Haus des Jahres 2019

Die richtige Dämmung des Daches trägt maßgeblich dazu bei, den Energieverbrauch Ihres Hauses zu senken. Dabei gibt es nicht nur unzählige Materialien für die Dachdämmung, sondern auch verschiedene Arten, um ein Dach wirkungsvoll zu dämmen. Denn die Dämmung kann im Dachbereich an verschiedenen Positionen bzw. auf unterschiedliche Weise angebracht werden.
Zu unterscheiden sind dabei Untersparrendämmung, Zwischensparrendämmung, Aufsparrendämmung, Auflattdämmung und Einblasdämmung. Je nach Verfahren sind andere Dämmstoffe vorzuziehen. Deshalb sollten Sie zuerst entscheiden, welche Art der Dachdämmung für Ihr Haus die richtige ist, bevor Sie sich auf die Suche nach einem passenden Dämmstoff begeben.

Untersparrendämmung

Bei dieser Art der Dachdämmung wird der Dämmstoff unterhalb der Dachsparren eingesetzt. Die sogenannten Sparren sind die Träger der Dachkonstruktion, bestehen meistens aus Holz und tragen die Dachhaut. Für die einfache Dachdämmung sind heute oft schon Systeme mit Verkleidung erhältlich, um das Dämmen und das Verkleiden der Dachsparren in einem Arbeitsschritt zu erledigen.
Als Dämmmaterial eignet sich bei der Untersparrendämmung vor allem Steinwolle, Glaswolle oder Hartschaum. In Form von Dämmplatten oder Matten erhältlich, sind diese Dämmstoffe flexibel einsetzbar, besonders bei der nachträglichen Dachdämmung von Altbauten. Dabei wird die Dicke des Dämmmaterials (üblicherweise 5 bis 20 cm) von der Dachstuhlkonstruktion und der Traglattung abhängig gemacht. Je dünner die Dämmplatten bzw. -matten, desto geringer ist der Wohnraumverlust, aber desto schlechter ist auch die Wärmedämmung selbst.

Vorteile der Untersparrendämmung:

  • niedrige Kosten
  • nachträgliche Dämmung möglich
  • einfaches Anbringen der Dämmung

Nachteil der Untersparrendämmung:

  • Wohnraumverkleinerung durch Dicke der Dämmung

Zwischensparrendämmung

Wie der Name schon sagt, wird das Dämmmaterial bei der sogenannten Zwischensparrendämmung zwischen den Sparren befestigt. Um das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen zu können, wird anschließend noch eine zusätzliche Verkleidung angebracht. Eine Zwischensparrendämmung ist nur möglich, wenn die Dachsparren ausreichend groß sind, damit die Dachdämmung dick genug ausfällt. Andernfalls müssen die Sparren vorher verstärkt werden.
Als Dachdämmstoffe für die Zwischensparrendämmung eignen sich Matten, Filze und Rollen aus Hanf, Zellulose, Schafswolle, Holzfasern, Steinwolle oder Glaswolle. Sie lassen sich einfach auf Maß schneiden und sind dadurch flexibel an die Dachsparren anpassbar. Durch eine möglichst genaue Anpassung werden Wärmebrücken zwischen Dämmstoff und Sparren vermieden.

Vorteile der Zwischensparrendämmung:

  • niedrige Kosten
  • nachträgliche Dämmung möglich
  • einfaches Anbringen der Dämmung
  • bessere Dämmwirkung als bei Untersparrendämmung

Nachteile der Zwischensparrendämmung:

  • Wohnraumverkleinerung, wenn Verstärkung der Dachsparren nötig ist
  • Montage der Dampfsperre umständlich

Aufsparrendämmung

Bei der Aufsparrendämmung wird die Dachdämmung oberhalb der Sparren angebracht. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt wird und die Sparren von außen frei liegen.
Diese Art der Dämmung ist oft starken Temperaturwechseln ausgesetzt. Deshalb sollten die Dämmplatten dimensionsstabil sein, damit sich langfristig keine Risse bilden und keine Wärmeverluste entstehen. Bei der Wahl der Dämmstoffe sollte entsprechend besonders auf eine gute Qualität geachtet werden. Vorgefertigte Dämmsysteme bieten beispielsweise Pfalzschienen an den Rändern, um ein lückenloses Verlegen zu gewährleisten, sodass Wärmebrücken vermieden werden.
Für die Aufsparrendämmung eignen sich Glaswolle und Steinwolle, aber auch Platten aus Holzfaser, Polyurethan oder Polystyrol. Ist der Dämmstoff angebracht, wird zusätzlich eine Unterfolie als Dampfsperre eingesetzt, die das Eindringen von Wasserdampf verhindert, bevor das Dach z. B. mit Dachziegeln gedeckt wird.

Vorteile der Aufsparrendämmung:

  • sehr gute Dämmeigenschaften
  • keine Wohnraumverluste

Nachteile der Aufsparrendämmung:

  • höhere Kosten
  • bei Altbauten kann zum Nebenhaus eine Höhendifferenz entstehen

Auflattdämmung

Heutzutage ist auch eine Auflattdämmung möglich, eine weiterentwickelte Variante der Aufsparrendämmung. Dabei wird die Dachdämmung nicht nur über den Sparren, sondern auch über der Dachlattung angebracht, sodass eine lückenlose Dachdämmung ohne Wärmebrücken entsteht.
Für die Auflattdämmung werden meistens Platten aus Polysterol verwendet. Diese haben bereits spezielle Einbuchtungen und Erhöhungen, sodass die Eindeckung direkt auf die Dämmung aufgebracht werden kann.

Vorteile der Auflattdämmung:

  • sehr gute Dämmeigenschaften
  • keine Wohnraumverluste
  • Dachlattung vor Witterung geschützt
  • bei Sanierung muss nur die Dachdeckung, nicht die ganze Konstruktion abgenommen werden

Nachteile der Auflattdämmung:

  • höhere Kosten
  • bei Altbauten kann zum Nebenhaus eine Höhendifferenz entstehen
  • fehlende Luftzirkulation kann zu Schimmelbildung führen

Einblasdämmung

Die Einblasdämmung eignet sich besonders für die Dachdämmung im Rahmen von Altbausanierungen. Dazu muss entweder bereits ein Hohlraum an der zu dämmenden Fläche existieren oder er muss durch eine Holzkonstruktion geschaffen werden. In diesen Hohlraum wird dann mithilfe von Luftdruck über einen Schlauch durch 2–3 cm große Löcher ein entsprechender Dämmstoff geblasen. Anschließend werden die Löcher wieder verschlossen.
Als Dämmmaterial eignen sich für die Einblasdämmung vor allem wasserabweisende und atmungsaktive Granulate, z. B. aus Zellulose, EPS-Kügelchen, Steinwolle, Glaswolle oder Perlite.

Vorteile der Einblasdämmung:

  • sehr kostengünstig
  • effektive Wärmedämmung
  • schnell und unkompliziert

Nachteile der Einblasdämmung:

  • Begrenzung der Dämmschicht durch Maße der Hohlräume
  • bei späteren Wanddurchbrüchen kann rieselfähiges Material auslaufen
  • mögliche Wärmebrücken lassen sich nicht beseitigen
Aktuell Bau GmbH

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