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Lüftungstechniken wirken sich positiv auf Wohnkomfort und Energiebilanz aus

Alte Fenster lassen viel Wärme nach draußen – und unkontrolliert Frischluft nach innen. Bei neuen Wärmeschutzfenstern ist das nicht mehr der Fall, dafür steigt der Lüftungsbedarf. Hausbesitzer können zwischen mehreren Lüftungsvarianten wählen, etwa regelmäßigem Querlüften oder automatischen Lüftungsanlagen. Unabhängig davon ist eine Dämmung der Fassade empfehlenswert, um die Schimmelgefahr zu minimieren.

Der erforderliche Luftaustausch ergibt sich aufgrund der anfallenden Feuchtigkeit beim Wohnen und der Schadstoffbelastung der Luft. „Allein durch einstündiges Kochen und 15minütiges Duschen von zwei Personen gelangen täglich gut 2,5 Liter Wasser in die Raumluft“, weiß Dieter Bindel, der Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbands der Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker (GIH). Weitere Feuchtigkeitsquellen sind das Trocknen von Wäsche, die menschliche Atmung und Pflanzen in der Wohnung.“

Diese Feuchtigkeit muss hinausgelüftet werden, damit sie nicht an kalten Oberflächen kondensiert und im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung führt. Aber auch das ausgeatmete Kohlendioxid und die Ausdünstungen der Möbel und Teppiche erfordern einen regelmäßigen Luftaustausch. Jeder Person sollten rund 30 Kubikmeter frische Luft pro Stunde zur Verfügung stehen.

Die traditionelle Lüftungsvariante ist die Lüftung über geöffnete Fenster: Mehrmals am Tag für einige Minuten mit weit geöffneten Fenstern stoßlüften. Die in Wänden und Decke gespeicherte Wärme bleibt so im Raum. „Wichtig ist, vor dem Lüften frühzeitig die Heizkörperventile zu schließen. So kann auch die Restwärme der Heizflächen noch genutzt werden.“ Diese Lüftungsvariante ist von der Sorgfalt des Nutzers abhängig.

Keine Arbeit und mehr Behaglichkeit haben Nutzer einer automatischen Lüftungsanlage. „Fachleute unterscheiden zwischen reinen Abluftsystemen und Zu- und Abluftsystemen“, weiß Dieter Bindel vom GIH. Bei reinen Abluftsystemen wird die verbrauchte und feuchte Luft zentral in den belasteten Räumen wie Küche und Bad durch einen Ventilator abgesaugt. Die frische Luft strömt in den Schlaf- und Wohnräumen über definierte Außenwand-Luftdurchlässe nach. Bei einem Zu- und Abluftsystem wird auch die Zuluft ventilatorgestützt an einer Stelle angesaugt und über ein separates Leitungssystem in die Schlaf- und Wohnräume geführt. Alle Anlagen gibt es auch in dezentraler Ausführung. Hier wird jeder Raum einzeln versorgt.

Der große Vorteil von Zu- und Abluftsystemen ist die mögliche Wärmerückgewinnung. So können zusätzlich zum Komfort einer Lüftungsanlage auch noch richtig Heizkosten eingespart werden. Mit Hilfe eines Wärmetauschers wird die frische, kalte Luft an der warmen, verbrauchten Luft vorbeigeleitet und dadurch aufgewärmt. Solche Anlagen übertragen bis zu 90 Prozent der Abluftwärme auf die Zuluft.

Die Kosten für Lüftungsanlagen bei Sanierungen von Einfamilienhäusern liegen je nach Ausstattung zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Je nach Bedarf können Pollen- oder Feinstaubfilter eingebaut werden. Ein weiterer Vorteil von Lüftungsanlagen: Insbesondere in lauten Gegenden ist frische Luft in den Räumen auch ohne Lärm zu haben.

Zukunft Altbau
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