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Niederschlag, Grundwasser, Meere und Seen – Wasser gibt es in deutschen Landen reichlich. Weshalb Experten aus gesamtwirtschaftlicher Sicht eher vor dem allzu eifrigen Wassersparen warnen. Anders verhält es sich aber, wenn Sie auf Ihre Nebenkostenabrechnung blicken – da kann der Wasserverbrauch und insbesondere das Aufheizen von Brauchwasser schon eine Belastung darstellen. Planen Sie eine Badsanierung, empfiehlt es sich daher, das Einsparpotenzial, das moderne Duschköpfe, Armaturen und Heizsysteme ermöglichen, zu berücksichtigen.

Baden und Duschen: So senken Sie den Wasser- und Energieverbrauch

Dass ein Vollbad zu einem erheblich höheren Wasserverbrauch führt als das Duschen, wissen Sie vermutlich. Möchten Sie dennoch nicht aufs Baden verzichten und planen Sie die Anschaffung einer neuen Badewanne, achten Sie auf das Volumen, das für eine Befüllung der Badewanne benötigt wird.
Für eine Standardbadewanne wird die benötigte Füllmenge mit etwa 140 Litern angegeben. Doch lässt sich mit Standardwerten hier schlecht rechnen. So gibt es beispielsweise Raumsparbadewannen mit einem Fassungsvermögen von 225 Litern – was im Vergleich zu einer für zwei Personen konstruierten frei stehenden Badewanne, die 230 Liter fasst, eher viel ist. Auch beeinflussen Körpergröße und Gewicht, wie viel Wasser jeweils für ein Vollbad benötigt wird. Verlassen Sie sich bei der Auswahl Ihrer neuen Badewanne daher nicht auf Raumsparmodelle oder Eckbadewannen – Sie finden im Datenblatt jeder Badewanne eine Angabe über deren Fassungsvermögen, die präziser Auskunft gibt.
Könnte man das Badewannenwasser nicht ein zweites Mal nutzen – beispielsweise für die Toilettenspülung? Dieser Gedanke hat schon manchen Heimwerker beflügelt. Die einfachste Lösung, nämlich einen Eimer zu verwenden, um das Wasser abzuschöpfen, erweist sich allerdings als wenig praktikabel und auch aus hygienischen Gründen als nicht empfehlenswert. Der Hersteller Hansgrohe hat dagegen ein System entwickelt, mit dem sich Grauwasser problemlos recyclen lässt. Kauf und Installation lohnen sich bisher allerdings nur dann, wenn Sie mehrere Haushalte – beispielsweise in einem Mehrfamilienhaus – in das System einbinden.

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Bild: © eagle12 / Fotolia

Neue Duschköpfe und Ventile

Wer duscht, statt ein Vollbad zu nehmen, spart im Durchschnitt 120 Liter Wasser ein. Aber auch dieser Wert gibt nur eine ungefähre Orientierung, denn eine Rolle spielt dabei, wie lange Sie duschen und welche Art von Duschkopf Sie verwenden. Die Möglichkeit, beim Duschen noch mehr Wasser zu sparen, bieten Ihnen Duschstopp-Ventile, Eco-Brausen und Durchflussreduzierer.
Unter einem Duschstopp versteht man ein Ventil, das sich nachträglich einbauen lässt. Besonders geeignet ist diese Wassersparmethode, wenn Sie den Zulauf von kaltem und warmem Wasser über zwei Wasserhähne regulieren. Der Duschstopp ermöglicht es, den Wasserverbrauch während des Shampoonierens und Einseifens deutlich zu reduzieren, ohne das Wasser ganz abdrehen und anschließend wieder neu einstellen zu müssen. So sparen Sie insgesamt während des Duschens bis zu 40 % Wasser ein.
Ein Durchflussreduzierer lässt sich ebenfalls nachträglich installieren. Er sorgt dafür, dass weniger Wasser durch das Rohr fließt – allerdings in seiner einfachsten Variante mit dem Nebeneffekt, dass der Duschstrahl dann eben dünner wird, was den Duschkomfort insgesamt verringert. Eine gute Alternative stellen Eco-Brausen oder Wassersparduschen dar, denn hier wird dem Wasser durch eine spezielle Technik Luft beigemischt, sodass weiterhin ein angenehmer Wasserstrahl entsteht und der Wasserverbrauch sich dennoch deutlich reduziert

Einsparpotenzial am Waschbecken

Schon durch eine einfache Umstellung lässt sich am Waschbecken viel Wasser und Energie sparen: Indem Sie den guten alten Zahnputzbecher befüllen, statt das Wasser laufen zu lassen. Darüber hinaus sparen Sie Wasser durch den Einbau von

  • Perlstrahlern oder Eco-Armaturen, die dem Wasser Luft beimischen;
  • Einhebel-Mischern, die mit einem Widerstand ausgestattet wird, der darauf aufmerksam macht, dass nicht immer die höchste Durchflussmenge benötigt wird;
  • berührungslosen Armaturen mit Infrarottechnologie, die den Wasserfluss automatisch unterbrechen, wenn Sie die Hand zurückziehen oder diese in die Nähe des Sensors bringen.

Vor- und Nachteile berührungsloser Armaturen

Zu den Vorteilen der berührungslosen Armaturen gehört neben der Wasserersparnis der Zugewinn an Hygiene. Als Nachteil wird oft genannt, dass die Armatur eine Stromzufuhr benötigt – also Batterien oder einen Netzanschluss. Mittlerweile sind aber berührungslose Armaturen erhältlich, die über ein internes Minikraftwerk verfügen, sodass kein Antriebsstrom benötigt wird. Sind Ihnen die Anschaffungskosten zu hoch, entscheiden Sie sich für ein hochwertiges Modell mit Batteriebetrieb und achten dabei auf die Herstellerangaben. Das Unternehmen Grohe stellt beispielsweise berührungslose Armaturen mit einer Batterielebensdauer von 7 Jahren (150 Zyklen pro Tag) her.

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Bild: © bluedesign / Fotolia

Handwaschbecken und Toilettenspülung kombinieren

Wasser sparen lässt sich auch am Handwaschbecken – ob mit oder ohne elektronische Armatur. Schon das Ausstellen des Wassers während des Einseifens der Hände kann 15 Liter pro Nutzung einsparen.
Eine pfiffige Lösung, wie sich das Grauwasser vom Handwaschbecken für die Toilettenspülung nutzen lässt, kommt ursprünglich aus Japan, setzt sich aber auch in Europa langsam durch: Das Handwaschbecken wird direkt auf den Spülkasten aufgesetzt, sodass das verbrauchte Wasser hineinläuft und bei der nächsten Spülung wiederverwendet wird. Reicht die Menge zum Spülen nicht aus, wird der Wasserkasten automatisch aufgefüllt. Bei den hochwertigeren Modellen ist zudem eine Stopp-Taste integriert, sodass Sie wie bei einer regulären Toilettenspülung entscheiden können, ob die minimale oder die maximale Wassermenge durchfließen soll.
Ein weiterer Vorteil der WC-Spülung mit integriertem Handwaschbecken besteht darin, dass es platzsparend in kleinen Badezimmern oder im Gäste-WC montiert werden kann. Möchten Sie sich wie gewohnt die Hände am Waschbecken waschen, sparen Sie dennoch Wasser für die Toilettenspülung, indem Sie einen Zwei-Mengen-Regler einbauen.

FAZIT Wasser sparen ist einfach, Energie sparen und Wasser reinhalten genau so wichtig. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern und Kontinenten sind wir in Deutschland mit Wasser gut versorgt und einige Experten bemängeln, dass gerade ein intensives Wassersparen insgesamt gesehen zu höheren Kosten führt – da die Wasserwerke die Rohrleitungen häufiger durchspülen müssen. Doch kann der Einzelne hieran wenig ändern – mit Blick auf die eigene Nebenkostenabrechnung führt die Verringerung des Wasserverbrauchs daher zu einer Kostenreduzierung.
Mit Blick auf die Umwelt und einen ressourcenschonenden Umgang mit Wasser sind dagegen die Wasserverschmutzung und die effiziente Warmwasserbereitung die dringenderen Probleme. So verweisen Klärwerksbetreiber immer wieder darauf, dass Verbraucher zu viel Müll über die Toilette entsorgen, der eigentlich in den Abfallbehälter gehört.
Sparpotenzial, das sich auf Ihre Nebenkostenabrechnung auswirkt, findet sich zudem bei einer effizienten Warmwasseraufbereitung. Und auch die Heizkosten im Bad lassen sich senken, beispielsweise durch den Einbau einer Fußbodenheizung. In unserem Ratgeberteil finden Sie zu all diesen Themen zahlreiche Beiträge mit Tipps und Do-it-Yourself-Anleitungen.

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