Eine Alternative zum Architektenhaus oder dem Haus von der Stange ist ein privater Hausbau. Packen Freunde, Bekannte oder Nachbarn beim Hausbau mit an, spart das mitunter Kosten. Doch ganz so einfach, wie sich das viele Bauherren vorstellen, ist es nicht. Spätestens eine Woche vor dem Einsatz müssen die Daten aller helfenden Hände an die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) gemeldet werden.

Wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) mitteilt, besteht für eine solche Meldung sogar eine gesetzliche Frist. Der Bauherr sollte außerdem darauf achten, wann die Grenze zwischen Gefälligkeitsleistungen und Schwarzarbeit überschritten wird, um nicht als „Mittäter“ in den Fokus der Ermittlungsbehörden zu geraten, heißt es in einer Mitteilung.

Mit der rechtzeitigen Meldung an die Berufsgenossenschaft würden private Bauherren Bußgelder bis 2.500 Euro vermeiden. Pro Helferstunde werden Beiträge für die Helferversicherung fällig: 1,28 Euro (neue Bundesländer) sowie 1,45 Euro (alte Bundesländer). Im Gegenzug bietet die BG BAU persönliche Beratungen und einen umfassenden Versicherungsschutz. Unter anderem informiert die BG BAU darüber, wie schwere Unfälle und Leid bei gefährlichen Arbeiten vermieden werden können und welche Schutzkleidung, wie Helme oder Sicherheitsschuhe, sinnvoll oder gar erforderlich sind.

Sinnvoller Schutz für Helfer auf dem Bau

Der gesetzlich vorgeschriebene Schutz macht durchaus Sinn. Jedes Jahr ereignen sich bundesweit mehrere hundert Unfälle bei nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten. Viele Unfälle hinterließen schwerste Folgen wie Querschnittslähmungen oder Schädel-Hirn-Verletzungen. „Die Betroffenen müssen über Jahre hinweg oder sogar lebenslang versorgt werden“, macht die BG BAU deutlich. Manche Unfälle endeten sogar tödlich. Neben einer umfassenden Betreuung versucht die BG BAU im Falle eines Versicherungsfalles die Gesundheit mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen. Zu den Leistungen der BG BAU zählen zum Beispiel die Kostenübernahme bei Arbeits- oder Wegeunfällen, etwa für Heilbehandlung und Rehabilitation mit anschließender Hilfe zum Wiedereinstieg in den Beruf.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich über alle Helfer, auch wenn sie nur vorübergehend tätig sind. Eine Ausnahme gebe es jedoch bei spontanen Handreichungen und sogenannten Gefälligkeitsleistungen. „Hier ist der Versicherungsschutz ausgeschlossen, weil die Hilfe nicht als arbeitnehmerähnlich gilt.“ Bei den Gefälligkeitsleistungen sei in jedem Einzelfall die Beziehung zwischen dem Bauherrn und dem Helfer zu untersuchen. Je enger die soziale Bindung ist, umso eher könne von einer Gefälligkeitsleistung ausgegangen werden.

Kein Kavaliersdelikt ist es, wenn Helfer für ihre Dienste bezahlt werden, ohne sie vorab anzumelden. Nach dem Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ist es illegal, wenn Dienst- oder Werkleistungen in erheblichem Umfang gegen Entgelt geleistet werden und die Sozialversicherungsträger sowie das Finanzamt nicht über die Einkünfte informiert werden. In solchen Fällen drohten Bauherren und gesetzwidrig arbeitenden Helfern empfindliche Bußgelder – in Extremfällen bis zu 100.000 Euro. Wird Schwarzarbeit nachgewiesen, müssen die Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge nachgezahlt werden. (ots/ gäd.)

Aktuell Bau GmbH

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