Haus des Jahres 2019

Bewegungsmelder kennen die meisten Menschen nur aus dem Außenbereich. Nähert man sich beispielsweise der Garage oder Betritt den Vorgarten, wird über einen Bewegungsmelder eine Außenleuchte eingeschaltet. Das ist praktisch, denn so tappt man nicht im Dunkeln und verscheucht darüber hinaus auch noch oft Einbrecher, die sich durch das Licht in ihren dunklen Machenschaften gestört fühlen. Doch Bewegungsmelder lassen sich noch in vielen anderen Bereichen einsetzen, um Energie zu sparen und Ihren Wohnkomfort zu erhöhen.
Lesen Sie hier, in welchen verschiedenen Bereichen sich Bewegungsmelder bewährt haben, welche Arten von Bewegungsmeldern es gibt, ob Sie sich für eine Wand- oder Deckenmontage entscheiden sollten, welchen Erfassungsbereich man braucht und was Sie sonst noch beim Kauf eines Bewegungsmelders beachten sollten.

Wozu sind Bewegungsmelder da?

Bewegungsmelder sollen auf der einen Seite den Lichtkomfort steigern und auf der anderen Seite den Energieverbrauch senken. Dazu detektieren sie je nach Einstellung Bewegungen in einem bestimmten Erfassungsbereich und schalten z. B. eine angeschlossene Lampe an. Ein weiterer Nutzen ist die Erhöhung der Sicherheit, wenn der Bewegungsmelder etwa an eine Alarmanlage angeschlossen wird, wobei sie in diesem Bereich bei Privathäusern aber eher seltener zum Einsatz kommen.
Insgesamt können Bewegungsmelder auf vielfältige Weise eingesetzt werden, um bei Dunkelheit automatisch das Licht einzuschalten, die Belüftung in Badezimmer einzuschalten oder Alarme auszulösen. Zum Beispiel können Flure automatisch bei Betreten beleuchtet werden, sodass Kinder nachts nicht nach dem Schalter suchen müssen, wenn sie schläfrig zu ihren Eltern ins Schlafzimmer tappen. Auch für ältere Menschen, die nachts oft auf die Toilette müssen, sind Bewegungsmelder im Flur eine feine Sache, um Stürze zu vermeiden.
Da Bewegungsmelder in der Regel über einen Zeitschalter verfügen und das Licht nach einer vorgegebenen Zeit auch wieder ausschalten, kann solch ein Melder dabei helfen, Strom zu sparen und die Lebensdauer von Leuchtmitteln zu erhöhen. Denn durch den Bewegungsmelder schaltet sich das Licht nur so lange ein, wie es tatsächlich gebraucht wird. Dabei wird bei jeder neuen Bewegung im Erfassungsbereich der gewählte Schaltzeitraum von Vorne gestartet und das Licht bleibt solange an, wie sich jemand im Erfassungsbereich bewegt. Wird keine neue Bewegung erfasst, schaltet das Licht wieder aus. So kann das Ausschalten nicht vergessen werden und Strom wird gespart.
Die meisten Bewegungsmelder können für eine Reaktion nur bei Dunkelheit oder auch bei Tageslicht eingestellt werden. Die Schaltschwelle, Ansprechempfindlichkeit und Erfassungsreichweite sind meistens ebenfalls einstellbar und können damit an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Durch Blenden, Schwenken bzw. Neigen kann dabei der Erfassungsbereich genau ausgerichtet werden, damit zum Beispiel nur Bewegungen vor der eigenen Haustür und nicht vor dem Nachbargrundstück erfasst werden. Inzwischen gibt es auch vernetzte Bewegungsmelder mit Smart-Home-Steuerung, was die Einstellung besonders bequem macht.

Beispiele, wo Bewegungsmelder sehr gut eingesetzt werden können:

  • in Kellern oder Lagerräumen, die oft mit vollen Händen betreten werden
  • in Hausfluren und Treppenhäusern, die oft nur kurz durchschritten werden
  • in Toilettenräumen (z. B. Gäste-WC), die nur kurz benutzt werden
  • vor der Haustür oder auf der Terrasse, wo man nur kurz Licht braucht
  • in begehbaren Kleiderschränken, wo man leicht das Lichtausmachen vergisst

Welche Arten von Bewegungsmeldern gibt es?

Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten von Bewegungsmeldern auf dem Markt:

  • Passiv-Infrarot-Melder (PIR) sind am weitesten verbreitet. Bei einem PIR reagieren die Sensoren auf Veränderungen der Wärmestrahlung, wie zum Beispiel auf Körperwärme oder die Wärme eines vorbeifahrenden Autos. Dabei können die Sensoren die Wärme nur direkt und nicht durch Wände, Glas usw. erfassen.
  • Hochfrequenz-/Radar-Bewegungsmelder strahlen aktiv hochfrequente Energie ab und reagieren darauf, wenn diese Energie durch Gegenstände reflektiert wird. So können alle Gegenstände im Erfassungsbereich detektiert werden, nicht nur Temperaturunterschiede. Dabei können diese Bewegungsmelder sogar verdeckt hinter Holz oder Glas montiert werden, sodass sie oft bereits in Leuchten montiert angeboten werden und damit kaum zu sehen sind. Zudem können sie aufgrund ihrer Temperaturunabhängigkeit auch in Bereichen eingesetzt werden, wo es zu großen Temperaturschwankungen kommt.
  • Kamera-Bewegungserkennungsgeräte werden hauptsächlich in der Sicherheitstechnik eingesetzt. Die Kamera erfasst einen Bildbereich. Treten hier nach genau vorgegebenen Kriterien Veränderungen auf, wird z. B. eine Videoaufzeichnung gestartet, Alarm ausgelöst oder eine Lampe eingeschaltet.

Was ist besser: Wand- oder Deckenmontage?

Soll eine Bewegung in einem ganzen Raum erfasst werden, ist ein Deckenmelder mit einem 360°-Erfassungswinkel zu empfehlen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass zu hohe Montagehöhen die Erfassungsempfindlichkeit erhöhen und dass der Erfassungsbereich dem Grundriss des Raums entsprechen muss, damit es keine nicht erfassbaren toten Winkel gibt. Für schmale, lange Räume eignen sich Deckenmelder weniger gut.
Bei der Wandmontage eines Bewegungsmelders muss berücksichtigt werden, dass für eine sichere Erfassung der Raum an mehreren Erfassungssektoren vorbei durchquert werden muss. Läuft man frontal auf einen Bewegungsmelder zu, kann es passieren, dass der Melder nicht oder zu spät reagiert. Die Wandmontage ist ideal für schmale, lange Räume wie Treppenhäuser oder Flure.

Welchen Erfassungsbereich braucht man?

Bewegungsmelder gibt es mit verschiedenen Erfassungswinkeln:

  • 90°-Erfassung: 90°-Melder eigen sich zum Beispiel zum Erfassen des Bereichs um den Hauseingang, um etwa die Beleuchtung an der Haustür einzuschalten.
  • 180°-Erfassung: 180°-Melder decken mit ihrem Erfassungsbereich ganze Wände ab, sodass solche Melder ideal für die Absicherung im Außenbereich oder im Flur geeignet sind.
  • 240°-Erfassung: 240°-Melder decken bei Eckmontage zwei Außenwände ab.
  • 360°-Erfassung: 360°-Melder werden zumeist an der Decke montiert und erfassen einen ganzen Raum.

Im Zweifelsfalle sollte lieber ein Bewegungsmelder mit einem größeren Erfassungsbereich gewählt werden. Denn den meisten Meldern liegen Blenden bei, mit denen man bestimmte Bereiche ausblenden kann. Wird der Bewegungsmelder im Sicherheitsbereich eingesetzt, ist ein sogenannter Unterkriechschutz wichtig, damit der Empfangsbereich z. B. von Einbrechern nicht umgangen werden kann. Dafür gibt es Bewegungsmelder mit speziellen Linsen oder einem extra Unterkriechschutz-Sensor.

Worauf muss man bei der Auswahl noch achten?

PIR-Melder sind stark temperaturabhängig, da sie durch das Erfassen von Temperaturunterschieden reagieren. Deshalb sollten solche Bewegungsmelder nicht in der Nähe von Heizkörpern, Leuchten oder Ähnlichem montiert werden, da die Reichweite und Empfindlichkeit von der Umgebungstemperatur abhängen.
Hat man ein Haustier und will vermeiden, dass das Tier den Bewegungsmelder auslöst, kann man zu speziellen Modellen greifen. Bei diesen Modellen wird die geringere Wärmeabstrahlung eines Tieres bei der Erfassung ausgeblendet, sodass es nicht zu Fehlauslösungen kommen kann, wenn z. B. die Katze den Bewegungsmelder passiert.
Bei der Auswahl eines Bewegungsmelders müssen je nach Einsatzort auch verschiedene Ausgabe- und Schaltmöglichkeiten ausgewählt werden. So können Bewegungsmelder mit Relais-Schaltausgang normalerweise parallel betrieben werden, sodass man in einem langen Gang z. B. mehrere Melder parallel an eine Leuchte anschließen kann. Soll ein Bewegungsmelder parallel zu einer bestehenden Treppenlichtautomatik eingebaut werden, schaut man sich am besten nach einem Melder mit speziellem Treppenlicht-Schaltausgang um. Insgesamt ist es also wichtig, sich vor dem Kauf zu überlegen, wofür genau man den Bewegungsmelder einsetzen will.

FAZIT
Bewegungsmelder sind sehr praktisch, wenn sich Licht ohne Schalterbetätigung automatisch einschalten bzw. ausschalten soll. Dabei bieten sich Bewegungsmelder vor allem dort an, wo Räume bzw. Bereiche nur kurz betreten und schnell wieder verlassen werden, wie zum Beispiel Flure, Treppenhäuser, Gäste-WCs, begehbare Kleiderschränke, Keller oder Eingangsbereiche.
Das Licht bleibt dann nur solange eingeschaltet, wie sich Bewegungen im Empfangsbereich des Melders wahrnehmen lassen. Danach schaltet sich das Licht nach einer vorgegebenen Zeitspanne wieder ab. Dadurch entfällt nicht nur die lästige Schaltersuche im Dunkeln, sondern man spart auch Strom und damit Energiekosten.
Je nach Einsatzort und persönlichen Bedürfnissen gibt es verschiedene Arten von Bewegungsmeldern, Montagelösungen, Erfassungsbereiche und Ausgabe- und Schaltmöglichkeiten. Dabei kann man auf dem Markt ganz nach Bedarf spezielle Melder mit Unterkriechschutz für erhöhte Sicherheit oder mit bequemer Smart-Home-Steuerung finden oder auch Bewegungsmelder, die nicht auf Haustiere reagieren.

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