viessmann

In Anbetracht stetig steigender Energiepreise werden energiesparende Wohnungen und Häuser für Mieter und Käufer immer interessanter. Mit der höheren Nachfrage steigen der Marktwert von energieeffizienten Gebäuden und damit auch der Anreiz für Vermieter, in energetische Modernisierungsmaßnahmen zu investieren.
In welchen Bereichen sich eine Modernisierung bei Ihrer Immobilie genau anbietet, das sagt Ihnen oft schon ein Blick in Ihren Energieausweis. Denn im sogenannten Bedarfsausweis, der von einem Gutachter auf Grundlage der technischen Gegebenheiten eines Gebäudes erstellt wird, finden Sie auch Empfehlungen zur energetischen Modernisierung.
Mit den Angaben des Gutachters aus dem Energieausweis gewinnen Sie schnell einen Überblick über den energetischen Zustand Ihrer Immobilie. Mängel des Gebäudes werden genauso aufgezeigt wie mögliche Modernisierungsmaßnahmen, die sich positiv auf die Energiebilanz und damit auf die laufenden Kosten auswirken können.

Ein erster Blick in den Bedarfsausweis lohnt sich

Der Bedarfsausweis wird von einem Gutachter aufgrund von Planungsunterlagen und einer Gebäudebegehung vor Ort mit ausführlicher Checkliste erstellt. Der Gutachter prüft dabei, welche Dämmstoffe eingesetzt wurden, ob die Qualität der Fenster stimmt, wie modern die Heizungsanlage ist usw. Dabei fallen dem Gutachter oft Mängel bzw. Möglichkeiten für eine energetische Modernisierung auf, die im Bedarfsausweis aufgelistet werden.

  • Sollten die Fenster ausgetauscht werden?
  • Ist eine Modernisierung der Heizungsanlage sinnvoll?
  • Kann eine bessere Dämmung den Wärmehaushalt optimieren?

Die Modernisierungsempfehlungen des Gutachters im Energieausweis sind kurz gefasste fachliche Informationen, wie die energetischen Eigenschaften des untersuchten Gebäudes verbessert werden können.
Dabei geht es in den Empfehlungen nicht nur um die Optimierung der Dämmung oder die Modernisierung der Heizungsanlage, sondern auch um Empfehlungen zur Verwendung von erneuerbaren Energien. Dabei wird im Energieausweis auch angegeben, ob die Empfehlungen als Einzelmaßnahme zu verstehen sind oder ob ein ganzes Paket im Rahmen einer größeren Modernisierung zu empfehlen ist. In manchen Energieausweisen gibt der Gutachter zusätzlich an, wann sich die Kosten für die genannten Modernisierungsempfehlungen vermutlich amortisiert haben und/oder wie hoch die Kosten pro eingesparter Kilowattstunde Endenergie liegen, wobei diese Angaben für den Gutachter nicht verpflichtend sind.
Nachdem die Modernisierung erfolgreich von Ihnen durchgeführt wurde, kann der Bedarfsausweis ganz einfach auf den neusten Stand gebracht werden. Denn mit guten Ergebnissen im Energieausweis steigt automatisch der Wert Ihrer Immobilie – ob für den Verkauf oder die Vermietung.

Eine zusätzliche Energieberatung ist meistens sinnvoll

Obwohl der Energieausweis bereits erste Hinweise auf empfehlenswerte Modernisierungsmaßnahmen bietet, sollten Sie vor einer geplanten energetischen Sanierung besser zusätzlich eine professionelle Energieberatung in Anspruch nehmen. Denn bei einer Energieberatung werden Ihnen verschiedene Sanierungsvarianten vorgeschlagen und Empfehlungen zu umfassenderen Maßnahmen gegeben.
Die Modernisierungsempfehlungen aus dem Energieausweis sind zwar fachlich fundiert, jedoch insgesamt sehr kurz gehalten. Bei einer ausführlichen Energieberatung fallen die Empfehlungen deutlich ausführlicher und genauer aus. Zudem kann auf Ihre persönlichen Vorstellungen und auch auf Ihre finanziellen Möglichkeiten besser eingegangen werden. So sind die Empfehlungen auf Sie individuell zugeschnitten.
Vor allem, wenn Sie für Ihr Gebäude nur einen Verbrauchsausweis besitzen, ist eine Energieberatung vor einer Sanierung zu empfehlen. Denn ein Verbrauchsausweis wird ohne Gebäudebegehung und nur auf Grundlage des Verbrauchs über drei Abrechnungsperioden ausgestellt.
Doch auch für einen Bedarfsausweis werden die Kennwerte in der Regel durch Vereinfachungen ermittelt. Das ist für die Erstellung des Energieausweises zwar zulässig, für den Nachweis laut Energieeinsparverordnung (EnEV) bei einer Sanierung oder um eventuelle Fördermittel zu beantragen jedoch nicht! Wenn Sie eine Modernisierung planen, sollten Sie deshalb Ihren Energieausweis am besten im Rahmen eines vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Gebäudegutachtens anfertigen lassen.

Energieausweis am besten im Rahmen eines BAFA-Gebäudegutachtens beantragen

In Deutschland fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Energieberatung von Wohngebäuden vor Ort mit bis zu 800 Euro. Dabei wird das Energiegutachten individuell und anbieterunabhängig für Sie erstellt. Inhaltlich werden verschiedene mögliche Modernisierungsvarianten in dem Gutachten miteinander verglichen, um die für Sie persönlich beste Lösung zu finden. Energetische, aber auch wirtschaftliche Aspekte werden mit einbezogen und entsprechende Energiekennwerte ermittelt.
Die Energiekennwerte, die der Gutachter berechnet hat, können auf Wunsch anschließend auch in einen Energieausweis übertragen werden. Dazu muss Ihr Energieberater allerdings nicht nur nach EnEV zum Ausstellen von Energieausweisen berechtigt sein, sondern auch vom BAFA als Gutachter anerkannt werden.
Bei einer geplanten Modernisierung ist es außerdem ratsam darauf zu achten, dass der Energieberater darüber hinaus auch berechtigt ist, Sachverständigengutachten für Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auszustellen. Damit sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite!

Fazit:

  • Sollten Sie über die Modernisierung Ihrer Immobilie nachdenken, lohnt sich ein Blick in den Energieausweis Ihrer Immobilie. Denn dort werden bereits erste energetische Modernisierungsempfehlungen gegeben.
  • Sollten Sie bisher noch keinen Energieausweis für Ihr Gebäude beantragt haben, für das sie eine Modernisierung in Erwägung ziehen, sollten Sie gleich einen Bedarfsausweis beantragen statt nur eines eventuell möglichen Verbrauchsausweises. Denn ein Bedarfsausweis ist bezüglich Modernisierungsmöglichkeiten aussagekräftiger als ein Verbrauchsausweis.
  • Wenn Sie eine Modernisierung planen und ggfs. Fördermittel beantragen wollen, beantragen Sie Ihren Bedarfsausweis am besten im Rahmen eines vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Gebäude-Energiegutachtens. Denn die Kennwerte aus einem normalen Bedarfsausweis werden oft mithilfe von Vereinfachungen ermittelt, was für die Fördermittelbeantragung nicht zulässig ist.
Aktuell Bau GmbH

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich akzeptiere

Please enter your name here