Diese Eigentumswohnung könnte es sein? Die Kaufentscheidung ist aber noch nicht endgültig. Häufig wird Interessenten eine Reservierungsvereinbarung angeboten. Dafür wird nicht selten eine Reservierungsgebühr verlangt – auch, wenn der Kauf nicht zustande kommt. Seit Jahren versuchen Bauträger in unterschiedlichen Konstellationen, vor Abschluss eines notariellen Kaufvertrages Erwerber an sich zu binden. Als Allheilmittel gilt die sogenannte „Reservierungsvereinbarung“.

Immobilieninteressenten unterschreiben einen „Auftrag für die Vorbereitung eines notariellen Kaufvertrages nebst Finanzierungsbearbeitung“ und zahlen eine in der Regel nicht unbeträchtliche Reservierungsgebühr. Das Unternehmen verpflichtet sich, Vorbereitungen zur Beurkundung eines Kaufvertrages zu treffen und das angegebene Objekt nicht mehr anderweitig anzubieten, sondern es für die Interessenten zu reservieren.

Gebühr nicht akzeptieren, wenn kein Kaufvertrag zustandekommt

Reservierungsgebühren sollen nach Auffassung vieler Bauträger und Makler auch gezahlt werden, wenn die potenziellen Erwerber kein Interesse mehr an einem Kauf haben und demzufolge kein Kaufvertrag zustande kommt. Dann soll die Summe für die Reservierung des Objekts und die Vorbereitung des Kaufvertrages dennoch fällig werden. Das allerdings müssen Interessenten nicht akzeptieren. Sie sollten, wenn sie von ihrem Vorhaben Abstand nehmen und die gezahlte Reservierungsgebühr nicht erstattet wird, diese unbedingt zurückfordern, darauf weist der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) hin.

Reservierungsgebühren benachteiligen Verbraucher

Reservierungsvereinbarungen zählen in der Regel zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Vertragliche Vereinbarungen zur Zahlung eines Reservierungsentgeltes verstoßen in den Fällen, in denen ein Kaufvertrag nicht zustande kommt, gegen das BGB und sind unwirksam. Immobilieninteressenten werden unangemessen benachteiligt, wenn sich Firmen erfolgsunabhängige Vergütungen zusichern lassen. Denn jederzeit können sie das Objekt an Dritte veräußern, ohne die ursprünglichen Interessenten einzuschalten.Reservierungsgebühren dürfen wie Provisionen nur erfolgsabhängig verlangt werden. Sie unterliegen demzufolge Grundsätzen des Maklerrechts. Eine vertragliche Vereinbarung zur Zahlung eines Reservierungsentgeltes ist ohne einen zustande gekommenen Kaufvertrag unwirksam.

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