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Ob Photovoltaik, thermische Solaranlage oder Kombinationen beider Technologien auf dem Dach angebracht werden – schon in der Planungsphase ist einiges zu beachten, damit die Anschaffungskosten sich auf Dauer rentieren. Die Auswahl einer geeigneten Dachform, die Ausrichtung des Daches und die Berechnung der Dachneigung beispielsweise sind wichtige Faktoren. Nach der Installation gilt es dann, die Solaranlagen vor Schäden zu schützen, damit sie eine lange Lebensdauer aufweisen. Lesen Sie im Folgenden, wo Sie selbst Hand anlegen können und womit Sie einen Fachbetrieb beauftragen sollten.

Thermische Stagnation bei Solaranlagen

Thermische Solaranlagen verfügen über einen Speicher, der die erzeugte Wärme aufnimmt. Die Größe des Speichers entspricht dem Verwendungszweck – soll also die Heizungsanlage mit Sonnenenergie betrieben werden, muss ein entsprechendes Volumen vorhanden sein. Gerade im Sommer aber kann dies zu Problemen führen – wenn nämlich die Heizung auch in den kältesten Regionen Deutschlands für gewöhnlich ausgestellt bleibt. Hier kommt es zu einem Wärmestau oder, wie der Fachmann sagt, zur thermischen Stagnation, die zu Schäden und zu einer Verkürzung der Lebensdauer Ihrer Solaranlage führen kann.

Tipp: Hausbesitzer, die in sonnenreichen Regionen wohnen, sollten sich daher rechtzeitig mit einem Experten über die Verhinderung und/oder Ableitung überschüssiger Wärme abstimmen. Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, eine Schutzanlage zu installieren, die die Temperatur überwacht und bei Bedarf für eine Abschattung sorgt. So vermeiden Sie Hitzestaus und damit schädliche Auswirkungen für Rohre und Ventile. Steuerungsanlagen und Schutzsysteme, die eine thermische Stagnation verhindern, lassen sich in der Bauphase einplanen oder nachträglich installieren.

Schäden durch Witterungseinflüsse minimieren

Kleine Stürme oder geringe Mengen an Niederschlägen können Ihrer Solaranlage in der Regel nichts anhaben. Anders sieht es aus, wenn kräftige Schneewehen und Hagel eintreffen oder wenn starke Gewitterfronten aufziehen und orkanartige Böen zu erwarten sind.

Extreme Wetterlagen sind Gefahren, gegen die sich kein Hausbesitzer wirklich schützen kann. Sinnvoll ist es daher, eine Zusatzversicherung abzuschließen, die im Schadensfall für die Erstattung der Kosten eintritt. Wer nachträglich eine Solaranlage auf dem Dach installiert, muss dies übrigens ohnehin seiner Versicherung melden, denn eine gewöhnliche Wohngebäudeversicherung deckt die Schäden nicht ab. Das gilt übrigens nicht nur für thermische Solaranlagen und Photovoltaik, auch Geothermie- und Wärmepumpenanlagen müssen extra versichert werden.

Tipp: Beim Abschluss einer solchen Versicherung sollten Sie nicht allein auf die Höhe der Prämie achten. Was zählt, ist vor allem die Art der Leistungen. Günstige Tarife umfassen neben dem Ersatz für Schäden, die an der Anlage und am Gebäude entstanden sind, auch Folgekosten wie beispielsweise Aufräumarbeiten.

Den Versicherungsfall verhindern

Es ist gut zu wissen, dass man für den Ernstfall abgesichert ist. Noch besser ist es, wenn dieser erst gar nicht eintritt. Zu den Vorsorgemaßnahmen, die Sie treffen können, gehört beispielsweise der Blitzschutz. Die Sicherung Ihrer Photovoltaikanlage erfolgt dabei von außen durch die Installation von Blitzableitern, die ähnlich wie ein Faraday‘scher Käfig die Anlage selbst isolieren. Darüber hinaus lassen sich im Inneren Vorrichtungen einbauen, die gegen Überspannung nach Blitzeinschlag schützen.

Brandschutz ist Vorsorgeschutz

Brandschutz – das gilt insbesondere bei der Installation von Solaranlagen. Dass eine solche Vorsorge im Ernstfall nicht nur Leben, sondern auch Ihr Haus retten kann, zeigen Fälle, in denen die Feuerwehr ein Gebäude kontrolliert abbrennen lassen musste, weil die Photovoltaikanlage nicht abgeschaltet werden konnte.

Um einen solchen Fall zu vermeiden, sollte die Vorsorge aus drei Maßnahmen bestehen:

  1. Achten Sie darauf, mit der Installation Ihrer Solaranlage ausgewiesene Fachbetriebe zu beauftragen. Bestehen Sie auf einer brandsicheren Verlegung der Leitungen, auch wenn sich die Anschaffungskosten dadurch erhöhen können. Der gesamte Aufbau sollte abschließend durch einen Sachverständigen überprüft und abgenommen werden – beispielsweise durch einen Experten von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. Denn schon kleine Nachlässigkeiten können ernsthafte Folgen haben.
  2. Kontrollieren Sie die Anlage regelmäßig auf Schäden – beispielsweise durch Witterungseinflüsse oder durch Nagetiere und Vögel – oder beauftragen Sie einen Fachbetrieb damit.
  3. Lassen Sie nach Möglichkeit einen sogenannten „Feuerwehrschalter“ installieren. Dabei handelt es sich um einen halb- oder vollautomatischen Schalter, der ferngesteuert werden kann. Die Feuerwehr hat dann die Möglichkeit, im Brandfall die Stromerzeugung zu unterbrechen und Ihr Haus ohne zusätzliche Gefahr durch Stromschläge zu löschen.

Schutz gegen Tiere

Dass Solaranlagen vor Vögeln geschützt werden müssen, leuchtet sofort ein. Leider sind es aber auch Marder, die hier enorme Schäden anrichten können, da diese sich in der kälteren Jahreszeit gern Dachstühle als neues Eigenheim aussuchen. Der beste Schutz gegen Marderbisse an Kabeln besteht darin, zu verhindern, dass diese die luftigen Höhen überhaupt erklimmen können. Was bedeutet: Sorgen Sie dafür, dass keine Äste an den Dachstuhl heranragen und auch Kletterhilfen nur den Pflanzen, nicht aber den ungebetenen Gästen in die Höhe verhelfen. Überprüfen Sie zudem regelmäßig den Dachboden sowie alle Zugänge. Sichern Sie alle frei zugänglichen Stellen durch Draht ab, haben Sie bereits gute Vorsorge gegen Marderbiss getroffen.

Werden Kabel und Leitungen zusätzlich mit einem Isoliermaterial versehen, das gegen Bisse u n d vor scharfen Schnäbeln schützt, können Sie es auch wieder genießen, wenn sich Vögel auf Ihrem Dach niederlassen. Achten Sie darauf, dass das Isoliermaterial wetterbeständig ist und dass keine Lücken oder frei zugänglichen Stellen übersehen werden. Im Fachhandel erhalten Sie selbstklebende Isolierungen, die leicht anzubringen sind.

Diebstahlschutz

Nicht allein diebische Elstern können es auf Ihre Solaranlage abgesehen haben – in Zeiten längerer Abwesenheit oder noch in der Bauphase kann es vorkommen, dass menschliche Diebe sich daran zu schaffen machen. Gerade für freistehende Häuser in abgelegenen Gebieten lohnt es sich daher, auch über den Diebstahlschutz nachzudenken. Neben Überwachungskameras, Bewegungsmeldern, akustischen Signalen und einer einbruchssicheren Installation empfiehlt sich eine Codierung, die es Dieben deutlich erschwert, die erbeuteten Teile als Hehlerware auf den Markt zu bringen.

Regelmäßige Wartung

Eine Solaranlage, die fachmännisch hergestellt, installiert und in Betrieb genommen wurde, stellt kein großes Risiko dar. Dennoch gilt wie bei jedem Pkw: Durch regelmäßige Inspektion und Wartung erhöhen Sie die Lebensdauer und schließen Gefahrenmomente aus. Wer sich als Laie also nicht sicher ist, ob und wie eine thermische Solaranlage oder eine Photovoltaikanlage zu überprüfen ist, dem empfehlen wir, die Anschaffung mit einem Wartungsvertrag zu verbinden. Achten Sie darauf, dass sowohl eine Fernüberwachung als auch eine regelmäßige Kontrolle vor Ort zu den Konditionen gehören, haben Sie alles getan, um sich und Ihr Haus gut gegen Schäden abzusichern.

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