Haus des Jahres 2019

Eine Fußbodenheizung zu verlegen ist angesichts der einfachen Verlegesysteme, die Sie online oder in Baumärkten erhalten, kein Problem mehr. Die Planung dagegen erfordert viel Sorgfalt und einen gründlichen Vergleich der für Ihr Zuhause umsetzbaren Lösungen. Bevor Sie starten, müssen Sie entscheiden und/oder überprüfen

  • welchen Bodenbelag Sie abschließend verlegen wollen, da nicht jeder Belag auf jedem Untergrund angebracht werden kann.
  • welche Aufbauhöhe für eine nachträgliche Installation der Fußbodenheizung möglich ist; bei sehr geringen Aufbauhöhen kommen nur Dünnschichtsysteme in Betracht.
  • ob im Unterboden Unebenheiten vorhanden sind, die Sie vor der Verlegung ausgleichen müssen.
  • ob bereits ein Verteiler oder Rücklauftemperaturbegrenzer vorhanden ist. Falls nicht, muss dieser vorab installiert werden, damit das in der Fußbodenheizung verlegte Verbundrohr direkt damit verschraubt werden kann. Trauen Sie sich diese Installation selbst nicht zu, sprechen Sie mit einem Fachbetrieb ab, welche Arbeiten Sie delegieren wollen und welche Sie selbst übernehmen. Auch die abschließende Prüfung der von Ihnen verlegten Fußbodenheizung können Sie an einen Fachbetrieb übergeben, bevor Sie mit dem Einbringen von Estrich und/oder Fußbodenbelag beginnen.

Systeme und Materialien

Sind Sie mit den verschiedenen Verlegesystemen und Materialien für die Fußbodenheizung noch nicht vertraut, können Sie sich online beispielsweise bei Selfio.de einen Überblick verschaffen. Zu den einfach verlegbaren Systemen gehören Tacker- und Noppensysteme. Beim Tackersystem werden die Bodenplatten mit PE-Klebeband (PE=Polyethylen) befestigt und die Rohre mithilfe von Ankerclips befestigt. Noppenplatten sind mit einer selbstklebenden Rückseite ausgstattet, die Rohre werden einfach in die Noppenzwischenräume eingefügt.
Auch für den Bodenbelag, der abschließend angebracht wird, besteht die Qual der Wahl. Infrage kommen Fliesen oder Natursteine, Linoleum, Parkett oder Laminat sowie spezielle Teppichböden. Um sicherzustellen, dass System und Material optimal aufeinander abgestimmt sind, empfiehlt es sich, alle benötigten Komponenten bei einem Hersteller oder Händler im Paket zu ordern. Die meisten Onlineshops und Baumärkte beraten Sie zudem bei der Auswahl der benötigten Produkte und Werkzeuge. Alternativ können Sie für die Planung zunächst ein Onlinetool verwenden.

Material und Zeitaufwand

Da das benötigte Material von Ihrer Auswahl abhängig ist, können hier nur allgemeine Angaben gemacht werden. Generell sollte Ihr Verlegepaket folgende Komponenten enthalten:

  • Dämmmaterial, das unterhalb der Bodenplatten angebracht wird (im Erdgeschoss besonders empfohlen, damit die Kälte aus dem Keller die Leistung nicht beeinträchtigt);
  • Systemplatten für die Verlegung;
  • Systemrohr, das idealerweise auf einer Rolle angebracht ist;
  • Randdämmstreifen für die Isolierung von Wänden und aufstrebenden Bauteilen;
  • für einige Systeme benötigen Sie zusätzlich eine Trenn- und Gleitlage.

Welches Werkzeug und Zubehör vorhanden sein sollte, ist ebenfalls von der Auswahl des Systems abhängig. Hierzu gehören:

  • Rillenschneidegerät und Einschlagholz, Filzstift und Schonhammer falls das gewählte System es erforderlich macht, dass nachträglich Rillen für die Rohrverlegung eingefügt werden;
  • Rohrzange, Klemmverschraubungen und Kalibiriergerät für das Anbringen und Einstellen der verlegten Rohre am Verteiler.
  • Cutter, Schneidelineal und/oder Wasserwaage für das Zurechtschneiden der Systemplatten.

Einige Hersteller bieten Ihnen das Erstellen eines Verlegeplanes an. Falls dies bei Ihrer Auswahl nicht der Fall ist, erstellen Sie selbst vorab einen solchen Verlegeplan und skizzieren Sie darin die Heizkreise sowie die Vor- und Zulaufhähne, an denen diese montiert wurden.
Für das Verlegen selbst sollte ein Arbeitstag ausreichen. Bedenken Sie aber bitte, dass Sie nach dem Auftragen von Nass-Esstrich nicht sofort weiterarbeiten können.

In fünf Schritten zur neuen Fußbodenheizung

Vor dem eigentlichen Ausbringen der Bodenelemente bereiten Sie den Fußboden entsprechend vor. Der Boden muss eben und gereinigt sein.

1. Randdämmstreifen anbringen

Randdämmstreifen dienen der Wärme- und Schalldämmung. Bei der Verlegung von Estrich schützen Sie vor der Enstehung von Kältebrücken. Die Folien werden an den unteren Abschlüssen der Wand und an allen aufstrebenden Raumteilen – beispielsweise an Säulen – angebracht. Falls Sie sich für ein Dünnschichtsystem entschieden haben, müssen unbedingt die hierfür passenden Randdämmstreifen verwendet werden.

2. Bodenplatten verlegen

Im zweiten Arbeitsschritt verlegen Sie von einer Ecke ausgehend die Dämm- und/oder Systemplatten. Eine Wärmedämmung wird zumindest für das Erdgeschoss empfohlen. Infrage kommen beispielsweise Polystyrol- oder Polyurethanplatten, auf die die Systemplatten dann aufgelegt werden.
Achten Sie darauf, dass diese bündig an den Dämmstreifen anliegen und befestigen Sie diese dem verwendeten System entsprechend. Legen Sie selbstklebende Noppenplatten aus, ziehen Sie am oberen und seitlichen Rand zunächst einen schmalen Streifen der Schutzfolie ab, sodass Sie die Platte gut einfügen können. Drücken Sie die Platte an dieser Stelle fest und ziehen Sie dann erst den Rest der Folie ab.
Verwenden Sie ein Tackersystem, werden die Platten mit PE-Klebebändern verbunden.
Vorsicht: Beim Dünnschichtsystem werden die Platten nicht bündig abschließend an den Dämmstreifen, sondern auf dessen Steg gelegt!

3. Rohre verlegen

Die Rohrleitungen für Ihre Fußbodenheizung sind aus biegsamen Materialien hergestellt. Sie werden – Ihrem Verlegeplan folgend – spiralen- oder schneckenförmig in Heizkreisen ausgelegt. Schließen Sie das Rohr zunächst an den Verteiler an und beginnen Sie dann von außen nach innen mit der Verlegung. Führen Sie die Rohrleitung auf dem gleichen Weg zurück zum Verteiler, sodass Vor- und Rücklaufrohr parallel nebeneinanderliegen. Notieren Sie sich die Anschlüsse für die einzelnen Heizkreise in Ihrer Skizze.

4. Rohre fixieren

Wie die Rohre fixiert werden, hängt wiederum vom gewählten System ab. Bei einem Tackersystem dienen die Ankerclips der Befestigung, bei der Verwendung von Noppenplatten werden die Rohre einfach in die Zwischenräume eingefügt. Eventuell kann hierfür die Nutzung eines Schonhammers (Kunststoffhammer) erforderlich sein. Bei der Verwendung von Noppensystemen ist es erforderlich, abschließend noch eine Dichtschnur zwischen Randdämmung und Platten einzufügen. Sind alle Rohre verlegt und angeschlossen, erfolgt eine Überprüfung der Installation sowie die Einrichtung und Kalibrierung des Verteilers.

5. Optional: Trenn- und Gleitlage sowie Estrich einbringen

Ob Sie anschließend eine Trenn- und Gleitlage sowie Estrich einbringen, ob es sich um Nass-Estrich oder Trocken-Estrich handelt, ist ebenfalls eine Frage, die Sie vor der Entscheidung für ein bestimmtes Verlegesystem geklärt haben müssen. Der Vorteil von Estrich besteht darin, dass Sie jeden Bodenbelag darauf verlegen können. Der Nachteil: Der gesamte Aufbau erhöht sich und Sie müssen insbesondere beim Einbringen von Nass-Estrich mehr Zeit für das Verlegen einplanen.
Abschließend wird der gewählte Bodenverlag den Herstellerangaben entsprechend verlegt und die Anschlusstelle mit einer Verkleidung versehen.
Noch einfacher als in diesem Ratgeber dargestellt, erfolgt übrigens die Verlegung von Thermo-Heizmatten, wie Sie beispielsweise AEG für Badezimmer und Wellnessbereiche anbietet. Auf der Website des Unternehmens können Sie über ein Onlinetool zudem die gesamte Planung und Errechnung der benötigten Materialien vornehmen lassen.

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