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Die Lage des Hauses ist gut, die Nachbarschaft zusammengewachsen, Sie fühlen sich wohl – aber Keller oder Dachboden lassen sich nicht ausbauen und Sie brauchen trotzdem mehr Platz im Haus? In diesem Fall sollten Sie über eine Aufstockung Ihres Hauses nachdenken. Denn vor allen in Innenstädten ist Baugrund teuer und eine größere Immobilie in passender Lage nicht immer zu finden. Das eigene Dach als Baugrund zu verwenden und einfach ein weiteres Stockwerk aufzusatteln, ist da oft eine gute Alternative. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen, wenn Sie mit dem Gedanken an eine Aufstockung spielen.

Die eigenen Wünsche konkretisieren

Zunächst sollten Sie sich über Ihre Wünsche klar werden: Brauchen Sie ein zusätzliches Arbeitszimmer? Ein weiteres Kinderzimmer? Oder gar eine Einliegerwohnung zum Vermieten? Wie viele Quadratmeter mehr wünschen Sie sich? Wie viel Budget steht für den neuen Wohntraum zur Verfügung? Wann wären umfangreiche Baumaßnahmen, zeitlich gesehen, besonders günstig für Sie? Vor allem wenn sowieso eine Dachsanierung ansteht, kann sie oft gut mit einer Aufstockung verbunden werden.

Einen fachkundigen Architekten hinzuziehen

Um Ihren Plan in die Tat umzusetzen, sollten Sie einen fachkundigen Architekten hinzuziehen, um prüfen zu lassen, ob bei Ihrem Haus eine Aufstockung überhaupt möglich ist oder ob Alternativen wie Anbauten oder Umbauten vorzuziehen sind. Zudem sollte eine Kosten-Nutzen-Kalkulation durchgeführt werden. Denn die Statik muss auch noch nach einer Aufstockung stimmen, sodass manchmal eine kostenintensive Verstärkung des Fundaments notwendig ist. Eine Analyse der Statik ist deshalb unerlässlich. Dazu muss die Tragfähigkeit des Gebälks überprüft und betroffene Wand- und Deckenkonstruktionen müssen beurteilt werden. Darüber hinaus sollte auch ein Blick auf die Installationen geworfen werden: Können bestehende Leitungen und Anschlüsse ergänzt oder muss alles neu verlegt werden?

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Bild: © Beyond My Ken – Wikimedia Commons

Die Art der Aufstockung festlegen

Entsprechend der statischen und bauchtechnischen Gegebenheiten müssen Sie sich gemeinsam mit dem Architekten über die Art der Aufstockung Gedanken machen. Wegen der Statik ist oft nur eine Aufstockung in Leichtbauweise möglich. Denn Aufstockungen mit vorgefertigten Holzbauelementen oder in Ständerbauweise sind deutlich leichter als Beton oder Mauerwerk.
Flachdachbungalows werden auch gerne mit einem Schrägdach aufgestockt, das als Wohnraum ausgebaut werden kann. Wenn der Statiker sein Okay gibt, kann das Flachdach selbst nach Abtrag der Kiesschicht direkt als Geschossdecke dienen, was eine Aufstockung bei einem Flachdach leichter macht als bei einem bestehenden Schrägdach.
Als Alternative zu einem klassischen Dach mit Holzkonstruktion kann bei einem Flachdach auch über ein aufgesetztes Massivdach nachgedacht werden. Ein Massivdach hat den Vorteil, dass sich das Dachgeschoss im Sommer nicht so stark aufheizt. Der Nachteil von Massivdächern ist allerdings ihr hoher Preis und ihr hohes Gewicht, das das vorhandene Haus, statisch gesehen, oft nicht tragen kann.
Bei einem Schrägdach, das sich in gutem Zustand befindet, ist oft eine sogenannte Kniestockerhöhung möglich. Dabei wird das Schrägdach einfach mit einem Kran leicht angehoben und die bestehenden Wände werden mit Mauersteinen erhöht, bevor das Dach wieder aufgesetzt und die Gebäudehülle verschlossen wird.

TIPP:
Den Stil des Hauses modernisieren

Bei einer Aufstockung können Sie auch über den Stil Ihres Hauses neu entscheiden. Üblich war es lange, die Aufstockung an den Stil des vorhandenen Hauses anzupassen. Inzwischen entscheiden sich aber immer mehr Bauherren dafür, die Aufstockung als raffinierten Blickfang vom vorhandenen Haus optisch abzusetzen und ihm damit eine moderne Note zu verleihen.

Die Baugenehmigung einholen

Ist alles geprüft, kann der Architekt sich an Entwurfsplanung machen. Dabei sollte eine Kostenberechnung mit konkreten Zahlen erfolgen, damit Sie die benötigte Investition besser abschätzen können. Danach erstellt der Architekt eine Genehmigungsplanung für die Baubehörde. Denn für eine Aufstockung brauchen Sie immer eine Baugenehmigung. Doch ein Architekt weiß in der Regel, worauf es bei dem Bauantrag ankommt und welche rechtlichen und technischen Vorschriften zu beachten sind. Liegt schließlich die Baugenehmigung vor, geht es auf Handwerkersuche und das Abenteuer Aufstockung kann beginnen.

Alle Schritte auf einen Blick

  • 1. Konkretisieren Sie die Ziele, die Sie mit der Aufstockung erreichen möchten.
  • 2. Legen Sie Ihr Budget für die geplante Aufstockung fest.
  • 3. Bringen Sie in Erfahrung, ob die Landesbauordnung eine Aufstockung zulässt.
  • 4. Suchen Sie sich einen Architekten, der sich mit Aufstockungen auskennt.
  • 5. Lassen Sie einen Statiker prüfen, ob Ihre Immobilie die zusätzlichen Lasten tragen kann.
  • 6. Klären Sie, ob das neue Stockwerk an die bestehenden Strom-, Wasser-, Abwasser- und Gasinstallationen sowie die Heizungslage angeschlossen werden kann.
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