Wenn es um die Planung eines Neubaus geht, steht neben der Frage nach einer geeigneten Heizungsanlage oft auch die Frage nach einer Klimaanlage im Raum. Schon gewusst: Wenn Sie sich für eine Wärmepumpenheizung entscheiden, bekommen Sie bei vielen Modellen die Klimaanlage gleich mit! Denn viele Wärmepumpensysteme sind im Sommer auch als Kühlung zu verwenden.

Das Kühlschrank-Prinzip einer Wärmepumpe

Eigentlich funktioniert ein Wärmepumpensystem wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt: Ein Kühlschrank leitet die Wärme aus seinem Innenraum nach außen, die Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) die Wärme und leitet sie als Heizenergie in das Innere eines Gebäudes.

Deshalb haben einige Hersteller inzwischen Wärmepumpen entwickelt, die sowohl den wärmenden als auch den kühlenden Effekt dieses Prinzips nutzen: zum Heizen im Winter und zum Kühlen im Sommer.

abc-der-waermepumpe_460_19443782
Bild: © arahan / Fotolia

Wie sorgt eine Wärmepumpe für Abkühlung?

Wenn eine Wärmepumpe neben dem Heizen auch für das Kühlen des Hauses sorgen soll, sind zwei technische Prinzipen umsetzbar:

Beim reversiblen Betrieb arbeitet die Wärmepumpe wie ein Kühlschrank. Dabei wird im Sommer mithilfe eines Ventils die Fließrichtung des Kältemittels umgedreht. Dadurch wird der Verflüssiger zum Verdampfer und nimmt die Wärme aus den Räumen auf, um sie schließlich an das Grundwasser oder die Luft abzugeben.

Beim sogenannten Natural Cooling ist die Wärmepumpe im Sommer nicht in Betrieb. Aber die Regelung und die Umwälzpumpe pumpen kontinuierlich kaltes Wasser, das durch das Erdreich oder das Grundwasser auf niedriger Temperatur gehalten wird, durch die Leitungen der Heizung. Dadurch sinkt die Temperatur im Haus, ähnlich wie bei einer Klimaanlage.

Vorteile einer Wärmepumpe als Klimaanlage

Wird die Wärmepumpe im Sommer als Klimaanlage benutzt, ist das eine gute Alternative zu einer herkömmlichen Klimaanlage. Durch das Heizungssystem verteilt sich die kalte Luft leise, unaufdringlich, gleichmäßig und ohne Zugluft in den Räumen. Zudem entstehen keine Luftverwirbelungen, die Staub aufwirbeln, sodass dieses Kühlsystem besonders geeignet für Allergiker ist. Ist bereits eine Wärmepumpe für das Haus vorgesehen, sind die Mehrkosten für eine Klimafunktion niedrig und die Betriebskosten ebenso, besonders beim Natural Cooling.

Eine zentrale Klimaanlage allein kostet oft schon rund 7.000 bis 10.000 €. Eine Wärmepumpe inklusive Kühlfunktion ist je nach Modell schon für 10.000 bis 25.000 € zu haben, wird aber darüber hinaus als Heizungssystem benutzt und kann sogar staatlich gefördert werden.

TIPP:
Bereits vor dem Kauf einer Wärmepumpe sollten Sie sich überlegen, ob sie auch eine Kühlfunktion haben soll, was je nach gewähltem Modell nur wenig Mehrkosten verursacht. Denn das spätere Umrüsten einer normalen Wärmepumpe zu einer Wärmepumpe mit Kühlfunktion ist sehr schwierig.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich akzeptiere

Please enter your name here