Haus des Jahres 2018

Die private Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) fordert von einer möglichen Großen Koalition mehr Rechtssicherheit für Wohnungskäufer. Bislang sei es Wohnungskäufern nicht möglich, einen rechtssicheren Vertrag mit einem Bauträger abzuschließen. „Vor allem die unzureichende finanzielle Absicherung im Insolvenzfall des Bauträgers benachteiligt Bauherren“, lautet die Kritik des Bauherren-Schutzbundes. Daher müsse das Bauträgervertragsrecht als ein Punkt in einen möglichen Koalitionsvertrag aufgenommen werden.

Allein 2016 wurden dem Bauherren-Schutzbund zufolge 100.000 Wohnungen von Bauträgern errichtet. Diese Zahl stammt vom Statistischen Bundesamt. Der Bauherren-Schutzbund geht davon aus, dass angesichts knappen Wohnraums diese Zahl steigt. „Private Bauherren investieren jährlich ca. 3,7 Milliarden Euro in den Wohnungskauf vom Bauträger“, erklärt Vereinsgeschäftsführer Florian Becker. Dem gegenüber stehe eine lückenhafte Rechtslage bei diesen Geschäften. „Eine Überarbeitung der gesetzlichen Grundlagen ist dringend notwendig“, sagt der Verbraucherschützer.

Probleme nach Insolvenz des Bauträgers

Wohnungskäufer müssen insbesondere nach einer Insolvenz des Bauträgers mit Schwierigkeiten rechnen. Der Grund: Kauft ein Verbraucher eine Wohnung vom Bauträger, bezahlt er für Eigentum, das zunächst auf dem Grundstück eines anderen, nämlich dem des Bauträgers, entsteht. Erst mit Fertigstellung bekomme der Bauherr seine Wohneinheit übergeben. „Geht der Bauträger während der Bauphase pleite, drohen Bauherren lange und teure Rechtsstreite“, heißt es hierzu vom Bauherren-Schutzbund. Der Käufer komme nach aktueller Rechtslage kaum aus seinem Vertrag. „Die Fortsetzung des Bauvorhabens in Eigenregie ist schwer möglich, da sich hierfür alle Käufer einig sein müssten.“ Ein Recht auf Rückabwicklung des Vertrags und eine ausreichende finanzielle Absicherung des Käufers sind bislang nicht vorhanden.

Im Rahmen eines vom Bauherren-Schutzbund veranstalteten rechtspolitischen Fachforums seien Vertreter der Baubranche zu dem Schluss gekommen, „dass der Gesetzgeber hier dringend nachbessern muss“. Der BSB fordere daher, dass das lückenhafte Bauträgerrecht auf die politische Agenda gesetzt und in einem Koalitionsvertrag berücksichtigt werden muss. (gäd.)

Aktuell Bau GmbH

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.