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Wenn Sie sich mit verschiedenen Fassadenverkleidungen beschäftigen, haben Sie die Qual der Wahl. Ob für eine vorgehängte hinterlüftete Fassade oder eine zweischalige Wandkonstruktion – Ziegelsteine sind eine besonders wertbeständige, langlebige und wartungsfreie Möglichkeit zur Fassadenverkleidung. Dabei tauchen bei der Auswahl immer wieder Begriffe wie Vormauerziegel, Klinker, Keramikklinker oder Verblender auf. Doch worin liegt der Unterschied?

Vormauerziegel
Der Begriff Vormauerziegel bezeichnet einfach Mauerziegel, die für ein Sichtmauerwerk oder eine Verblendung eingesetzt werden. Vormauerziegel werden aus Ton, Lehm oder auch anderen tonigen Massen geformt und anschließend gebrannt. Vormauerziegel werden als Voll- oder Lochziegel in verschiedenen Farben und Strukturen angeboten. Dabei müssen sie über eine normmäßig definierte und durch eine spezielle Prüfung erwiesene Frostwiderstandsfähigkeit verfügen.
Vormauerziegel kommen bei zweischaligen Wandkonstruktionen zum Einsatz, bei der die Ziegel als zweite Schale vor die normale Hauswand gemauert werden. Diese sogenannte Verblendfassade bietet Ihrem Haus einen exzellenten Schutz vor Wind und Wetter, ist wartungsarm und langlebig, gehört aber mit zu den teuersten Wandkonstruktionen.

Klinker
Der Begriff Klinker bezeichnet ebenfalls Mauerziegel aus geformtem und gebranntem Ton, Lehm oder anderen tonigen Materialien, die wie Vormauerziegel als Sichtmauerwerk oder Verblendung Verwendung finden und eine durch Prüfung nachgewiesene Frostwiderstandsfähigkeit aufweisen.
Klinker ist jedoch zusätzlich oberflächig gesintert. Sintern bezeichnet dabei einen Schmelzvorgang bei besonders hohen Temperaturen, sodass die kristallinen Rohstoffe an der Klinkeroberfläche zusammenschmelzen, sich die Poren des Tons schließen und die Oberfläche einen dichten, glasigen Charakter bekommt. Dadurch nimmt Klinker im Gegensatz zu herkömmlichen Mauerziegeln nur wenig Wasser auf (Massenanteil der Wasseraufnahme bis etwa 6 %). Klinker muss bezüglich der Scherbenrohdichte einen Wert von mindestens 1,9 kg/dm3 haben und zumindest der Druckfestigkeitsklasse 28 zuzuordnen sein. Dabei ist die Scherbenrohdichte die Dichte eines porösen Scherbens an, wobei der Wert auf dem Volumen einschließlich der Porenräume basiert. Die Druckfestigkeitsklasse gibt in Kombination mit dem Mauermörtel die zulässige Druckspannung von Mauersteinen an, wobei die Skala von 2 bis 60 reicht.
Klinker können bei zweischaligen Wandkonstruktionen Verwendung finden oder auch als sogenannte Klinkerriemchen zur Verkleidung von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden oder von Wärmeverbundsystem-Fassaden.

Keramikklinker
Der Begriff Keramikklinker bezeichnet Ziegelerzeugnisse aus hochwertigem, dichtbrennendem Ton, die wie normaler Klinker zum Verblenden genutzt werden. Dabei sind sie farb-, laugen-, säure- und lichtbeständig und dürfen nur 6 % Wasser aufnehmen. Sie verfügen zudem mindestens über eine Scherbenrohdichte von 2 kg/dm3 (kleinster Einzelwert 1,9 kg/dm3) und die derzeit höchste Druckfestigkeitsklasse 60. Keramikklinker sind extrem frostbeständig und nehmen durch ihre geschlossene Oberfläche nur wenig Schmutz auf, wodurch auch helle Farben lange schön und sauber bleiben. Insgesamt hat Keramikklinker die gleichen Einsatzbereiche wie normaler Klinker.

Verblender
Verblender ist der Sammelbegriff für Vormauerziegel und Klinker jeglicher Art. Dabei werden Ziegel-Verblender üblicherweise in genormten Formaten angeboten, z. B. Dünnformat (240 x 115 x 52 mm), Normalformat (240 x 115 x 71 mm) oder zweifaches Dünnformat (240 x 115 x 113 mm). Riemchen oder Sparverblender werden in Dünnformat und Normalformat hergestellt, aber mit einer deutlich geringeren Materialstärke. Sie werden wie Fliesen z. B. auf eine Wärmeverbundsystem-Fassade geklebt, um den optischen Eindruck eines Mauerwerks zu erzeugen.

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