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Die Änderungen, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 für Hausbesitzer mit sich bringt, die eine Photovoltaikanlage mit einer Höchstleistung von 750 kW betreiben, sind gering. Auf der einen Seite wird die reduzierte EEG-Umlage für den Eigenverbrauch um 5 % erhöht (auf dann 40 %). Auf der anderen Seite entfällt jedoch die Doppelbelastung bei Einspeisung des selbst erzeugten Stromes in einen Speicher.

Spätestens bei dieser guten Nachricht schließt sich die Frage an, was in Zukunft sinnvoller und kostengünstiger ist: Die Finanzierung der Photovoltaikanlage auf dem Wege der Einspeisungsvergütung, wenn der Strom der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Oder die Nutzung für den Eigenbedarf, die aufgrund verbesserter Technologien und geringerer Kosten von Jahr zu Jahr attraktiver wird.

Vorteile der Einspeisung: Vergütung und Nutzung nicht speicherbarer Überkapazitäten

Besitzer einer Photovoltaikanlage erhalten vom Staat eine garantierte Einspeisevergütung, wenn sie den selbst produzierten Strom in öffentliche Netze weiterleiten. Diese Vergütung wird auch in Zukunft gezahlt, aktuell liegt sie bei durchschnittlich 12 Cent pro Kilowattstunde.

Die Einspeisevergütung sollte dazu beitragen, die hohen Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Für einen Hausbesitzer rentierte sich die Investition in eine Photovoltaikanlage daher bislang auch, wenn er nur einen geringen Teil des selbst erzeugten Stromes für den Eigenverbrauch nutzte. Gegen die Stromerzeugung für den Eigenverbrauch sprach zudem, dass

  • es anfänglich an geeigneten Speichertechnologien mangelte, um Überkapazitäten im Sommer oder in der Mittagszeit nutzen zu können;
  • Hausbesitzer, die Strom speicherten, um ihn später selbst zu nutzen, teilweise mit einer doppelten EEG-Umlage „bestraft“ wurden, da diese auf das Zwischenspeichern und auf den Verbrauch erhoben wurde.

Das Problem der Doppelbelastung durch eine zweifach erhobene Umlage wurde durch eine entsprechende Änderung im EEG 2017 behoben. Wie aber sieht es mit den Speichertechnologien aus? Lohnt es sich, hier erneut zu investieren?

Leistung und Kostenersparnis durch Zwischenspeicher

Um es gleich vorwegzunehmen: Eine hundertprozentige Eigenversorgung lässt sich beim gegenwärtigen Stand der Technik durch Stromspeicher noch nicht erreichen. Mit den aktuell verfügbaren Solarspeichern lassen sich 60 bis 85 % der Stromversorgung eines durchschnittlichen Haushaltes abdecken. Eigenheimbesitzer sollten daher auch weiterhin auf eine klug kalkulierte Mischung aus Eigenverbrauch und Einspeisung in öffentliche Netze setzen.

Entwickelt werden die Speichertechnologien von namhaften Herstellern, die beispielsweise in der Produktion von Elektroautos zu den Vorreitern gehören. Neben den bis dato verbauten Blei-Akkus werden Lithium-Ionen- und Lithium-Eisenphosphat-Akkus angeboten, die als leistungsstärker und sicherer gelten und eine extrem lange Lebensdauer aufweisen.

Aber nicht allein das Angebot ist vielfältiger geworden, auch Bestellung und Installation sind deutlich komfortabler als bisher. Komplettsysteme, die aus Energiespeicher, Batterie-Wechselrichter und Steuerungselementen bestehen, lassen sich online ordern und leicht installieren. Die Preise liegen je nach Leistung, Hersteller und zugrundliegender Technologie im vier- bis fünfstelligen Bereich.

TIPP: Wer nicht nur die Haustechnik, sondern auch das Elektroauto mithilfe der selbst erzeugten Solarenergie nutzen will, kann zusätzlich zum Speichersystem gleich noch die Ladestation mitbestellen.

Rechnet sich die Anschaffung eines Solarspeichers?

Zunehmende Effektivität der Speichertechnologien, sinkende Anschaffungskosten und die Bereitstellung von Fördergeldern lassen die Anschaffung eines eigenen Solarspeichers generell als vorteilhaft erscheinen. Hinzu kommt: Als Hausbesitzer haben Sie nach wie vor die Möglichkeit, den nicht selbst verbrauchten Anteil an Strom aus Ihrer Photovoltaikanlage in öffentliche Netze einzuspeisen. So sichern Sie einerseits, dass steigende Stromkosten Ihren Haushalt in Zukunft nicht belasten. Andererseits profitieren Sie weiterhin von der Einspeisungsvergütung, die nach einer Phase der Degression aktuell wieder ansteigt.

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Bild: © Robert Bauer-Faro / Fotolia

Dennoch gilt auch: Hieb- und stichfeste Prognosen sind für den Energiebereich kaum zu treffen. Die Preisschwankungen am Markt tragen ebenso zu Unsicherheiten bei wie politische Entscheidungen, die aus Sicht des Laien nicht immer nachvollziehbar scheinen. Die Entwicklung smarter Technologien bringt zudem die Möglichkeit mit sich, selbst erzeugten Strom in Spitzenzeiten auch ohne Speichertechnologie besser zu nutzen, beispielsweise durch die Anschaffung von Elektrogeräten mit Zeitschaltuhr oder die Nutzung von Apps, die eine Fernsteuerung erlauben.

So ist neben allen Eventualitäten eigentlich nur eines sicher: Zum Ausbau ressourcenschonender Technologien und zur Nutzung erneuerbarer Energien gibt es langfristig keine Alternative. Es lohnt sich daher in jedem Fall schon heute, alles zu tun, um weitgehend unabhängig von nicht selbst erzeugten Energiequellen zu werden.

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