Aktuell Bau GmbH

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt für die Erneuerung und den Austausch veralteter Heizungsanlagen hohe Investitionszuschüsse. Das BAFA unterscheidet zwischen Fördermitteln für Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen. Im folgenden Überblick zeigen wir Ihnen, welche Voraussetzungen privat betriebene Anlagen erfüllen müssen und

  • welche Fördergelder für Neu- und Umbauten der Heizungsanlage an Privatpersonen vergeben werden.
  • welche Fördergelder Sie für die Installation einer Mini-Kraft-Wärme-Koppelungsanlage erhalten.

1. Heizungsoptimierung durch Pumpenaustausch und hydraulischen Abgleich

Rund 30 % der Nettokosten erstattet Ihnen das BAFA, wenn Sie Ihre Heizungsanlage modernisieren. Zwei Maßnahmen sind Gegenstand der Förderung: der Austausch der Pumpe und/oder der hydraulische Abgleich der gesamten Heizungsanlage.
Was wird gefördert?
Das BAFA führt eine Liste von förderungsfähigen Pumpen, die Sie auf der Website einsehen und herunterladen können. Gefördert wird der Austausch von

  • Heizungs-Umwälzpumpen,
  • Warmwasser-Zirkulationspumpen sowie von
  • Maßnahmen und Materialkosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Austausch stehen.

Ausgeschlossen von der Förderung sind alle Pumpen, die nicht vom BAFA gelistet werden. Die Fördermittel können zudem nur für Bestandsbauten und für die Anschaffung fabrikneuer Pumpen und Anlagen beantragt werden. Eigenleistungen und Renovierungsarbeiten, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Austausch stehen, werden nicht gefördert.
Lassen Sie an bestehenden Anlagen einen hydraulischen Abgleich vornehmen, werden ergänzend folgende Investitionen bezuschusst:

  • die Installation von voreinstellbaren Thermostaten, von Einzelraumtemperaturreglern und Strangventilen;
  • die Anschaffung von Volumenstromregelungen, Regelungen von Mess- und Steuerungstechnik sowie Benutzerinterfaces (Schnittstellen zwischen Gerät und Mensch, Anwendungsoberflächen) und Pufferspeichern;
  • das Einstellen der Heizkurve.

Auch hier gilt jedoch: Die Förderung erfolgt ausschließlich für Bestandsbauten. Die Arbeiten müssen von Fachbetrieben durchgeführt werden und alle Teile, die installiert werden, müssen fabrikneu sein.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung beläuft sich auf 30 % der Nettokosten, maximal aber 25.000 €.

Kann die Förderung mit anderen Zuschüssen kombiniert werden?

Es besteht keine Kombinierbarkeit mit weiteren Fördermitteln. Mit Erhalt der Förderungsmittel verlieren Sie zudem die Möglichkeit, die Leistungen steuerlich geltend zu machen.

Wie und wann erfolgt die Antragstellung?

Den Antrag auf die Fördergelder stellen Sie online beim BAFA. Zunächst müssen Sie sich vor Beginn der Maßnahme registrieren. Austausch oder Abgleich müssen dann binnen sechs Monaten erledigt sein – es empfiehlt sich daher, schon vor der Registrierung einen verbindlichen Termin mit einem Fachbetrieb abzusprechen. Ist die Maßnahme beendet, benötigen Sie Rechnungsformulare, die die Leistungen benennen und die Material- sowie Lohnkosten einzeln ausweisen. Sollten Sie vom selben Unternehmen also zeitgleich weitere Arbeiten durchführen lassen, achten Sie darauf, dass Sie für die förderungsfähigen Maßnahmen Einzelrechnungen erhalten.
Haben Sie alles beisammen, laden Sie sich beim BAFA das Antragsformular herunter, drucken und füllen es aus und laden es anschließend mitsamt den Rechnungsbelegen wieder hoch. Alternativ können Sie auch den Postweg wählen.
Das BAFA prüft dann Ihre Unterlagen – den sogenannten „Verwendungsnachweis“ und erstattet den Förderungsbetrag, sofern alle Unterlagen vollständig und alle Anforderungen erfüllt sind.

Auf diese Vorgaben müssen Sie achten:

      • Registrierung vor Maßnahmenbeginn;
      • Einbau oder Optimierung durch Fachbetrieb erforderlich;
      • Antragstellung muss nach Abschluss der Maßnahme, aber innerhalb von sechs Monaten nach Registrierung erfolgen;
      • es dürfen nur förderungsfähige Pumpen eingebaut werden;
      • die Rechnungen müssen den Anforderungen des BAFA entsprechen.
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Bild: © theqcreativ / Fotolia

2. Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerke)

Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) haben den Vorteil, dass die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme nicht einfach entweicht, sondern zum Heizen oder für die Wassererwärmung genutzt wird. Mit einem Mini-Kraftwerk im Keller verfügen Sie also quasi über eine Heizung, die auch Strom erzeugen kann. Damit verringern Sie Ihre Verbrauchskosten und werden unabhängiger von öffentlichen Kraftwerken.

Was wird gefördert?

Das BAFA fördert Mini-KWK-Anlagen bis zu einer Leistung von 20 Kilowatt elektrisch (kurz: kWel). Welche Anlagen konkret gefördert werden, erfahren Sie aus einer Liste, die Sie auf der Website des Bundesamtes herunterladen können. Die Förderung gilt nur für Bestandsbauten, die Anlage muss komplett fabrikneu sein und von einem Fachunternehmen installiert werden, mit dem Sie zudem einen Wartungsvertrag abgeschlossen haben.
Darüber hinaus gilt: Sie müssen erklären, dass Sie die Anlage für mindestens sieben Jahre betreiben werden und einwilligen, dass das BAFA zur Datenerhebung ein Monitoring durchführen darf. Entsprechend muss ein Stromzähler installiert sein, der die Messung des von der Anlage erzeugten Stromes ermöglicht. Übersteigt die Leistung des Mini-Kraftwerkes 10 kWel müssen weitere informationstechnische Einrichtungen installiert werden.
Für Anlagen, deren Leistung größer als 20 kWel ist, müssen Sie vor der Antragstellung eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen lassen.

Wie hoch ist die Förderung?

Das BAFA vergibt für Blockheizkraftwerke eine Basisförderung und – bei Erfüllung der Voraussetzungen – eine Bonusförderung. Die Basisförderung ist abhängig von der Leistung. Sie beginnt bei einem Zuschuss von 1.900 € für eine Anlage mit 1 kWel und steigt dann in Relation zur Leistung in verschiedenen Abstufungen an. Eine Mini-KWK-Anlage mit 20 kWel wird aktuell mit 3.500 € bezuschusst (Stand Februar 2017).
Ist Ihre KWK-Anlage mit einem zweiten Abgaswärmeaustauscher versehen und wurde ein hydraulischer Abgleich vorgenommen, können Sie zusätzlich die Bonusförderung beantragen. Diese ist unterteilt in einen Wärmeeffizienzbonus (25 % der Basisförderung zusätzlich) und einen Stromeffizienzbonus (60 % der Basisförderung zusätzlich).

Kann die Förderung mit anderen Zuschüssen kombiniert werden?

Weitere Zuschüsse für die Anschaffung und den Einbau gibt es durch das BAFA nicht. Dennoch können Sie die Investitionskosten weiter senken, und zwar durch

  • Strompreisvergütungen;
  • Bonuszahlungen von Gemeinden oder regional ansässigen Energieversorgern;
  • die Erstattung bereits geleisteter Energiesteuern.

Diese Zuschüsse unterscheiden sich allerdings abhängig vom Wohnort, der geplanten Anlage und Nutzungsart, sodass wir empfehlen, vor Ort eine unabhängige Beratung aufzusuchen.

Wie und wann erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung muss vor Abschluss eines Vertrages mit dem ausführenden Unternehmen erfolgen. Dem Antrag, den Sie auf der Website des BAFA herunterladen können, sind jedoch die bereits eingeholten Angebote für die Anlage, die Umwälzpumpe und gegebenenfalls des Pufferspeichers beizufügen. Der Antrag kann per Mail, Fax oder auf dem Postweg versandt werden.
Das BAFA sendet Ihnen anschließend eine Eingangsbestätigung zu, die allerdings noch keine verbindliche Zusage auf Förderung enthält. Sie haben dann neun Monate Zeit, um die Anlage installieren und in Betrieb nehmen zu lassen. Den eigentlichen Antrag (Verwendungsnachweis) stellen Sie binnen zwei Monaten nach der Inbetriebnahme. Wird der Antrag bewilligt, erhalten Sie einen Zuwendungsbescheid und das Fördergeld wird nach Ablauf einer vierwöchigen Einspruchsfrist auf Ihr Konto überwiesen.
Dem ausgefüllten Verwendungsnachweis beilegen müssen Sie

  • eine Fachunternehmererklärung,
  • Vertragsunterlagen,
  • das Abnahmeprotokoll der Inbetriebnahme,
  • wenn Änderungen am Heizungssystem vorgenommen wurden: Nachweis über hydraulischen Abgleich samt Steuerungs- und Regelungseinbindung,
  • eine Bescheinigung, dass eine Umwälzpumpe der Energieeffizienzklasse A installiert wurde,
  • eine Rechnungskopie,
  • eine Erklärung, ob andere Fördermittel beantragt wurden.

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Auf diese Vorgaben müssen Sie achten:

  • Antragstellung vor Vertragsabschluss;
  • Einbau, Optimierung, Inbetriebnahme und Wartung durch Fachbetrieb erforderlich;
  • Inbetriebnahme binnen neun Monate nach Erstantrag;
  • Verwendungsnachweis muss nach Inbetriebnahme binnen zwei Monaten erfolgen;
  • Es dürfen nur förderungsfähige Anlagen eingebaut werden;
  • Die Anlage muss für mindestens sieben Jahre betrieben werden und dem BAFA ist das Recht auf Datenmonitoring zu gewähren.

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