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Diese Maßnahmen kann jeder durchführen

Sind Fenster und Türen undicht, entsprechen Heizthermostate und Elektrogeräte nicht den aktuell möglichen Energieeffizienz-Standards, empfiehlt sich auf lange Sicht der komplette Austausch, um die Kosten für Strom und Heizung zu senken. Doch nicht immer ist das notwendige Budget vorhanden, um die erforderlichen Maßnahmen sofort umzusetzen. Und auch der Austausch allein bringt nicht den optimalen Nutzen, wenn das persönliche Verhalten mit dem Wunsch, Energie zu sparen, kollidiert. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen daher ein paar einfache Lösungen vorstellen, wie Sie in Ihrem Haushalt kostenfrei oder mit nur geringer Investition bis zu 35 % Energie einsparen können.

Fenster und Türen isolieren

„Habt ihr zu Hause Säcke vor den Türen?“, wurde der verdutzte Besucher früher oft gefragt, wenn er eine Tür zu einem beheizten Raum offenstehen ließ. Denn wer die Kohle noch selbst aus dem Keller holen und den Ofen beheizen muss, der weiß die wohlige Wärme eines geheizten Raumes zu schätzen. Die kürzere und weniger ironische Variante der Aufforderung, doch bitte die Tür zu schließen, lautet „Tür zu, es zieht!“ Doch leider zeigt sich in allzu vielen Haushalten, dass das Schließen von Türen und Fenstern allein daran nichts ändert: Zugluft findet ihren Weg auch durch Ritzen und Brüche, durch poröse Dichtungen und mangelhafte Türabschlüsse.
Sobald Sie feststellen, dass es in Ihrem Haushalt auch bei geschlossenen Fenstern und Türen zieht, sollten Sie diese daher gründlich überprüfen. Zeigen sich undichte Stellen an den Fensterrahmen? Sind Dichtungen beschädigt oder brüchig geworden? Ist der Fußboden uneben, sodass sich unterhalb der Tür ein offener Spalt befindet? Ist der Einwurfschlitz für Briefe und Zeitschriften gut isoliert?

Schaumstoffdichtungen, Gummi- und Silikonprofile
Um an Fenstern und Türen alle Bereiche, an denen Zugluft durchdringt, zu isolieren, bieten sich verschiedene kostengünstige Möglichkeiten an. Eine einfache selbstklebende Schaumstoffdichtung erhalten Sie im Baumarkt bereits für 0,4 € pro Meter. Vorteil: Das weiche und elastische Material ist einfach anzubringen. Nachteil: Die preiswerteren Dichtungsbänder halten maximal 2 Jahre, dann müssen sie erneuert werden. Eine Nutzung ist also zu empfehlen, wenn Sie ohnehin nur nach einer Übergangslösung suchen.
Eine deutlich längere Lebensdauer haben belastbare Schaumdichtbänder, die flüssigkeitsundurchlässig sind. Vorteil: Die Bänder bringen zumeist weitere gute Eigenschaften mit, absorbieren Lärm und Staub, Stöße und Zugluft. Nachteil: Die bessere Materialqualität spiegelt sich im Preis: Schaumstoffdichtungen von höherer Qualität erhalten Sie ab etwa 1,5 € pro Meter.
Etwas günstiger (ab 1,3 €/m) können Gummi-Profil-Abdichtungen sein, mit denen sich je nach Profilart breitere Spalten von bis zu 5 mm an Fenstern und Türen abdichten lassen. Achten Sie bei der Auswahl zudem auf die Haltbarkeit, die sich auch aus der Witterungs- und UV-Beständigkeit ergibt. Auch Silikon müssen Sie mittlerweile nicht mehr mit der Spritzpistole auftragen, um Ihre Fenster abzudichten. Im Handel erhalten Sie selbstklebende Silikondichtungen ebenfalls ab 1,3 € pro Meter.

Klebebänder sorgfältig anbringen

Ob günstig oder von bester Qualität: Die Anbringung der Dichtungsbänder und Profile erfolgt nach demselben Prinzip. Vor dem Anbringen sind die Bereiche, auf denen sie verklebt werden sollen, gründlich zu reinigen. Anschließend schneiden Sie die benötigte Länge zu. An den Ecken müssen Sie gegebenenfalls einen schrägen Einschnitt vornehmen, damit nichts übersteht. Ziehen Sie dann nach und nach ein Stückchen vom Dichtungsmaterial ab und drücken Sie es fest an. Achten Sie darauf, dass Sie die Klebeflächen nicht mit den Fingern berühren, um die Klebstärke nicht zu beeinträchtigen. Beachten Sie zudem die Herstellerhinweise – in der Regel dürfen Klebebänder nur bei Temperaturen ab 5° C aufwärts angebracht werden.
Haben Sie noch einen Schlitz in der Haustür, durch den die Post gesteckt wird? Dann planen Sie bei der Berechnung der benötigten Menge an Isolierband dessen Abdichtung gleich mit ein.

Tipp: Nicht immer müssen Sie das alte Dichtungsmaterial am Fenster zuerst entfernen, bevor Sie neues anbringen. Wenn Ihnen der Aufwand zu groß ist, prüfen Sie, ob sich die Profilbänder auch an der Stirn- bzw. Innenseite des Fensterrahmens anbringen lassen. Sind Sie unsicher, welche Abdichtung die richtige ist, lassen Sie sich zuvor von einem Fachmann beraten. Bringen Sie hierfür am besten Fotos von Fenstern und Türen mit.

Zusätzliches Isoliermaterial für Türen und Fenster

Damit Türen auch an der unteren Abschlusskante keine Zugluft hindurchlassen, können Sie diese mit speziellen Bürsten ausstatten, die sich besonders für die Abdichtung bei unebenen Böden eignen. Die Bürstendichtungen oder Türschienen sind selbstklebend oder werden verschraubt. Sind die Böden eben, kann alternativ eine Doppeldichtung verwendet werden, die Sie einfach unter die Tür schieben. Für Türbürsten oder Türschienen müssen Sie ebenso wie für Doppeldichtungen 15 bis 25 € einplanen.
Einfach verglaste Fenster, die Sie noch nicht austauschen wollen oder können, isolieren Sie mit einer transparenten Folie, die mit Doppelklebeband ausgestattet ist. Durch das Anbringen der Folie entsteht ein Luftpolster, das eine vergleichbare (jedoch weniger schützende) Wirkung hat wie eine zweite Glasscheibe. Hochwertige Isolierfolien werden für ca. 25 € pro Quadratmeter angeboten.

Nicht investive Energiesparmaßnahmen

Neben diesen einfachen baulichen Veränderungen, die leicht und kostengünstig durchzuführen sind, können Sie sogenannte nicht investive Energiesparmaßnahmen nutzen, um Verbrauch und Kosten zu senken. Zu diesen Maßnahmen gehört beispielsweise, dass Sie

  • die Raumtemperatur während der Heizperiode senken (und stattdessen die gute alte Strickjacke oder einen Pullover aus dem Schrank holen) oder aber der Nutzung anpassen;
  • stoßweise lüften und richtig heizen (lassen Sie die Zimmer nie ganz auskühlen);
  • Türen und Fenster geschlossen halten, wenn nicht gerade Lüftungszeit ist;
  • Geräte, die nur stundenweise genutzt werden, nicht im Stand-by-Modus lassen, sondern ganz ausschalten;
  • Stromfresser bei nächster Gelegenheit gegen energieeffiziente Leuchtmittel und Geräte austauschen;
  • Ihre Gewohnheiten darauf überprüfen, ob sie weitere Möglichkeiten zum Einsparen geben.

Ein Zahnputzbecher beispielsweise kostet nicht viel, häufig wird aber der Wasserhahn während des Zähneputzens laufen gelassen, statt den Becher zu füllen. Und vielleicht wird die nächste Kaffeemaschine ja eine mit Thermoskanne statt mit Heizplatte?

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