Aktuell Bau GmbH

Ein stilvoller Altbau mit antikem Interieur ist der Traum vieler Hauskäufer. Doch meist ist der Zustand schlecht, und es besteht großer Renovierungsbedarf – angefangen bei der historischen Dachbedeckung über die Stuckornamente bis zu den Fußböden, die im Lauf der Jahrzehnte stark gelitten haben.

Seit einigen Jahren gibt es Firmen in Deutschland, die sich auf Wiederverwertung historischer Baustoffe spezialisiert haben. Aus Abbruchhäusern gerettete klassizistische Möbelbeschläge, Porzellangriffe, Türklinken aus Messing und bronzefarbene Sanitärarmaturen finden sich in deren Angebot. Am besten arbeitet der Bauherr mit Handwerkern zusammen, die dafür Sinn haben und etwas von der Verarbeitung alter Baustoffe verstehen.
Ein historisches Ambiente? Ja – aber bitte mit Heizung und den anderen Annehmlichkeiten moderner Technik! Eine Jugendstil-Toilette? Gern – aber unserem heutigen Hygienestandard soll sie schon entsprechen! Für die Fälle, dass das historische Original nicht mehr zu retten ist, bieten manche Firmen originalgetreue Reproduktionen von Sanitärobjekten an: unter Suchbegriffen wie „Retro“, „Replik“, „nachgefertigt“ oder „Vintage“ finden sich im Internet Beispiele zuhauf.
Die meisten Erwerber älterer Immobilien empfinden zwar, dass moderne Kunststofftüren nicht so recht in ein altes Haus passen, doch scheuen sie meist die Kosten und Mühe, eine alte Tür aufzuarbeiten. Da helfen Firmen, die historische Türen aus vergangener Zeit vor der Entsorgung bewahrt haben und zum Kauf anbieten.

Die Fenster sind ein schwieriges Kapitel: Denkmalschutzbestimmungen verbieten bei historischen Altbauten Veränderungen an der Fassade und den Fenstern. Eine zeitgemäße energetische Sanierung mit Ausbau der alten Holzfenster und Einbau von modernen, gut gedämmten Kunsttoff- oder Aluminiumfenstern ist also nicht möglich. Ein Ausweg wäre der Einbau von sogenannten Kastenfenstern, also zwei hintereinander liegenden, einzelnen Fenstern, die durch ein Futter verbunden sind. Der Charme der alten Fassade bleibt erhalten, wenn auch für einen hohen Preis, denn drei Gewerke – Schreiner, Maler und Glaser – müssen zusammen arbeiten, wenn der klassische Anblick der Altbaufenster erhalten bleiben soll und sie dennoch die heutigen Anforderungen an Wärmedämmung und Schallschutz erfüllen sollen.

Im Hausinneren stellen sich ähnliche Aufgaben. Der Fußboden ist oftmals beschädigt und im Lauf der Jahre unansehnlich geworden. Es gibt jedoch Fliesenhersteller, die aus Feinsteinzeug Manufakturfliesen fertigen, die dem Original in nichts nachstehen und zum Ausflicken fehlender Stellen bestens geeignet sind. Oder ein maroder Holzboden wird mit urigen Holzdielen ausgebessert – viel schöner und preiswerter als den gesamten Boden zu erneuern.

Die antiken Kronleuchter an den Stuckdecken der Gründerzeit können mit modernen Leuchtmitteln ausgestattet werden. Möbelstücke und Details, die die historische Ausgestaltung komplettieren, wird man heute vielleicht noch auf Trödelmärkten ergattern. Wenn dann noch Wände und Decken fachgerecht aufgearbeitet sind, erstrahlt die Wohnung in neuem Glanz. Die Wiederverwertung alter Baustoffe verleiht Häusern einen besonderen Charme. Sie ist darüberhinaus ein Beitrag zur Abfallvermeidung und deshalb umweltfreundlich.

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