Haus des Jahres 2019

Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade ist eine mehrschichtige Außenwandkonstruktion aus unterschiedlichen Materialien, die mit einer passenden Fassadenverkleidung optisch vollendet wird. Dadurch erhöht sich nicht nur die Dämmung Ihrer Immobilie, sondern je nach gewählter Fassadenverkleidung können Sie Ihrem Haus auch ein völlig neues Aussehen verleihen. Bei der Auswahl der Fassadenbekleidung sollten Sie jedoch einige Aspekte beachten.

Aufbau einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade

Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade wird auf die bestehende Hausfassade montiert und besteht aus einer Unterkonstruktion, einer Dämmschicht, einer Hinterlüftungszone und einer Fassadenverkleidung.
Die äußere Schicht einer vorgehängten Fassade – die Fassadenverkleidung – dient dem Schutz gegen Schlagregen, Kälte sowie Nässe und sorgt für die entsprechende neue Optik des Gebäudes. Darunter befindet sich eine Unterkonstruktion aus einer Grundlattung und einer Konterlattung. Die Grundlattung wird mit Dämmaterial aufgefüllt und sorgt für eine gute Dämmung des Gebäudes. Die Konterlattung hingegen, die bei einer Holzkonstruktion in der Regel vertikal auf der Grundlattung befestigt wird, sorgt für die optimale Hinterlüftung der Fassadenverkleidung und den Abtransport von anfallender Feuchtigkeit, wie Taufeuchte, Diffusionsfeuchte oder von draußen eindringender Niederschlag.

Vorteile einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade

  • Durch die zusätzliche Wärmedämmung können Wärmeverluste gesenkt, Energiekosten gespart und Ressourcen geschont werden.
  • Mit einer hochwertigen Verkleidung schützt die vorgehängte Fassade Ihr Haus über viele Jahre hinweg, sodass lange keine Renovierungskosten anfallen.
  • Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade lässt sich mit unterschiedlichsten Materialien verkleiden und damit auch optisch ganz nach Ihrem Geschmack verändern.
  • Allgemeine Anforderungen an die Fassadenverkleidung

    Eine Gebäudehülle ist vielen Beanspruchungen wie Wind und Wetter ausgesetzt. Folgende Aspekte sind deshalb bei der Auswahl Ihrer Fassadenverkleidung zu beachten:
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    Frostbeständigkeit

    Fassadenbekleidungen müssen in unseren Breitengraden frostbeständig ausgelegt sein. Dabei ist auch auf frostsicheren Mörtel und eine hohlraumfreie Verlegung zu achten.

    Temperaturbeständigkeit

    Bei direkter Sonneneinstrahlung im Hochsommer kann sich eine Fassade gut und gerne auf 80 bis 90 °C aufheizen. Deshalb muss die Fassadenverkleidung solchen Temperaturen problemlos standhalten können.

    Temperaturwechsel

    Auch schnelle Temperaturwechsel, zum Beispiel bei einem Sommergewitter, muss das Fassadenmaterial vertragen können. Denn durch eine rasche Temperaturänderung kommt es zu starken Schub- und Scherspannungen im Material.

    Feuchtigkeitsbeständigkeit

    Ob Regen und Luftfeuchtigkeit von außen oder Wasserdampf und Tauwasser von innen – trotz der Hinterlüftung bei einer vorgehängten Fassade muss die Fassadenbekleidung feuchtigkeitsbeständig sein, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.

    Stabilität gegenüber Windlasten

    Wind erzeugt an der Fassade Druck, der durch Zug- und Scherspannungen noch verstärkt wird. Die Fassadenverkleidung und ihre Verankerung müssen entsprechend den vorherrschenden Windlasten standhalten.

    Wärmedämmung

    Laut Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen bei der Wärmedämmung Mindestanforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) eingehalten werden. Eine gute Fassadenverkleidung trägt maßgeblich dazu bei, diese Werte zu realisieren.

    Tipps zur Auswahl der richtigen Fassadenverkleidung

    Für die Verkleidung einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade steht eine Vielzahl von Materialien zur Verfügung. So gibt es Fassadenverkleidungen etwa aus Holz, Naturstein, Kunststein, Keramik, Metall, Glasfaserbeton oder Faserzement. Wichtig ist, dass die gewählten Materialien in erster Linie die oben genannten Anforderungen erfüllen. Bevor Sie einer bestimmten Fassadenverkleidung der Vorzug geben, sollten Sie sich jedoch zusätzlich auch folgende Fragen stellen:

    • Gefällt Ihnen die Optik der Fassadenverkleidung und ist sie zeitlos genug?
    • Passt die Fassadenverkleidung harmonisch in die Nachbarschaft?
    • Gibt es Einschränkungen durch kommunale Gestaltungssatzungen?
    • Reicht das Budget für die ausgewählte Fassadenverkleidung?
    • Genügt das Material Ihren Ansprüchen an ökologische Aspekte?
    • Ist die Unterkonstruktion stabil genug für die gewählte Fassadenverkleidung?
    Aktuell Bau GmbH

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