Haus des Jahres 2019

Mineralische Dämmstoffe werden aus anorganischen Rohstoffen wie Sand, Stein, Kalk und Mineralien hergestellt, die bereits seit Milliarden von Jahren natürlich auf der Erde vorkommen und nicht künstlich hergestellt werden müssen.

Auf den ersten Blick sind diese Ausgangmaterialien von einer hohen Dichte und damit von einer guten Wärmeleitfähigkeit gekennzeichnet und entsprechend als Dämmmaterial ungeeignet. Doch hier kommt der Herstellungsprozess der mineralischen Dämmstoffe ins Spiel. Dabei werden die Ausgangsstoffe so verarbeitet, dass wirkungsvolle dämmende Eigenschaften entstehen.

Bei der Herstellung von Glaswolle und Steinwolle beispielsweise werden die mineralischen Rohstoffe eingeschmolzen und danach in einem speziellen Verfahren zerfasert, sodass zu guter Letzt ein Vlies entsteht. Dabei beruht die Dämmung des Vlieses auf dem Prinzip des Lufteinschlusses. Die im Vlies der mineralischen Dämmstoffe im ruhenden Zustand eingeschlossene Luft wird am gedämmten Bauteil festgehalten und sorgt so für eine hervorragende Wärmedämmung.

Die wichtigsten mineralischen Dämmstoffe werden nachfolgend mit ihren wichtigsten Vor- und Nachteilen vorgestellt.

Glaswolle

Glaswolle wird aus Kalkstein, Altglas und Quarzsand hergestellt. Durch ihre Struktur kann sich Glaswolle mit Wasser vollsaugen, deshalb sollte sie nur dort eingesetzt werden, wo sie vor Feuchtigkeit geschützt ist. Glaswolle wird entsprechend eher bei der Dachdämmung oder hinter Vorhangfassaden verwendet. Die Dämmvliese können leicht zugeschnitten und verarbeitet werden. Die beim Zuschnitt entstehenden losen Fasern können aber zu Hautreizungen führen, Schutzkleidung ist deshalb erforderlich. Glaswolle gibt es in Form von Einblasdämmung und von Matten.

Vorteile von Glaswolle:

  • gute Dämmeigenschaft
  • resistent gegen Schimmel, Ungeziefer und Fäulnis
  • hoher Brandschutz
  • UV-beständig
  • flexibel

Nachteile von Glaswolle:

  • Schutz gegen Feuchtigkeit erforderlich
  • lose Fasern können zu Hautirritationen führen
  • hoher Energieaufwand bei der Produktion
  • nicht druckbeständig

Steinwolle

Steinwolle besteht aus unterschiedlichen Gesteinsarten und ist universell einsetzbar bei der Dämmung von Dächern und Wänden. Wie Glaswolle muss auch Steinwolle vor Feuchtigkeit geschützt werden, weil die offene Vliesstruktur leicht Wasser aufnimmt. Lose Steinwollfasern können bei der Verarbeitung die Haut irritieren, passende Arbeitskleidung ist deshalb wichtig. Steinwolle gibt es in Form von Einblasdämmung und von Matten.

Vorteile von Steinwolle:

  • gute Dämmeigenschaft
  • leichte Verarbeitung
  • hoher Brandschutz
  • resistent gegen Schimmel, Ungeziefer und Fäulnis
  • UV-beständig
  • flexibel

Nachteile von Steinwolle:

  • Schutz vor Feuchtigkeit notwendig
  • lose Fasern können zu Hautirritationen führen
  • hoher Energieaufwand bei Produktion

Schaumglas

Der mineralische Dämmstoff Schaumglas wird aus Altglas hergestellt und ist extrem widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit. Deshalb kann Schaumglas für die Dämmung vom Dach bis zum Erdbereich eingesetzt werden, also auch im Keller. Schaumglas gibt es in Form von Granulat, Formteilen oder Platten.

Vorteile von Schaumglas:

  • gute Dämmeigenschaft
  • wasserfest, druckfest und verrottungsbeständig
  • säurebeständig und schädlingsresistent
  • nicht brennbar

Nachteile von Schaumglas:

  • großer Energieaufwand bei Herstellung
  • hoher Preis

Perlite

Perlit-Granulat wird aus einem bestimmten vulkanischen Silikatgestein hergestellt. Der mineralische Dämmstoff ist besonders vielfältig für die Dämmung einsetzbar, verrottet und brennt nicht. Das Granulat eignet sich vor allem als Einblasdämmstoff für die Kerndämmung zwischen zwei Mauerschichten, wobei der Hohlraum jedoch dicht abgeschlossen sein muss, da das Material rieselfähig ist. Es sind inzwischen jedoch auch Platten aus Perlite erhältlich.
Vorteile von Perlite:

  • verrottet nicht
  • brennt nicht
  • guter Schallschutz

Nachteile von Perlite:

  • Wärmeleitfähigkeit nur im mittleren Bereich

Calciumsilikat

Calciumsilikat wird zur mineralischen Dämmung von Dächern, Decken, Wänden und Böden verwendet. Durch die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften des Materials eignet sich Calciumsilikat besonders gut für die Innendämmung. Der Einbau von Dampfsperren wird damit überflüssig. Calciumsilikat wird sowohl als Schüttung als auch in Plattenform angeboten.
Vorteile von Calciumsilikat:

  • kann Feuchtigkeit puffern, der Einbau einer Dampfsperre ist nicht notwendig
  • nicht brennbar

Nachteile von Calciumsilikat:

  • niedrige Dämmeigenschaft
Aktuell Bau GmbH

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