bsb__fallstricke%20bauvertrag_270px_72dpi  Keiner von 100 untersuchten Bauverträgen, die von Generalunternehmern oder Generalübernehmern als Vertragspartner mit privaten Bauherren abgeschlossen wurden, wäre ohne Vorbehalte unterschriftsreif, ergab die eine aktuelle Studie des Bauherren-Schutzbund e.V.(BSB) und des Instituts für Bauforschung e.V. Hannover (IFB). 90 Prozent der analysierten Bauverträge sowohl regional als auch überregional agierender Bauanbieter erwiesen sich als „erheblich unvollständig oder unvollständig“. Zehn Prozent der mit „ausreichend“ bewertete Verträge hoben sich „nur in Teilbereichen“ von der „indiskutablen Gesamtqualität“ ab.

Kriterien für die Analyse der vom BSB aus Angeboten oder Vertragsabschlüssen privater Bauherren zusammengetragenen Verträge waren die „Prüfsteine zum Bauvertrag“. Diese bereits vor mehreren Jahren herausgegebenen Prüfkriterien sollen private Bauherren in die Lage versetzen, wesentliche Vertragsinhalte zu bewerten und Regelungslücken zu erkennen.

Die vorliegenden Bauverträge wurden nach 12 ausgewählten Prüfkriterien gecheckt – von der Klarheit zur Art des Vertrages über die Definition des Vertragsgegenstandes, die Bewertung der Bau- und Leistungsbeschreibung, Preissicherheit, die Zahlung nach Baufortschritt und mängelfreier Leistung bis hin zu Sicherheitsleistungen, förmlicher Abnahme und Verjährungsfristen. Sind diese und weitere Kriterien nicht exakt erfüllt, liegen darin tückische Fallstricke. Zugleich enthalten die Verträge zahlreiche verbraucherfeindliche Klauseln, deren Verwendung durch vom BSB erwirkte gerichtliche Entscheidungen bereits untersagt wurde.Viele Prüfkriterien nicht erfüllt In der Hälfte der Verträge war der Vertragsgegenstand nicht oder nicht eindeutig definiert, nur 36 Prozent beschrieben umfassend, was eigentlich gebaut werden soll. Bauzeit und Fertigstellungstermin waren bei 56 Prozent nicht verbindlich geregelt. Ein Bauzeitenplan fehlte in 89 Prozent der Verträge. Nur bei 37 Prozent war ein Festpreis bis zur Fertigstellung vereinbart. Eine Vielzahl von Unwägbarkeiten ergab sich aus unklaren Abgrenzungen von Bau- und Eigenleistungen und aus schlichter Nichtregelung von wichtigen Punkten zum Grundstück, zur Baustellensicherung oder zum Versicherungsschutz. Die Übergabe von Planungsunterlagen und technischen Nachweisen – von Bauherren automatisch erwartete Dokumente – bedarf der Regelung. Diese war jedoch in 84 Prozent der Verträge nicht enthalten.Unüberschaubare Konsequenzen aus unklaren VertragsklauselnAls sehr intransparent erwiesen sich die Vereinbarungen zur Festpreisgarantie und ihrer zeitlichen Begrenzung. Aus unvollständigen Bau- und Leistungsbeschreibungen, die bei 46 Prozent der analysierten Verträge ohne erhebliche Verhandlungen nicht als Vertragsgrundlage geeignet sind, erwachsen dem Verbraucher „vertragliche Unsicherheiten, deren Konsequenzen er als Laie in der Regel nicht überschaut“. Zu vermuten sei, dass in einer großen Zahl von Fällen Bauherren für den vereinbarten Vertragspreis nicht das erhalten, wovon sie bei Abschluss ausgehen. „Taugliche Versuche“, den Bauablauf vertraglich sauber zu fassen, seien die „absolute Ausnahme“. Kritisch ist auch, dass bei vielen Verträgen die Abnahme nicht klar geregelt und bei 37 Prozent keine förmliche Bauabnahme vereinbart ist.Inakzeptable Zahlungsfristen und mangelnde Sicherheiten weitere RisikenDie vorgefundenen Zahlungspläne verlangen vielfach Vorkasse von privaten Bauherren für noch nicht erbrachte Leistungen und setzen sie mit inakzeptablen Zahlungsfristen zusätzlich unter Druck. In jedem vierten Vertrag finden sich Versuche der Anbieter, gesetzliche Mängelrechte einzuschränken, Gewährleistungsfristen zu kürzen oder eigene -pflichten auszuschließen. Auch Sicherheiten für die Fertigstellung des Baus und die Beseitigung von Mängeln sind nur in jedem vierten Vertrag festgehalten. Werden von den Unternehmen vereinzelt Gewährleistungsbürgschaften angeboten, geschieht das auf Kosten der Auftraggeber. Für private Bauherren verteuert sich damit die Bausumme erheblich. Sie allerdings müssen nahezu durchgängig Sicherheitsleistungen in Form von Finanzierungsbestätigungen oder -bürgschaften vorlegen. Widerrufsrechte und Vertragsvorbehalte, die das Risiko privater Bauherren mindern, sind dagegen nicht ausreichend vereinbart.„Unsere Studie zeigt ein weiteres Mal, dass Bauverträge zwischen Hausanbietern und privaten Bauherren nicht auf Augenhöhe geschlossen werden“, konstatiert Peter Mauel, BSB-Vorsitzender. „Die von den Unternehmen vorformulierten Verträge berücksichtigen höchst unzureichend die Interessen der Verbraucher und setzen sie erheblichen Risiken aus.“ Um diese Risiken zu minimieren und die Verhandlungsposition privater Bauherren zu stärken, bietet der Verein im Rahmen seines Serviceangebots Vertragsprüfung und -beratung durch Vertrauensanwälte an.Der BSB in der Region MannheimDipl.-Architekt Martin HaussWielandtstraße 2169120 HeidelbergTel.: 06221 / 45 06 0Fax: 06221 / 45 06 45Homepage des BSBDas könnte Sie ebenfalls interessieren:Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besserErhebliche Defizite bei Bau- und LeistungsbeschreibungenBau- und Leistungsbeschreibung wasserdicht vereinbaren
 

3 KOMMENTARE

  1. Das wisssen wir mitlerweile auch…haben einen Vertrag bei Maxxiv-Haus unterschrieben…der erst Baustop im August 2014 >4 Wochen< Dachstuhl nicht Statik....zweite Baustop >Heizung, Sanitär+ Elektrik< seit dem 29.dez.2015 bis heute. Noch keine Regelung von Maxxiv-Haus für die Mängel

  2. Wir sind von der derzeitigen misslichen Lage bei Maxxiv Haus auch betroffen. Baustop seit Donnerstag 25.02.2016 da Handwerker nicht bezahlt wurden. Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

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