Haus des Jahres 2018

Das Baukindergeld für Familien dürfte nach Ansicht der LBS Research die Nachfrage nach Wohneigentum deutlich ankurbeln. Aktuellen Berechnungen zufolge steigt die Zahl von Familien, die mit Hilfe des Baukindergeldes in eigene vier Wände ziehen können, um 32 Prozent. Bundesweit dürften rund 58.000 Familien von dem Zuschuss profitieren, auf den sich die Koalitionen von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene geeinigt hatten.

Grundlage für die von LBS Research veröffentlichten Daten ist eine Modellrechnung des Berliner Immobilienforschungsinstituts „empirica“. „Das derzeit vorhandene Potenzial an jungen Mieterhaushalten mit Kindern, die aufgrund ihrer Einkommens- und Eigenkapitalsituation für einen Wohneigentumserwerb in Frage kommen, erhöht sich damit um 32 Prozent von 181.000 auf 239.000 Haushalte“, heißt es dazu.

Im Rahmen der Beispielrechnung wurde zunächst das sogenannte „natürliche“ Ersterwerberpotenzial ermittelt. Dabei wurden all jene Mieterhaushalte mit Kindern betrachtet, die sowohl über ausreichend Eigenkapital (mindestens 25 Prozent des Kaufpreises zzgl. Nebenkosten) als auch über ausreichend Einkommen (Einkommensbelastung durch Zins und Tilgung maximal 35 Prozent) verfügen, um sich eine ortsübliche Immobilie leisten zu können, teilt LBS Research mit. Das Potenzial von Familien im Alter zwischen 30 und 45 Jahren für den erstmaligen Immobilienerwerb liege demzufolge bundesweit bei 181.000 Haushalten. Zusätzliches Potenzial bestünde durch das Baukindergeld – ein staatlicher Anreiz, Familien beim Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen. „Bezieht man nun den über zehn Jahre gewährten, als Eigenkapital berücksichtigten Zahlungsstrom durch das geplante Baukindergeld in die Modellrechnung ein, ergibt sich ein Zusatzpotenzial von 58.000 Haushalten (im Schnitt ein Plus von 32 Prozent).

Baukindergeld: Familien mit vielen Kindern profitieren

Vor allem große Familien dürften Interesse am Baukindergeld haben. Denn es steigt mit der Zahl der Kinder: In der mit 3.000 Mieterhaushalten kleinen Gruppe von Familien mit vier und mehr Kindern, die bereits heute in der Lage wären, eigene vier Wände zu finanzieren, erhöht sich das Wohneigentumspotenzial laut Modellrechnung um 4.000 Haushalte. Das sind 128 Prozent. Bei Familien mit drei Kindern wachse das Ersterwerberpotenzial durch das Baukindergeld von 12.000 auf 21.000 Haushalte (plus 78 Prozent). Bei den zahlenmäßig größten Gruppen, den Familien mit einem Kind oder zwei Kindern steigt das Zusatzpotenzial von 115.000 auf 136.000 Haushalte (plus 19 Prozent) bzw. von 51.000 auf 74.000 Haushalte (plus 45 Prozent).

Allerdings dürfte sich das Baukindergeld regional unterschiedlich auswirken. Großes Potenzial versprechen sich die Wissenschaftler in ländlichen Regionen, in denen die Bevölkerungszahl zurückgeht. Dort sind die Immobilienpreise entsprechend niedrig. Mit dem Baukindergeld sinke der Bedarf an Eigenkapital, was ein Haus oder eine Wohnung in diesen Gegenden besonders für Familien attraktiv mache. Anders sieht das in Metropolregionen wie Hamburg, Köln, Frankfurt, Berlin oder München aus. Selbst mit dem Baukindergeld ist der Erwerb einer eigenen Immobilie dort nur schwer für Normalverdiener zu stemmen. (ots/gäd)

Aktuell Bau GmbH

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