Aktuell Bau GmbH

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Im Jahr 2002, 2010 und 2013 haben wir in Chemnitz schwere Überflutungen erlebt, die Schäden in Milliardenhöhe verursacht haben. Die noch weitaus schlimmere Situation in Serbien erinnert daran, dass die Gefahr im Einzugsbereich je nach Wetterlage immer wieder bestehen kann. Umso wichtiger ist es, entsprechende bauliche Sicherheitsmaßnahmen vorzunehmen, die Schäden am eigenen Haus reduzieren helfen.

Bei möglichen Schutzmaßnahmen im Hochwasserfall ist zwischen den baulichen Maßnahmen zu unterscheiden die vom Spezialisten durchgeführt werden und den akuten Maßnahmen im Ernstfall.

Maßnahmen bei akuter Überschwemmungsgefahr

Ist die nahende Überschwemmung absehbar, bieten spezielle Dammbalkensysteme, die in vorab installierten Stützen und Führungen befestigt werden, Schutz. Sind diese nicht verfügbar, können alle Öffnungen des Hauses mit Schalbrettern aus wasserfesten Sperrholzplatten und Silikon abgedichtet werden. Diese Schotts schützen das Haus bedingt vor dem Wassereintritt. Die letzte Alternative ist die fachgerechte Anbringung von Sandsäcken in Kombination mit Folie.

Die genannten Lösungen dienen ausschließlich zur Installation im Ernstfall, um akut Wasserschäden zu minimieren. Eine wirkungsvolle Alternative ist der professionelle Schutz, der bereits beim Neubau in ein Haus integriert wird oder mit dem Bestandsgebäude nachträglich versehen werden. Dabei wird ein Gebäude vor dem eindringenden Oberflächenwasser und vor aufsteigendem Kanalisations- und Grundwasser geschützt.

Schutzmaßnahmen beim Hausbau

Zu diesen Maßnahmen zählen der Einbau druckwasserdichter Fenstersysteme und Außentüren. Um die Wirkung dieser Maßnahme zu gewährleisten, ist eine fachgerechte Montage unumgänglich. Beim Neubau eines Hauses in überflutungsgefährdeten Gebieten werden die Außenwände mit Sperrputz versehen. Dieser verhindert ein Durchsickern von Wasser. Gebäude mit Keller erhalten zudem eine wasserdichte Wanne, die ein Eindringen des Grundwassers verhindert. Hier wird zwischen einer „schwarzen Wanne“ aus Bitumen und Kunststoff und der „weißen Wanne“ aus wasserundurchlässigem Beton unterschieden. Bei der Abdichtung eines Bestandsgebäudes muss die Innenabdichtung auftriebsgesichert und druckfest sein.

Zusätzlich zum Einbau von wasserdichten Fenster- und Türsystemen und der Abdichtung der Außenwände und des Kellers ist der Einbau einer Rückstausicherung unverzichtbar und vorgeschrieben. Die Rückstausicherung hält aus der Kanalisation in das Leitungsnetz des Hauses eintretendes Wasser zurück.

Im Schadensfall

Dringt Wasser in das Gebäude trotz getroffener Sicherheitsmaßnahmen ein, sollten diese Bereiche schnellstmöglich leer geräumt sowie die Strom- und Gaszufuhr unterbrochen werden. Öl- und Gastanks werden auf festen Stand überprüft und gegebenenfalls durch Stützen abgesichert, wenn dies nicht bereits vorher erfolgte. Zu empfehlen ist vor allem in hoch-wassergefährdeten Gebieten der Abschluss einer Elementarschaden-Versicherung, die im Ernstfall den Schaden reguliert. Ist ein Schaden bereits eingetreten, empfiehlt es sich, einen Fachmann im Bereich Bad und Sanitär aus der Region einzuschalten, der die Schäden an Anlage und Leitungen beheben kann.

Schutzmaßnahmen gegen das Eindringen von Wasser im Falle von Überflutungen werden Schäden in und am Gebäude bei schwerem Hochwasser wie 2013 in Chemnitz nicht gänzlich vermeiden können. Sie bieten sich jedoch als sinnvolle Möglichkeit an, den Schaden so gering wie möglich zu halten und nicht alles zu verlieren.

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