Hausbesitzer können auch nach dem Einzug in die eigenen vier Wände Steuern sparen. Das geht ganz einfach, in dem sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden. Doch welche Leistungen gehören dazu? Und in welchen Fällen kommt es häufig zum Streit? Der Bauratgeber Deutschland klärt auf!

Unter haushaltsnahen Dienstleistungen versteht man Handwerkerleistungen und Dienstleistungen, für die Unternehmen oder Dienstleister in Anspruch genommen werden. Bis zu einer bestimmten Höhe können die Aufwendungen mit der jährlichen Steuererklärung geltend gemacht werden. Wer also einen Landschaftsgärtner beauftragt, kann Aufwendungen für Lohn- und Fahrtkosten sowie der Einsatz von Maschinen und Treibstoff samt der Mehrwertsteuer bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro geltend machen. 20 Prozent davon – maximal 1.200 Euro – werden direkt von der Steuerschuld abgezogen. Dieser Bonus kann haushaltsnahe Dienstleistungen bis maximal 20.000 Euro geltend machen. Bis zu 20 Prozent, in dem Fall 4.000 Euro, werden ebenfalls von der jährlichen Steuerschuld abgezogen. Wer zudem einen Dienstleister geringfügig beschäftigt, hat die Möglichkeit, zusätzlich im Jahr maximal 2.550 Euro Steuerbonus geltend zu machen. Die Steuerschuld wird um 20 Prozent (510 Euro) minimiert.

Steuern sparen als Hausbesitzer: einige Beispiele

So funktioniert es mit dem Steuern sparen als Hausbesitzer: Das Finanzamt verlangt für alle Dienstleistungen Rechnungen und Überweisungsbelege. Im Idealfall können sich Hausbesitzer nach Darstellung des Lohnsteuerhilfevereins Lohi bis zu 5.710 Euro im Jahr vom Fiskus zurückholen. Aber: Nicht das Datum auf der Rechnung ist entscheidend, sondern der Zeitpunkt der Überweisung. Wer den Höchstbetrag von 6.000 Euro vermutlich überschreitet, sollte mit dem Dienstleister reden, ob ein Teil der Rechnung im darauffolgenden Jahr beglichen werden kann.

Häufig kommt es aber zwischen Hausbesitzern, die Steuern sparen wollen, und den Finanzbehörden zum Streit. Der Infodienst Recht und Steuern der Landesbausparkassen hat daher in einer Extra-Ausgabe neun Urteile deutscher Gerichte gesammelt, die sich mit diesem Problem beschäftigen. Der Bauratgeber Deutschland hat sich drei Fälle exemplarisch herausgesucht.

Fall 1: Um in einem steuerrelevanten Jahr haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können, sollte man auch tatsächlich Einkommensteuer zu bezahlen haben. Andernfalls ist dieser Anspruch verwirkt. (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 44/08).

Fall 2: Nach einem Wasserschaden hat ein Hausbesitzer Kosten von 3.600 Euro für Handwerker gehabt. Gern hätte er sich ein Teil dieses Geldes vom Fiskus zurückgeholt. Problem: Die Versicherung hatte den Wasserschaden beglichen. Fazit: keine Steuerermäßigung! (Finanzgericht Münster, Aktenzeichen 13 K 136/15).

Fall 3: Ein Ehepaar ließ für 5.300 Euro seinen Garten neu gestalten, nutzte beziehungsweise bewohnte diesen aber zum Zeitpunkt der Arbeiten noch nicht. Erst ein Jahr später zogen die Eheleute ein. Die Richter erklärten daher, dass der Abstand zwischen den Arbeiten und dem Einzug zu groß war (Finanzgericht Münster Aktenzeichen 14 K 1141/08). (gäd.)

Mehr zum Themen finden Sie im Infodienst

Recht und Steuern der Landesbausparkassen

Haus des Jahres 2017

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here