Haus des Jahres 2019

Ganz gleich ob Dämmung des Neubaus oder eine nachträgliche Dämmung für den Altbau. Für beide Optionen gilt: Durch die Verwendung von ökologischen und nachhaltigen Baustoffe, lassen sich wirtschaftliche Vorteile erzielen. Unter ökologischen Dämmstoffen sind Naturmaterialien zu verstehen, welche häufig besser abschneiden, als die konventionellen Alternativen. Dabei dominieren hochwertige Materialien aus Zellulose, Holz, Flachs und Hanf.

Holzfasern: Ökologisch und kostengünstig

Wer sich für Holzfasern als Dämmmaterial entscheidet, kann diese entweder in Form Flocken oder als Plattenzuschnitt erwerben. Viele Produkte, welche auf dem deutschen Markt angeboten werden, sind mit einem Gütesiegel versehen, welches eine anerkannte Zertifizierung bezeichnet z.B. FSC Gütesiegel.

Die Verwendung von Holzfaserdämmplatten gestaltet sich individuell und reicht vom Trittschallschutz, über die Dämmung der Wände von Wohnräumen, bis hin zur Dachdämmung. Der Vorteil dieser Form der ökologischen Dämmung, zeichnet sich besonders im Sommer ab, wenn nicht nur die Tage, sondern auch die heimischen Räumlichkeiten unangenehm heiß werden können. Holzfaserplatten bieten einen optimalen Schutz vor Wärme und eignen sich besonders gut für den Einbau in Dachschrägen. An den Stellen, an denen keine Platten verlegt werden können, eignen sich die Holzfaser-Flocken als Material zum Auffüllen.

Anwendung:

Hohlraumverfüllung
Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Balkenzwischenräume
Wand: zwischen Holzständern

Kernwerte:

Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 2.000-2.100 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1-2
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte ρ: 30-60 kg/m³
Primärenergiegehalt: 560-800 kWh/m³

Ökologisch korrekt: Holzfaserplatten zeichnen sich durch eine leichte Verarbeitung und hervorragende Dämmeigenschaften aus. Zudem sind sie ein idealer Hitze-, Schall- und Brandschutz.
(Quelle: Dachdämmung von BENZ24)

Zellulose: Das Urgestein unter den ökologischen Dämmmaterialien

Bei der Zellulose handelt es sich nicht nur um den ersten ökologischen Dämmstoff, sondern gleichzeitig auch um den beliebtesten. Für die Herstellung wird gemahlenes Altpapier verwendet, welches auch in Flockenform für die ökologische Dämmung eingesetzt wird. Für große Flächen ist das umweltfreundliche Dämmmaterial aber auch als Plattenware erhältlich.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Nicht nur, dass die Platten aus Zellulose besonders günstig erhältlich sind, diese sind zudem auch nur sehr schwer entflammbar. Die schwere Entzündbarkeit wird durch die intensive Vorbehandlung erreicht, wobei die Dämmplatten sowohl mit Aluminiumsulfaten, als auch mit Borsalzen präpariert werden. Diese Vorbehandlung schützt auch gleichzeitig vor unerwünschtem Ungeziefer. Aber Zellulose kann noch mehr. Neben der optimalen Wärmeschutzwirkung, kann das Dämmmaterial hervorragend als Schallschutz verwendet werden.

Anwendung:

Einblasdämmung für Hohlräume
Als Aufsprühung bei senkrechten Flächen
Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Holzständerbauweise

Kernwerte:

Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040-0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.700-2.150 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1-2
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar, B 1 schwerentflammbar
Rohdichte: 30-80 kg/m³
Primärenergiegehalt: 50 kWh/m³

Hanf: Die feuchtigkeitsregulierende Alternative

Wer den Fokus auf einen feuchtigkeitsregulierenden Dämmstoff legt, dürfte mit Hanf die richtige Wahl treffen. Dieser nachhaltige Dämmstoff ist nicht nur universell einsetzbar, sondern auch dazu fähig, etwa 17 Prozent des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufzunehmen, ohne dass Einschränkungen in der Dämmleistung zu verzeichnen sind.

Hanfplatten sind meistens in verstärkter Form erhältlich und mit Polyesterfasern aufgewertet. Für diese Mixfaser gibt es dann allerding einen kleinen Minuspunkt zu vergeben, da das Material auf diese Weise nicht recycelt werden kann. Doch auch dafür haben sich die Hersteller inzwischen eine attraktive Alternative einfallen lassen. So werden einige Hanfplatten seit Kurzem mit Maisstärke aufgewertet, welche als Stützfaser fungiert und natürlich uneingeschränkt recycelt werden kann. Das ökologische Dämmmaterial ist sowohl als Schüttware, als auch in Plattenform erhältlich. Aber auch Stopfware und Vliesschnitte sind inzwischen erhältlich, wobei sich die Vliesprodukte am besten als Trittschallschutz unter schwimmend verlegtem Laminat, beziehungsweise Parkett verwendet werden.

Anwendung:

Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Trittschalldämmung

Kernwerte:

Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040-0,045 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.300 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1-2
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte: 20-25 kg/m³
Primärenergiegehalt: 50-80 kWh/m³

Flachs: Effektiver Temperatur- und Lärmschutz

Aber auch Dämmstoff aus Flachs kann als effektiver Schutz vor sommerlichen und winterlichen Temperaturschwankungen verwendet werden und eignet sich darüber hinaus auch als Dämmmaterial für den Trittschallschutz. Für die Bindung von Flachsplatten, verwenden die Hersteller unter Anderem Kartoffelstärke. Den nötigen Schutz vor Entflammbarkeit, liefert eine Vorbehandlung mit Borsalzen. Flachs eignet sich jedoch nur für die Verwendung im Innenbereich.

Anwendung:

Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Holzbalkendecken, Trittschalldämmung
Wand: Leichtbau

Kernwerte:

Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040-0,045 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.300 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ: 1-2
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte ρ: 20-80 kg/m³
Primärenergiegehalt: 30-80 kWh/m³

Quelle Kernbereiche: http://www.waermedaemmstoffe.com

Bildrechte: Benz GmbH & Co. KG Baustoffe

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Aktuell Bau GmbH

1 KOMMENTAR

  1. Ökologisches Bauen wird noch immer bedeutender, da es natürlich nicht immer die günstigste Variante ist, doch die nachhaltigste! Und dies wird auch von diversen Förderstellen honoriert.
    Wir haben auch ökologisch und nachhaltig gebaucht, aussen, als auch innen. Der Innenausbau (Boden, Türen, Deko, Decken, Treppen,….) erfolgte hauptsächlich mit einheimischen Holzarten

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