Um das Dach Ihres Hauses richtig zu dämmen und damit Energie und Kosten zu sparen, gibt es zahlreiche Dämmmaterialien und verschiedene Arten, wie Sie die Dämmung im Dachbereich anbringen können. Dabei können bei der Altbausanierung vor allem Zwischensparrendämmungen oder Untersparrendämmungen mit ein wenig handwerklichem Geschick und guter Vorbereitung oft sogar selbst durchgeführt werden können.
Zwar ist jedes Dach anders, dennoch gibt es einen groben Handlungsleitfaden, an dem Sie sich bei der Dachdämmung orientieren können. Im Folgenden werden die 10 wichtigsten Schritte am Beispiel einer Zwischensparrendämmung vorgestellt.

Beispiel Zwischensparrendämmung

1. Schritt: Zustand des Daches prüfen

Zunächst sollten Sie überprüfen, in welchem baulichen Zustand das Dach Ihres Hauses ist. Unter anderem sollten Sie nachsehen, ob Ihr Dach bereits eine Unterspannbahn hat. Modernere Dachkonstruktionen verfügen häufig bereits über eine sogenannte diffusionsoffene Unterspannbahn, die Wasserdampf durchlässt. In solch einem Fall ist keine Hinterlüftung notwendig, sodass das gesamte Gefach zwischen den Dachsparren mit Dämmstoff gefüllt werden kann. Es müssen also keine Hohlräume für eine Luftzirkulation und Feuchtigkeitsregulierung freigelassen werden.
Handelt es sich um ein sogenanntes Kaltdach ohne Unterspannbahn, müssen Sie zusätzlich eine diffusionsoffene Unterspannbahn selbst einziehen, und zwar über den Sparren und unter den Dachziegeln. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit von außen in die Dämmung eindringt und transportiert feuchte Luft von innen nach außen. Die Unterspannfolie wird mit einem Cutter zugeschnitten und mit einem Überstand von 10 cm und leichtem Durchhang zwischen Sparren und Dachziegel gespannt. Die Stöße und Nähte werden anschließend mit speziellem Klebeband verschlossen.

2. Schritt: Dachsparren ausmessen und ggfs. aufdoppeln
Um die Menge des benötigten Dämmmaterials zu ermitteln, messen Sie den Abstand zwischen den Dachsparren aus, das sogenannte Gefach, das mit Dämmmaterial ausgefüllt werden muss. Außerdem sollten Sie gleich prüfen, ob die Gefächer alle gleich groß sind.
Auch die Tiefe der Dachsparren und damit des Gefachs sollten Sie genau ausmessen. Denn wenn die Sparrentiefe nicht den geltenden Anforderungen der Energiesparverordnung (EnEV) an die vorgegebene Dämmstärke entspricht, müssen die Sparren vor der Dämmung aufgedoppelt werden. Dazu werden einfach entsprechend dicke Kanthölzer auf die Dachsparren geschraubt, wobei die verwendeten Holzschrauben doppelt so lang sein sollten wie die Kanthölzer dick sind. Sollten Sie sich gegen eine Aufdopplung entscheiden, müssen Sie eine zusätzliche Untersparrendämmung anbringen, um auf die geforderte Dämmstärke von ca. 20 bis 24 cm zu kommen.

3. Schritt: Dämmmaterial auswählen
Zum Dämmen von Steil- oder Spitzdächern steht eine ganze Reihe von Dämmstoffen zur Verfügung. Am häufigsten finden Klemmfilze aus Glas- oder Steinwolle oder Hartschaum-Platten Verwendung. Natürliche Alternativen sind zum Beispiel nachwachsende Dämmstoffe wie Hanf oder Baumwolle.
Laut Energieeinsparverordnung soll der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) bei Steildächern höchstens 0,24 W pro Quadratmeter Kelvin betragen. Je niedriger der U-Wert ist, umso besser ist die Dämmung.

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4. Schritt: Klemmfilz zuschneiden
Dämmstoffe in Form von sogenanntem Klemmfilz sorgen nicht nur zusätzlich für guten Schallschutz, sondern man kann sie auch ganz einfach auf die Größe der Gefächer zuschneiden. Dazu legen Sie das Klemmfilz auf ein Brett als Unterlage. Dann legen Sie z. B. einen Winkelmesser wie ein großes Lineal auf den Filz und schneiden mit dem Cutter oder Ihrem Dämmstoffmesser an der Kante entlang. Ein Zuschnitt von 1–2 cm sorgt für eine optimale Passung.

5. Schritt: Klemmfilz zwischen die Sparren klemmen
Die fertig zugeschnittenen Klemmfilzstücke werden anschließend einfach fest ins Gefach gedrückt. Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass die richtige Seite mit Markierung nach innen in Richtung Raum zeigt. Zudem sollten keine Fugen entstehen, denn Löcher und Spalten beeinträchtigen die Wärmedämmung.

6. Schritt: Dichtband auf die Dachsparren kleben
Nachdem Sie die Gefächer mit den Klemmfilzstücken gefüllt haben, kleben Sie selbstklebendes Dicht- oder Schalldämmband auf die Sparren, damit die Folie später nicht einreißt, die im nächsten Schritt auf die Sparren getackert wird. Außerdem vermeidet sie den Durchgang von Feuchtigkeit an den getackerten Stellen.

7. Schritt: Folie an den Sparren anbringen
Als wirkungsvolle Dampfbremse bzw. Dampfsperre werden anschließend lange Folienbahnen quer an die Dachsparren getackert. Dabei sollten Sie einen Tackerabstand von 20–25 cm einhalten und die Folie leicht durchhängen lassen. Außerdem sollten die Folienbahnen ca. 10 cm überlappen und an den Rändern zu Wänden und Decke 10–20 cm überstehen. Beschädigte oder zu knapp oder falsch angebrachte Folie kann Feuchtigkeit durchlassen und zu Schimmelbildung führen.

8. Schritt: Dampfsperre abdichten
Um Luftdichtheit zu gewährleisten, bringen Sie ein spezielles Klebeband an den Nahtstellen der Folienbahnen an. An Stellen, wo Rohre, Kabel oder andere Elemente die Folie durchdringen, verwenden Sie dehnbares Klebeband. Zum Abdichten an Wandanschlüssen nehmen Sie einen speziellen Dichtkleber. Er wird in einer knapp 1 cm dicken Spur auf die Wand aufgetragen, die überstehende Folie ohne Spannung aufgeklebt und überstehende Ränder werden abgeschnitten.

9. Schritt: Unterkonstruktion für die Innenverkleidung montieren
Nachdem die Folie luftdicht verklebt wurde, werden Holzlatten oder Aluprofile quer zu den Sparren befestigt. Sie sollen später die Innenraumverkleidung, z. B. Gipskarton oder Profilholz, tragen. Die Abstände der sogenannten Querlattung sind von der Innenraumverkleidung abhängig und müssen entsprechend an die Angaben des Herstellers angepasst werden.

10. Schritt: Unterkonstruktion zur Untersparrendämmung nutzen
Die Zwischenräume, die durch die Unterkonstruktion bzw. Querlattung entstehen, können für Elektroinstallationen oder zusätzlich mit Untersparrenklemmfilz gedämmt werden.

FAZIT Haben Sie alle Schritte mit dem richtigen Werkzeug, ausgewählten Materialien und sorgfältiger Arbeit durchgeführt, können Sie anschließend die Wandverkleidung montieren und sich über Ihre gelungene Dachdämmung freuen!

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