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Wer sich mit Brandgefahren im Haushalt befasst, muss aufpassen, nicht in Panik zu verfallen – denn theoretisch wohnt jedem elektronischen Gerät und jeder Steckdose ein Risiko inne. Doch praktisch lassen sich auch viele Brandgefahren vermeiden, insbesondere, wenn Sie schon beim Hausbau, bei der Sanierung oder bei der Einrichtung Ihres Zuhauses an mögliche Brandentstehungsursachen denken und präventive Maßnahmen ergreifen.

Brandvermeidung durch kluge Planung

Offene Feuerstellen, elektronische Geräte, aber auch die Auswahl der Dämmstoffe sowie die Ausstattung der Photovoltaikanlage auf dem Dach sollten von Anfang an in die Brandschutzplanung einbezogen werden. Besondere Aufmerksamkeit kommt zudem der Küchenplanung zu.

Küchengeräte richtig platzieren

Lassen wir den Extremfall, dass ein Backofen explodiert, einmal aus und widmen wir uns dem alltäglicheren Küchengeschehen, so müssen hier zwei Gefahrenquellen bedacht werden: Der Kühlschrank und die Dunstabzugshaube.
Für die Anbringung einer Dunstabzugshaube gibt es klare Vorschriften. Diese betreffen sowohl die Position der Dunstabzugshaube innerhalb einer Einbauküche als auch den Mindestabstand, der zwischen Kochfeld und Haube eingehalten werden muss. Alle erforderlichen Angaben entnehmen Sie der BEdienungs- und Installationsanleitung. Das regelmäßige Entfernen von Fettresten sollte an der Abzugshaube problemlos möglich sein – prüfen Sie am besten vor dem Kauf, wie es sich bei dem von Ihnen favorisierten Gerät verhält.
Am Kühlschrank befindet sich an der Rückwand außen zumeist eine Leiste, die dafür sorgen soll, dass Sie beim Aufstellen den Mindestabstand zur Wand einhalten. Auch wenn es tausend Mal besser aussieht: Entfernen Sie diese nicht, denn der Kühlschrank benötigt wie alle größeren Elektrogeräte eine ausreichende Luftzufuhr.
Herd und Kochfeld müssen so platziert werden können, dass sich im direkten Umfeld keine brennbaren Stoffe befinden. Sorgen Sie beim Hausbau zudem dafür, dass der Backofen über drei Schalter gesichert ist und dass Sicherungskasten und Hauptwasserhahn leicht zu erreichen, aber nicht allgemein zugänglich sind. Außerdem sollten jüngere Kinder beides natürlich nicht erreichen können.

Steckdosen und Mehrfachstecker

Die Zahl an Elektrogeräten, die wir im Haushalt nutzen, hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten vervielfacht. Geschirrspüler, Trockner, Gefriertruhe, PC, Drucker, Smartphones, mehrere Fernsehgeräte, Spielekonsole, … Entsprechend hoch ist der Bedarf an Steckdosen. Planen Sie in der Bauphase daher großzügig und sorgen Sie dafür, dass sich gerade die Großgeräte über eigene Leitungen anschließen lassen. Mehrfachstecker, die Sie für verschiedene Kleingeräte nutzen, sollten sicherheitshalber mit einem Ausschalter und einem Überspannungsschutz versehen sein. Alle fest installierten Kabel und Leitungen müssen im Gebäudeplan korrekt eingezeichnet sein. Prüfen Sie dennoch vor Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen, ob sich hinter Wänden, in die Sie bohren oder Nägel einschlagen, Kabel oder Wasserleitungen befinden.

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Bild: © animaflora / Fotolia

Blitzableiter und Photovoltaikanlage

Dass Ihr Haus einen Blitzableiter benötigt, sollte selbstverständlich sein, zumal Sie ohne eine solche Vorrichtung keinen Versicherungsschutz erhalten. Die Photovoltaikanlage selbst stellt keine Brandgefahr dar, kann aber zu einem Risiko für die Feuerwehr werden, insbesondere, wenn der Brand tagsüber ausbricht. Die Ursachen liegen in der hohen elektrischen Spannung einerseits, in der Gefahr, dass sich die Anlage vom Dach löst, andererseits.
Zumindest die Gefahr, dass die Feuerwehr das Haus aufgrund der elektrischen Spannung der Photovoltaikanlage kontrolliert abbrennen lässt, können Sie präventiv begegnen, indem Sie eine Anlage mit Abschaltmechanismus wählen oder nachträglich ausstatten. Die Module zum An- und Ausschalten werden automatisch oder per Fernbedienung aktiviert.

Ist Wärmedämmung eine Brandursache?

Materialien, die zur Wärmedämmung verwendet werden, stellen keine Brandursache dar. Dennoch sind sie in unterschiedlicher Weise brennbar, was sich im Brandfall beschleunigend oder hemmend auswirkt. Die Frage, wie sich ein bestimmtes Material bei Feuer verhält, ist zudem von der Art der Verlegung und der Dicke der Dämmung sowie von den weiteren Schichten der Fassade abhängig. Planen Sie, selbst eine Dämmung durchzuführen, lassen Sie sich hierzu von einem Fachbetrieb oder einem unabhängigen Experten vorab beraten.

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Rauchmelder installieren, Feuerstellen absichern

Sie kosten nicht die Welt und sind in den meisten Bundesländern ohnehin bereits vorgeschrieben: Rauchmelder, die sich einfach per Magnet an der Decke installieren lassen. Sorgen Sie dafür, dass in allen Räumen und Fluren Rauchmelder installiert sind. In großen Gebäuden können Sie diese untereinander vernetzen, sodass Sie auch im Schlafzimmer im dritten Stock gewarnt werden, wenn in der Küche im Erdgeschoss ein Feuer ausbricht.

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Bild: © auremar / Fotolia

Kamine mit und ohne Schornstein

Kamine ohne Schornstein werden auch als Dekokamine bezeichnet. Der Name ist hier tatsächlich Programm, denn Sie sollten nicht auf die Idee kommen, diese Kamine zum Heizen zu verwenden. Achten Sie zudem darauf, dass Sie sich mit der Inbetriebnahme gründlich vertraut machen.
Einen offenen Kamin mit Schornstein verbinden viele Menschen mit angenehmer Wärme und romantischen Stunden auf einem weichen Teppich direkt vor der knisternden Feuerstelle. Bedenken Sie aber bitte: Heimtextilien, die kuschelig und weich sind, sind oft auch leicht entflammbar. Legen Sie daher den Flokati nicht direkt vor den Kamin und achten Sie auch sonst darauf, dass sich keine brennbaren Gegenstände in der Nähe befinden. Heiße Asche sollten Sie in einem feuerfesten Behälter zwischenlagern können. Wer den Hausbau mit Kamin plant oder einen solchen nachträglich installieren möchte, sollte zudem die Investition in einen Feuerlöscher nicht scheuen.

Kerzen und Öllampen

Auch Kerzen, Duftlampen oder Teelichte tragen zur Gemütlichkeit bei, entpuppen sich aber bei einem nachlässigen Umgang als Gefahrenquelle. Wollen Sie beispielsweise Wandkerzenhalter anbringen, müssen diese aus feuerfestem Material sein und es dürfen sich keine entflammbaren Gegenstände wie Gardinen in der Nähe befinden. Ein Windhauch durchs leicht geöffnete Fenster kann hier schon für eine mittelschwere Katastrophe sorgen.
Lassen Sie Kerzen und Öl- oder Duftlampen niemals unbeaufsichtigt. LED-Lampen sind im Vergleich zu den früher genutzten Glühbirnen eher ungefährlich, was die Brandentstehung betrifft, dennoch wird auch hier zur Vorsicht geraten.

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Elektrogeräte regelmäßig prüfen und bei Nichtnutzung ausschalten

Die meisten Elektrogeräte aus dem Unterhaltungsbereich sind mit Stand-by-Funktionen ausgestattet. Das ist sinnvoll, wenn Sie zwischen zwei Spielen an der Konsole oder zwei Fernsehfilmen eine Pause einlegen wollen. Grundsätzlich aber sollten Sie sich für Geräte entscheiden, die eine Austaste haben – oder die Geräte an einer Steckdose anschließen, die Sie ausschalten können. So vermeiden Sie, dass sich die Elektrogeräte überhitzen – was auch im Stand-by-Betrieb der Fall sein kann.
Überprüfen Sie zudem alle Geräte regelmäßig, lesen Sie in den Bedienungsanleitungen nach, welche Wartung oder Reinigung in welchen Abständen durchzuführen ist und ziehen Sie bei anhaltenden Störungen oder eigenartigen Geräuschen einen Fachmann hinzu.
Zu guter Letzt gilt auch beim Fernseher, dass dieser ausreichend belüftet werden muss, um einen Wärmestau zu vermeiden. Moderne TV-Geräte sind zudem mit einer Abschaltautomatik versehen. Kommt es häufiger vor, dass Sie vor dem Fernseher einschlafen, nutzen Sie diese Funktion – Sie schlafen dann besser und sicherer.

Fluchtwege und Zufahrten

Auch wenn Sie an alles gedacht haben – eine Brandgefahr lässt sich niemals ganz ausschließen. Bei einem Neubau sollten Sie daher von vornherein einen Fluchtweg und Alternativen einplanen. Für Bestandsbauten ohne ausreichende Fluchtwege kann eine mobile Feuertreppe oder Hängeleiter angeschafft werden. Sorgen Sie schließlich noch dafür, dass die Feuerwehr im Ernstfall möglichst nah und von allen Seiten ans Haus herankommt.

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