschränken. Darüber hinaus ist das elektronische Schloss mit Smart Homes vereinbar.
  • Nachteile – in einem Eigenheim mag das Schloss ein wenig übertrieben wirken. Hier sind generell nur weniger Schlüssel im Umlauf, sodass es nicht unbedingt notwendig ist, Chips nachzuverfolgen oder zu sperren, wenn ein Mietverhältnis endet. Problematisch können die Anlagen bei Häusern mit kleinen Kindern sein, wenn ausschließlich auf einen Code für den Zugang gesetzt wird.

Weitere Sicherheitsmöglichkeiten

Gerade wenn bereits eingebrochen wurde, fühlen sich viele Menschen unsicher. Das ist völlig natürlich, immerhin hielten sich Fremde in dem eigenen Heim auf. Kein Wunder also, dass zusätzlicher Schutz gewünscht wird. Und da gibt es Möglichkeiten:

  • Ketten/Riegel – wie bereits angesprochen, kann jede Tür mit einem zusätzlichen Riegel oder auch einer Kette versehen werden. Riegel sind jedoch sinnvoller, da die Tür hier keinen Zentimeter geöffnet werden kann.
  • Beleuchtung – eine gute Beleuchtung rund um die Eingangstür kann Einbrecher schon abschrecken. Die Lampe sollte jedoch so angebracht werden, dass sie nicht schnell zerstört werden kann.
  • Kamera – eine Kamera kann helfen, doch ist der Sicherheitsaspekt oft gar nicht so hoch. Problematisch ist, dass die Aufnahmen häufig nur für kurze Zeit gespeichert werden – und direkt überschrieben werden.
  • Alarmanlage – eine gute Alarmanlage ist im eigenen Heim stets eine gute Idee. Je nach gewähltem Türschloss kann sie sogar damit verbunden werden. Elektrische Türschlösser geben ein Signal an die Anlage, wenn jemand versucht, sich gewaltsam Zugang zu verschaffen oder das Schloss zu manipulieren. Im Smart Home kann die Alarmanlage mit allerhand lautstarken und nervenden Mitteln verknüpft werden: Musikanlage, Beleuchtung und, und, und. Speziell eingestellt geht die Alarmanlage bei einem Einbruch nicht nur los, sondern dreht im Haus die Musikanlage lautstark auf und lässt sämtliche Beleuchtung wild und munter blinken – hier guckt jeder hin und Einbrecher ergreifen die Flucht.
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Abbildung 2: Wer auf moderne Schlösser setzt, macht es Einbrechern schwerer. Foto: @ MasterTux (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

Fazit Das richtige Schloss wählen

Eigenheimbesitzer sollten sich nicht nur Zeit für die Haustür nehmen, sondern auch bezüglich des Schlosses beraten lassen. Je nach Türart disqualifizieren sich übrigens manche Schlösser, weil sie nicht in Holz oder Kunststoff verbaut werden können. Und wer sich ganz unsicher ist, der kann heute in fast allen Städten einen Beratungsdienst der Polizei in Anspruch nehmen. Sie kommen vorbei und schauen sich alle gefährdeten Stellen des Hauses an oder beraten über die einzelnen Türschlösser.

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