Wurde beim Neubau noch nicht daran gedacht, Rollläden zu montieren, lässt sich dies später leicht nachholen. Während Sie beim Neubau jedoch aus einer Vielzahl an Modellen und aus verschiedenen Einbauvarianten wählen können, fällt die Auswahl bei Bestandsbauten etwas eingeschränkter aus. Am einfachsten ist der nachträgliche Einbau von Vorbaurollläden, die innerhalb der Fensterlaibung oder daneben beziehungsweise darüber angebracht werden.

In dieser Anleitung erklären wir Ihnen, wie Sie den nachträglichen Einbau von Vorbaurollläden mit Gurtbetrieb einfach selbst durchführen können.

Was Sie vor dem Einbau wissen müssen

Bevor Sie die neuen Rollläden kaufen und einbauen, müssen Sie vier Entscheidungen treffen, nämlich:

  • ob der Vorbaurollladen in oder vor der Fensterlaibung angebracht werden soll.
  • ob ein manueller Gurtbetrieb oder ein elektronischer Betrieb mit Motor und gegebenenfalls Fernsteuerung gewünscht ist. Entscheiden Sie sich für den Einbau eines elektronisch betriebenen Rollladens, finden Sie hier eine Anleitung zur Selbstmontage. Entscheiden Sie sich für den Gurtbetrieb, können Sie optional auch einen elektronischen Gurtaufwickler montieren.
  • an welcher Seite Sie den Gurtantrieb innen befestigen wollen. Ersetzen Sie den manuellen Gurtaufwickler durch eine elektrische Variante ist dies besonders wichtig, da sich dann eine Steckdose in unmittelbarer Nähe befinden sollte.
  • welche Form der Rollladenkasten haben soll und welche zusätzlichen Funktionen Sie sich wünschen – wie beispielsweise Lärmschutz oder besondere Einbruchssicherung.

Material und Zeitaufwand

Für die Montage eines Rollladensystems mit Gurt benötigen Sie außer den Rollläden:

  • eine Bohrmaschine und passende Bohrer (Maße und Material berücksichtigen);
  • einen Zollstock;
  • einen Notizblock und Stift zum Notieren der Maße
  • einen Stift zum Übertragen der Maße für die Durchlasslöcher auf das Mauerwerk oder die Fensterlaibung;
  • eine Wasserwaage;
  • eventuell ein Teppichmesser;
  • abhängig von der Anbringungshöhe und Ihrer Körpergröße eine Leiter.

TIPP: Sind Sie ein erfahrener Heimwerker, dürfte eine Stunde für die Montage eines Rollladens ausreichen; fehlt es Ihnen noch an Erfahrung, planen Sie ruhig etwas mehr Zeit ein. Am einfachsten lässt sich die Montage der Rollläden zu zweit vornehmen.

1. Messen und einkaufen

Vor dem Einbau des neuen Rollladens steht das gründliche Messen. Messen Sie die Breite der Fensterlaibung an drei verschiedenen Stellen, also im oberen Drittel, in der Mitte und im unteren Drittel.

Wollen Sie Schienen und Kasten neben beziehungsweise oberhalb der Laibung anbringen, setzen Sie den Zollstock entsprechend an. Ergeben sich unterschiedliche Werte, markieren Sie sich den jüngsten Wert und nehmen Sie diesen als Ausgangsbasis für weitere Berechnungen. Auch die Höhe wird an verschiedenen Stellen gemessen. Bei der Auswahl der passenden Rollläden müssen Sie dann die Tiefe oder Breite der Führungsschienen und die Höhenmaße des Rollladenkastens berücksichtigen.

2. Vorbereitung der Montage

Mit den gemessenen Werten wählen Sie nun im Fachhandel Ihr favorisiertes Modell aus. Halten Sie den Rollladenkasten dann von außen vor das Fenster. Stimmen die Maße? Nur dann geht es an die Anbringung des Rollladens.

Der Rollladenkasten selbst muss nicht verschraubt werden, er wird durch das Einstecken in die Führungsschienen befestigt.

3. Löcher für die Gurtdurchlässe bohren

Die Gurte für den Rollladen sind in der Regel vormontiert. Sie müssen vom außen angebrachten Rollladen ins Innere geführt werden. Entsprechend müssen Sie in der Höhe, in der der Rollladenkasten sich befinden wird, Löcher bohren. An welcher Stelle dies genau erfolgt, berechnen Sie, indem Sie am Rollladenkasten ausmessen, wo sich die Auslassungen befinden (von der Breitseite und von der Längsseite aus gemessen).

Anschließend übertragen Sie die Maße auf das Mauerwerk oder die Laibung. Welchen Bohrer Sie dann benötigen (z. B. einen Schalungsbohrer oder einen Steinbohrer), hängt von der Art des Materials ab, durch das die Löcher gebohrt werden.

TIPP: Die Größe der Bohrlöcher muss es ermöglichen, das Gurtband ohne Scheuern oder Stocken hindurchzuführen. Nehmen Sie also auch an dieser Stelle gründlich Maß. Ist das Bohrloch zu eng, führt dies zu Schwierigkeiten in der Bedienung und zu raschen Abnutzungserscheinungen der Gurte. Schauen Sie am besten in der Montageanleitung nach, welchen Durchmesser für die Bohrlöcher der Hersteller empfiehlt.

4. Vorbaurollladen anhalten und befestigen

Den folgenden Arbeitsschritt führen Sie am besten zu zweit aus. Halten Sie die Schienen und den daran befestigten Rollladenkasten an das Fenster, in genau der Höhe, in der Sie die Rollläden montieren wollen. Eventuell benötigen Sie hierfür eine Leiter. Stecken Sie die Gurte von außen durch die Bohrlöcher nach innen. Anschließend werden die Schienen verschraubt. Sind an den Führungsschienen noch keine Löcher vorgebohrt, muss dies nun nachgeholt werden. Verschrauben Sie die Schienen im oberen und unteren Drittel und setzen Sie anschließend Abdeckkappen auf die Schrauben.

5. Gurtführung und Aufwickler montieren

Ist außen alles fest und sicher angebracht, müssen noch die Gurthalterungen und der Aufwickler im Inneren montiert werden. Die Gurtführung (auch als Gurteinlass oder Gurtumlenkung bezeichnet) montieren Sie dort, wo Sie das Duchlassloch gebohrt haben. Achten Sie darauf, dass der Gurt nicht verdreht ist. Stecken Sie dann die Kappen auf und lassen Sie die Rollländen ganz herab.

Jetzt müssen Sie nur noch den Gurtwickler auf einer für Sie angenehmen Höhe montieren und den Gurt mit der Lasche im Aufwickler verbinden. Bei einigen Modellen ist es erforderlich, hierfür mit einem Teppichmesser einen Schlitz in den Gurt zu schneiden. Lösen Sie zum Schluss vorsichtig die Gurtsperre. Ist der Gurt gespannt, rollt er sich von selbst auf.

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