Sie bilden eine Schnittstelle zwischen Bauherr und Hausverkäufer: die Notare. Wie hoch ihr Engagement etwa für Beurkundungen, die Erstellung von Vertragsentwürfen oder Vormerkungseintragungen vergütet wird, regelt seit dem 1. August das neue Gerichts- und Notarkostengesetz, das die bisherige Kostenordnung für Notare ablöst. Doch mit der neuen Gebührenordnung erhöhen sich auch teilweise die Honorare für die notariellen Tätigkeiten – im Schnitt verteuert sich der Hauskauf um 200 Euro und mehr wie der Baufinanzierer Interhyp mitteilte.

Der Erwerb einer 200.000 Euro teuren Immobilie zieht demnach eine Notargebühr von 1.305 Euro nach sich – 20 Prozent mehr als zuvor. „Die Notarkosten klettern bei Standardfällen um 220 Euro netto“, sagt Michiel Goris, der Vorstandsvorsitzende der Interhyp AG. Er beruhigt jedoch: „Insgesamt bleiben die Notarkosten damit der kleinste Posten bei den Kaufnebenkosten.“ Allerdings steigen nicht alle Notarkosten. So reduziert sich die Gebühr für ein notarielles Anderkonto um rund 60 Prozent.

Die teilweise im neuen Gerichts- und Notarkostengesetz enthaltenen Gebührensteigerungen nimmt die Interhyp AG zum Anlass, Kritik an den steigenden Baunebenkosten zu üben. So machen diese Kaufnebenkosten allein wegen der in vielen Bundesländern erhöhten Grunderwerbssteuer rund 14 Prozent aus. Und ein Ende dieser Steigerung ist nicht in Sicht. Allein Berlin plant die erst 2012 auf fünf Prozent vom Kaufpreis hochgesetzte Grunderwerbssteuer im kommenden Jahr um einen weiteren Prozentpunkt anzuheben. Das wahre Ausmaß der Preistreiberei werde erst deutlich werden, wenn die Zinsen für Immobilienkredite mittelfristig steigen. „Dann wird der Immobilienkauf für Normalverdiener zu einem noch größeren Kraftakt“, sagt Michiel Goris.

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