Aktuell Bau GmbH

Regenduschen lassen sich in Bestandsbauten einfach nachträglich installieren. Erhältlich sind die großen Duschbrausen mit dem weichen Regenstrahl als Duschsysteme mit Schlauch, Steigrohr oder Paneel. Einige Regenduschen lassen sich direkt an vorhandene Armaturen anschließen.
Damit der erhoffte tropische Regen nicht zum tröpfelnden Nieselregen wird, müssen Wasserdruck und Wassermenge stimmen. Welche Werte für das jeweilige Modell erforderlich sind, entnehmen Sie den Herstellerangaben. Den Wasserdruck können Sie mithilfe eines Manometers messen, das an den Wasserhahn angeschlossen wird. Die Wassermenge (und auch den Druck) ermitteln Sie, indem Sie einen Eimer unter die Dusche stellen (Duschkopf vorher abschrauben) und mit einer Stoppuhr messen, wie lange es dauert, bis der Eimer ganz gefüllt ist. Vergleichen Sie diesen Wert (Liter pro Minute) ebenfalls mit den Angaben des Herstellers.
Bei der Auswahl eines geeigneten Modells für Ihr Badezimmer prüfen Sie zudem,

  • ob die benötigten Anschlüsse vorhanden sind. Wurde in einem Altbau beispielsweise die Duschbrause nachträglich an der Badewannenarmatur angeschlossen, sind Probleme vorprogrammiert. Besprechen Sie dann mit einem Fachmann, ob und wie Sie eine Regendusche einbauen können.
  • ob – falls vorhanden – die Regendusche mit einem Durchlauferhitzer funktioniert (Herstellerangabe beachten).
  • ob das gesamte System von der Größe her in Ihre Duschkabine passt. Die Kopfbrausen können einen Durchmesser von 20 bis 60 cm haben.

Material, Dauer und Vorbereitung

Für die Montage einer Regendusche an eine vorhandene Armatur benötigen Sie lediglich Werkzeug, wenn beispielsweise noch ein Steigrohr neu angebracht werden soll und Sie hierfür Löcher bohren müssen. Halten Sie außer der Bohrmaschine mit Fliesen- und Steinbohrer einen Maulschlüssel und/oder eine Rohrzange bereit, je nachdem, was zu demontieren und zu installieren ist.
Für die Montage einer neuen Armatur benötigen Sie:

  • Sägeblatt,
  • Wasserwaage,
  • Hanfband und Gewindeband,
  • Gewindepaste,
  • Universalschlüssel für Ventilnippel,
  • Sanitärsilikon,
  • Maulschlüssel,
  • Inbusschlüssel,
  • Trittleiter,
  • Kreppklebeband,
  • Stift,
  • Bohrmaschine mit Stein- und Glas- oder Fliesenbohrer.

Für das Anbringen einer Duschbrause ohne Armatur benötigen Sie 10 bis 15 Minuten, für das Anbringen der Brause mit Armatur etwa 40 bis 50 Minuten.

!Vorbereitende Arbeiten
Bevor Sie die neue Armatur anbringen, verschließen Sie den Abfluss mit einem Stopfen und legen Sie eine Abdeckplane über die Duschwanne. Drehen Sie zudem den Wasser-Haupthahn ab. Legen Sie alle benötigten Teile und Werkzeuge bereit.

A Regendusche an vorhandene Armatur anschließen

Um die Regendusche an eine vorhandene Armatur anzuschließen, müssen Sie lediglich Brause und Schlauch verbinden und an der vorhandenen Armatur befestigen. Wollen Sie zusätzlich Löcher für ein Steigrohr bohren, beachten Sie die Vorgehensweise in Schritt 3 der folgenden Beschreibung.

B Neue Armatur mit Steigrohr an vorhandene Wandanschlüsse montieren

In der folgenden Schilderung gehen wir davon aus, dass die Wandanschlüsse für die Montage einer Armatur bereits vorhanden sind.

  • 1. Hahnverlängerungen und S-Anschlüsse präparieren und einsetzen
    Die Duscharmatur wird mithilfe zweier S-Anschlüsse montiert. Deren charakteristische Form kann dafür sorgen, dass Abweichungen von den erforderlichen Abständen zwischen den beiden Wandanschlüssen ausgeglichen werden.
    Vor den S-Anschlüssen kommen in die Wandanschlüsse Hahnverlängerungen, die dafür präpariert werden. Bearbeiten Sie die Gewinde mit einem Sägeblatt, sodass feine Kerben entstehen. Anschließend binden Sie einen Hanffaden fest um das Gewinde, das Sie dann noch mit Gewindepaste „versiegeln“.
    Auf die gleiche Weise präparieren Sie die S-Anschlüsse, nur dass Sie hier statt Hanf und Gewindepaste ein Gewindeband zum Umwickeln verwenden. Der Vorteil gegenüber dem Hanfband ist, dass sich das Gewinde besser verstellen lässt, wenn Sie die S-Anschlüsse bewegen müssen.
    Setzen Sie die Hähne dann in die Wandanschlüsse ein und drehen Sie diese mit einem Universalschlüssel für Ventilnippel fest. Anschließend werden die S-Anschlüsse aufgesetzt und mit einem Maulschlüssel festgedreht.
    Bei einigen Modellen sind Hahnverlängerung und S-Anschluss bereits verbunden, in der Regel reicht dann ein Maulschlüssel für die Befestigung.
  • 2. Messen und ausrichten
    Der Abstand zwischen den beiden Anschlüssen muss 15 cm betragen. Ist er größer, lässt sich dies ausgleichen, indem Sie die S-Anschlüsse nach innen bewegen; ist er kleiner, geht die Drehrichtung nach außen. Mit einer Wasserwaage überprüfen Sie schließlich, ob beide Anschlüsse so ausgerichtet sind, dass die Armatur waagerecht aufgesetzt werden kann. Ist alles perfekt, füllen Sie in die Ränder der Anschlusslöcher noch etwas Sanitärsilikon.
  • 3. Thermostat beziehungsweise Armatur aufsetzen
    Im nächsten Schritt werden zunächst die Rosetten auf die S-Anschlüsse gesetzt. Bei einigen Armaturen müssen zuvor Dichtungsringe und Siebe in die Armatur eingesetzt werden, bei Thermostatarmaturen sind diese oft schon vormontiert.
    Setzen Sie die Armatur an und verschrauben Sie diese mit den Überwurfmuttern. Achten Sie darauf, dass die Armatur waagerecht angebracht wird und überprüfen Sie dies noch einmal mit der Wasserwaage, bevor Sie die Muttern mithilfe eines Maulschlüssels festdrehen. Bei Thermostatarmaturen kann es erforderlich sein, dass Sie auch die Rosetten noch eindrehen, bis das Thermostat einrastet.
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    Bild: © birgitH / pixelio.de
  • 4. Steigrohr und Kopfbrause anbringen
    Das Steigrohr oder die Duschstange sind modellabhängig aufgebaut. In der Regel müssen Sie vor der Montage die einzelnen Teile mit Madenschrauben verbinden. Dafür benötigen Sie einen Inbusschlüssel.
    Das Steigrohr wird auf den Armaturenanschluss aufgesetzt und an die Wand gehalten. Markieren Sie das Ende des Rohres an der Wand und kleben Sie dort einen oder mehrere Streifen Kreppklebeband an. Benutzen Sie wieder die Wasserwaage, um zu überprüfen, ob das Rohr präzise senkrecht steht. Markieren Sie auf dem Klebeband den Umriss der Halterung (Rosette). Halten Sie diese ohne Stange dann an der markierten Stelle an und markieren Sie präzise die Bohrlöcher.
    Das Bohren der Löcher nehmen Sie idealerweise mit zwei verschiedenen Bohrern vor. Müssen Sie in die Fliese bohren, erfolgt dies mit einem Glas- oder Fliesenbohrer. In die dahinterliegende Wand bohren Sie mit einem Steinbohrer. Schalten Sie unbedingt – falls vorhanden – die Schlagbohrfunktion an der Bohrmaschine aus, solange Sie in die Fliese bohren. Weitere Tipps zum Bohren in Fliesen finden Sie im letzten Abschnitt unseres Ratgebers „Im Handumdrehen zur neuen Duschkabine oder Badewannenfaltwand“.
    Stecken Sie die Dübel in die Bohrlöcher und füllen Sie etwas Sanitärsilikon ein. Mit einem Akkuschraubendreher können Sie nun die Wandhalterung anbringen. Anschließend werden Duschstange oder Rohr und Brause mithilfe einer Madenschraube verbunden. Bei einigen Modellen ist es erforderlich, dass Sie erst die Brause mit dem Rohr verbinden, bei anderen wird die Brause am Ende angeschraubt – beachten Sie hierzu die Herstellerangaben. Auch an der Armatur wird die Stange noch einmal mit einer Madenschraube befestigt.
  • 5. Handbrause montieren
    Es empfiehlt sich, ein Duschsystem auszuwählen, zu dem neben der Kopfbrause eine Handbrause gehört. Diese wird auf einen Schlauch aufgeschraubt, den Sie direkt an der Armatur befestigen. Haben Sie sich für eine Thermostatarmatur entschieden, wird diese abschließend justiert und in der gewünschten Temperatur arretiert. Wie Sie hierfür vorgehen und was zu tun ist, wenn die Temperatur nicht mit der Grundeinstellung übereinstimmen sollte, entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung des Herstellers.

1 KOMMENTAR

  1. Moin,
    das ist wirklich ein sehr hilfreicher Artikel. für jeden der geplant hat, sich eine Regendusche zu kaufen.

    Vor allem die Schritt für Schritt Anleitung hat mir gut gefallen.

    Vielen Dank!
    Gruß
    Markus

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