Die Fußbodenheizung detailliert zu planen, das erfordert einigen Aufwand. Zahlreiche Hersteller und Onlineportale bieten verschiedene Planungshilfen an – als individuelle Beratung, in Form von Tabellen, Katalogen, Planungssoftware oder Schnellkalkulatoren. Lohnt sich die Anschaffung einer Software für die Verlegung einer einzelnen Fußbodenheizung? Erfolgt die Beratung tatsächlich unabhängig, umfassend und aussagekräftig? Wir stellen Ihnen die Vor- und Nachteile einiger Angebote im Überblick vor.

Materiallisten online

Auf verschiedenen Herstellerseiten werden Ihnen für die detaillierte Materialplanung Tabellen bereitgestellt, aus denen Sie die benötigten Komponenten und den Materialbedarf ablesen können. Außerdem werden mögliche Zusatzkomponenten angezeigt.
Vorteil dieser Materiallisten: Sie informieren unverbindlich, es ist weder eine Registrierung noch die Weitergabe von Daten erforderlich. Haben Sie sich noch nicht für ein bestimmtes System entschieden, können Sie hier bequem alle Faktoren und Preisangaben vergleichen.
Zu den Nachteilen gehört es jedoch, dass die Systeme selbst hier nicht erklärt werden. Sie müssen sich daher bereits mit den Verlegesystemen und den Fachbegriffen auskennen, um eine sinnvolle Planung durchführen zu können.

Planungshilfe durch Onlineshops

Onlineshops wie Selfio.de bieten Ihnen eine individuelle Planung und Beratung an. Hierfür finden Sie auf der Website ein Formular, das Sie nur noch ausfüllen und abschicken müssen. Parallel können Sie eigene Dateien wie Grundrisse oder Fotos hochladen. Das Tool kann von Interessenten genutzt werden, die sich bereits für ein bestimmtes Heizungssystem entschieden haben. Alternativ kann auch die Auswahl des besten Systems für Ihr Zuhause zum Beratungsumfang gehören.
Vorteil: Die kostenlose Planungshilfe ist auf Ihren Bedarf ausgelegt und umfasst sogar die Berücksichtigung des gesamten Heizsystems. Nachteil: Auch hier ist eine Weitergabe Ihrer Daten erforderlich.

Software zum kostenlosen Download

Kostenfreie Software für die Planung und Berechnung Ihrer Fußbodenheizung finden Sie ebenfalls im Netz. Programme, die wirklich etwas taugen, sind zumeist aber für die Nutzung durch Fachbetriebe vorgesehen und entsprechend umfangreich. Die Viega GmbH stellt zustätzlich ein Tool bereit, das Sie direkt im Browser öffnen können, sodass kein Download erfolgen muss. Eine Registrierung ist jedoch unumgänglich.
Ein von uns getesteter Schnellkalkulator, der sich binnen einer Minute herunterladen und installieren ließ, erwies sich als große Enttäuschung. Zwar waren hier jede Menge Tabellen vorhanden, in die man die eigenen Daten wie beispielsweise die Raummaße eingeben konnte. Für die Berechnung aber wäre ein Einsenden der ausgefüllten Tabellen erforderlich gewesen. Es handelte sich somit nicht wirklich um einen „Schnellkalkulator“, sondern um ein gut getarntes Angebotsformular.
Ein einfach zu bedienendes Kalkulationsprogramm finden Sie auch auf Herstellerseiten, so beispielsweise auf der Website von AEG. Die Menüführung ist selbsterklärend, es müssen nur wenige Eingaben getätigt werden, beispielsweise geben Sie die Raumform an, die Maße der zu beheizenden Fläche und den gewünschten Bodenbelag. Im Ergebnis zeigt Ihnen der Rechner an, welche Fußbodenheizmatte für Ihre Zwecke geeignet ist und wie viel Sie davon benötigen. Sie können die Auswahl durch zusätzliche Komponenten wie Heizkörper oder Spiegelheizungen ergänzen und das Ergebnis ausdrucken oder speichern.
Vor- und Nachteile: Der Rechner ist tatsächlich einfach zu bedienen, zeigt aber nur ein einziges Produkt in verschiedenen Ausführungen und Variationen an.

FAZIT !
Individuelle Beratung vor Ort bisher nicht ersetzbar
Alle von uns getesteten Tools und Programme erwiesen sich als gar nicht bis eingeschränkt tauglich für die detaillierte und unabhängige Planung einer Fußbodenheizung. Benötigen Sie Planungshilfe und Beratung, empfehlen wir daher einen Onlineservice des Fachhandels oder eine persönliche Beratung vor Ort aufzusuchen. Letztere bieten nicht nur Baumärkte an, auch Ingenieure leisten eine unabhängige Berechnung und Planung Ihrer Fußbodenheizung. Der finanzielle Aufwand hält sich im Vergleich zu einer teuren Software in Grenzen. Benötigen Sie aktuell beispielsweise eine Heizlastberechnung, so erhalten Sie die ergänzende Berechnung und Planung Ihrer Fußbodenheizung schon für günstige 7,- € zusätzlich.

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